Schlagwort: Doom Metal

NEORITE – Gibt es Gewinner im Krieg? ,Never Return Nowhere, (Video)

Dieser Tage wird viel über den Sinn und Unsinn von Krieg sinniert. Ist es da angebracht, über Krieg zu singen und sogar ein Video mit Kriegbildern zu veröffentlichen? Die Münsteraner Heavy Metal-Walze Neorite haben dies mit ,Never Return Nowhere‘ von ihrem anstehenden Album „Banner of Defeat“, das Ende Mai auf This Charming Man Records veröffentlicht…

ROCK HARD FESTIVAL – Blind Guardian als Samstagabend-Headliner bestätigt + Running Order (Update)

Rock Hard Festival

Das Pfingst-Festival (03. bis 05. Juni) der Kollegen vom Rock Hard nimmt immer mehr Gestalt an. Jetzt konnten die Geschichtenerzähler Blind Guardian als Headliner gewonnen werden. Dafür sind aber augenscheinlich die Prog Metaller Psychotic Waltz raus und Razor gegen die dänischen Thrasher Artillery getauscht worden. Inzwischen steht auch die Running Order für die drei Festivaltage…

HEADBANGERS OPEN AIR – Nächster Versuch 2022 + SACRED REICH (UPDATE)

Headbangers Open Air 2017 Image

Nach dem „sicheren“ Headbangers Open Air ohne Camping im letzten Jahr schicken sich die HOA-Macher an, Deutschlands größte Gartenparty für dieses Jahr safe zu machen. Wie immer wird es am letzten Wochenende im Juli, nämlich vom 28. bis zum 30., stattfinden. Ein Großteil der Bands, die bereits für 2020 ihre Zusage erteilt hatten, halten ihr…

Zero And Below

Waren die ersten beiden Alben „Obedience thru Suffering“ und der selbstbetitelte Nachfolder in der ersten Hälfte der 90er Jahre noch eine Offenbarung, haben sie doch mit der strengen Lehre des Heavy Metals gebrochen. Crowbar ließen Gitarrensolos weg, verbanden Stakkato-Riffs mit einem schwerfälligen Beat und bedienten sich beim Southern Rock und Hardcore. Emotional, wütend und persönlich…

MODDER – Hört die Stille in der Höhe mit ,Mount Frequency‘

Wenn es in den Bergen dunkel wird und nur der Wind in den Höhen sein Lied singt, dann sind dies wahrscheinlich die ,Mount Frequency‘, denen die belgische Doom-Formation Modder ihren Tribut zollt. Neuneinhalb Minuten lang schleppende Monotonie, wie sie spannender und meditativer nicht sein kann. Nach ihrem epischen Debüt-Song ,Mudslinger‘ mit seinen einundzwanzigeinhalb Minuten, ist…

PARADISE LOST kündigen Jubiläums-Boxset zu „Gothic“ an

Die britischen Gothic-Doom-Pioniere Paradise Lost feiern den 30. Geburtstags ihres Genredefinierenden, zweiten Albums „Gothic“ mit einer umfangreichen Wiederveröffentlichung. Der Kern des Geburtstagsgeschenks, das die Band ihren Fans macht, ist ein limitiertes 7-Disc-Art-Book mit dem Titel „The Lost and the Painless“, das am 26. November bei Peaceville erscheint. Das Box-Set umfasst die beiden ersten Album „Lost…

Siege

Wenn Musik die Stimmung eines Filmes verbreitet, dann handelt es sich oft um Doom Metal-Bands, die ihren schweren Sound mit unterschiedlichen Erzählebenen anreichern. Die australischen The Slow Death kreieren mit „Siege“ (Transcending Obscurity Records) zum wiederholten Male ein elegisch düsteres Epos bestehend aus vier Akten.

