Aktuelles

Aktuelles Review

ROTOR – Sieben

Bei Rotor weiß man zumindest, wo genau man steht. Das siebte Album heißt – Kenner der Band erahnen es schon – natürlich „Sieben“ (Noisolution). Damit wird die Tradition der bisherigen Albentitel gewahrt. Und auch sonst bleiben sich die vier Berliner treu: Instrumentalrock irgendwo zwischen Kyuss und Monster Magnet (wenn diese eben nicht singen würden), aber keinesfalls minimalistisch. Das geht auch schon mal in die Richtung Prog. Sieben (!) Songs auf der neuen Rotor-Platte, überwiegend knappe Ein-Wort-Titel, und der siebte Song…

ZSK – Hass↯Liebe

Ein ziemlich starkes Album („Ende der Welt“) mitten in der Pandemie veröffentlichen, die dazugehörige Tournee mehrfach aus gleichem Grund verschieben müssen und dann noch den Gitarristen im laufenden Betrieb (sprich während einer dann endlich laufenden Konzertreise) ersetzen müssen – so manche Band hätte in dieser Konstellation das Handtuch geworfen. Nicht so die Polit-Punker von ZSK – den Kopf in den Sand stecken ist nicht Sache des Quartetts aus Berlin. Statt rumzuheulen, haben sie sich hingesetzt und einfach neue Songs geschrieben,…

DEWOLFF – Love, Death & In Between

In den meisten Köpfen tauchen die Namen Vadder Abraham, Herman van Veen und Rudi Carell auf, wenn von Musik aus den Niederlanden die Rede ist. Das Trio DeWolff, mit seiner an die legendären Doors erinnernden Instrumentierung (Schlagzeug, Gitarre, Hammond/Keyboards), ist seit mittlerweile 16 Jahren unterwegs, um seine Version des Blues- und Psychedelic Rock zu spielen. Dabei haben sie einen enormen Output, und legen nun mit „Love, Death & In Between“ ihr insgesamt neuntes Album, allein das dritte seit 2020, vor.…

100 KILO HERZ – Akustisch im Gewandhaus

Früher, in grauer Vorzeit, gab es diese Institution Namens MTV. Wie das bei Institutionen nunmal so ist, haben sie auch ganz eigene Sitten und Bräuche entwickelt. Der Ritterschlag schlechthin war damals die Einladung an Bands ein MTV Unplugged aufzunehmen: Meist mit neu arrangierten Songs, oft in Begleitung klassischer Musiker*innen, aber immer mit den beiden Pflichtaufgaben, befreundete Band(s) mitzubringen und eine Coverversion zu spielen. Nicht wenige Künstler*innen schwärmen noch heute von dieser Erfahrung. Das können wir auch allein, dachten sich die…

DIE OBERHERREN – Die By My Hand

Kann man schon von einem Gothic-Revival sprechen? Vermutlich nicht. Das, was der Darkwave und der Gothic in den 80ern und frühen 90ern war, war ein Lebensgefühl. Zu diesem Lebensgefühl gehörte die ausführliche Beschäftigung mit der eigenen dunklen Seite, mit der Andersartigkeit, die auch als Protestform zelebriert wurde. Heutzutage protestiert jeder gegen alles und jeden, solange der Protest keine über die maximale Länge eines TikTok-Videos hinausgehende Aufmerksamkeitsspanne benötigt. Braucht man Gothic also noch? Ja, tut man. Egal, ob nun Glam Rock…

DONOTS – Heut ist ein guter Tag

Es gibt wohl nur wenige Bands, die die Pandemiezeit halbwegs so gut rumbekommen haben, wie die Donots, denn zumindest im ersten Seuchenjahr hatten die fünf Ibbenbürener ohnehin eine Auszeit geplant. Entsprechend gab es keine gravierenden Tour-Verschiebungen, wie bei den meisten anderen Kolleg*innen. Die Zeit hat die Truppe genutzt, um eine Biographie und ein Live-Album zu veröffentlichen und außerdem an neuen Liedern zu schrauben. Ja, „Heut ist ein guter Tag“, denn die Herren legen ihre neue, mittlerweile zwölfte Platte vor oder…