Ruhig und meditativ führt das Quintett durch ihre 64 Minuten lange Belagerung aus der Welt der Toten. Die vier Akte, die sich von zehn bis an die 20 Minuten erstrecken, bestechen durch ihre unaufgeregte Art. Weder walzen die langatmigen Stücken den Hörer nieder, noch kriechen sie schwerfällig durch die Hölle. Über die gesamte Dauer brausen The Slow Death nicht ein einziges Mal auf oder werden gar laut. Ganz im Gegensatz, oft reduzieren sie ihre Musik auf leise Passagen und unterbrechen so die monoton dahin fließenden Strukturen, nur um diese noch zu vertiefen

Durch viel Hall und effektiven Keyboard-Einsatz, wissen The Slow Death den großen Raum zu füllen. So entsteht eine düstere Atmosphäre, die jenseits von Aufruhr oder Schwere ihre Tiefe entfaltet. Im Falle von „Siege“ steht Monotonie nicht für Langeweile, sondern für Entspannung. Keine Note zerrt an den Nerven, keine Breaks stören den gleichmäßigen Fluß. Getragen werden die Kompositionen durch den Kontrast zwischen dem klaren Gesang Mandy Andresens und ihrem Gegenpart, den tiefen Growls von Gamaliel.

Wer in „Siege“ eintaucht, kann Ruhe und Beruhigung erfahren. The Slow Death erschaffen ein meditatives Hörerlebnis ohne Firlefanz und Effekthascherei, das sich absolut bodenständig und authentisch darstellt, wie auch souverän die Essenz des Doom Metals herauskristallisiert.

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The Tritonus Bell

Zum sechsten Mal Läuten die Glocken den Tritonus, das Teufelsintervall. Und wieder einmal ziehen Hooded Menace ihre Kraft und Inspiration aus der langen Dunkelheit Finnlands und den gehängten Ritter des Templerordens, denen die Augen ausgepickt wurden. „The Tritonus Bell“ (Season of Mist) ist eine Überraschung geworden, mit der nicht zu rechnen war.

Mit einem simplen Intro aus Akustikgeplänkel, vertrackten Gitarrensolos und fast ohne Effekthascherei auskommend legen die Düster-Finnen gleich mächtig los. Ein fett groovender Midtempo-Beat und treibende Gitarren leiten in den schwerfälligen Hauptteil über. Trotzdem überrascht der Groove, die einem ein wenig die Wikinger von Amon Amarth ins Gedächtnis rufen. Kein todbringender Doom Metal? Auch der voluminöse Sound, vor allem beim Schlagwerk, lässt nicht gerade die verdeckte Drohung erahnen. Die ersten zehn Minuten sind da schon fast hinter einem. ,Blood Ornaments‘ ist ebenfalls treibend, extrem heavy, voller Harmonien und dunklem Bombast. Regelrecht zum Boden getrampelt fühlt man sich nach diesem Auftakt, der satte 18 Minuten dauert.

Fetter Heavy Metal anstatt finsterer Doom Metal

Mit ,Those Who Absorb The Night‘ wird der vertraute Teil eingeläutet, der typische Death Metal-lastige Doom, den Hooded Menace auf so einzigartige Art kredenzen in der Lage sind. In Verbindung mit dem fulminanten Sound aber ist dieser nicht mehr ganz so sinister wie zum Beispiel auf den Vorgänger „Ossuarium Silhouettes Unhallowed“. ,Corpus Asunder‘ ist wieder ein Stück klassischer Heavy Metal mit gesprochenen Vocals im Stile Celtic Frosts. Zur Ehrenrettung kommt das monströse ,Scattered in the Dark‘ bevor wir von einem hyper-musikalischen Outro wieder ins Licht geführt werden. Aber das ist noch nicht alles: Ebenfalls völlig aus dem Rahmen fällt der Bonustrack, W.A.S.P.s ,The Torture Never Stops‘. Komischerweise ist dieser Interpretation zu attestieren, dass sie vielleicht sogar besser als das Original ist.

Hooded Menace haben den Pfad des Doom Metals verlassen, um sich aus dem Subgenre, in dem sie zu den Herrschern gehörten, ein Stück von großen Classic Heavy Metal-Kuchen abzuschneiden. Wer ein weiteres Stück musikalische Auferstehung der blinden Toten erwartet hat, wird alleine am Galgen bummeln. Die Ritter des Templerordens meucheln nicht mehr, sondern tanzen um ein flackerndes Feuer. Dieses Bild ist aber nicht mehr besonders gruselig.

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