ANTIHELD – Sommer unseres Lebens

Die ein oder anderen Kollegen und Kolleginnen im Team haben bereits fleißig von ihren Konzert- oder Festival- Erlebnissen in den letzten Wochen berichtet. Zugleich über die jeweiligen gut organisierten Abläufe mit Corona und wie vorbildlich das Publikum mit den dementsprechenden Konzepten umgeht. Natürlich macht das Neugierig. Wer möchte nicht nach 11 Monaten Konzert Abstinenz das Feeling der Livemusik selbst wieder fühlen und erleben? Ein wenig Recherche ergibt: Das Roxy in Ulm bietet unter freiem Himmel im Biergarten das Kulturprogramm Sound Garten an. Bis Mitte September bietet der lokale Veranstalter Wochenend-Kulturveranstaltungen unter Einhaltung der aktuellen Corona Richtlinien an. Und das auch noch mit freiem Eintritt!

Jedoch heißt es als Konzertfotograf nicht automatisch, dass man ebenfalls einen Freifahrtschein zum Fotografieren hat. Diese Hürde wird auch schnell genommen, mit einer Anfrage über eine Social-Media-Plattform an die gewünschte Band. Das funktioniert nicht immer – aber in diesem Fall sind die fünf Stuttgarter von Antiheld sehr großzügig und erteilten den begehrten Fotopass! Große Freude herrscht!

Als Konzertfotograf:in stellt man sich vorab immer die Frage, was nehme ich an Objektiven mit. Reicht die Festbrennweite? Braucht man ein Teleobjektiv oder reicht ein Standard Zoom Objektiv? Nach kurzer Recherche steht fest, die Bühne fällt „klein“ aus, also reicht es. Termin steht. Erlaubnis erteilt. Dann kann nichts mehr im Wege stehen. Auf geht’s von der Ostalb nach Ulm. Am Roxy Sound Garten angekommen, läuft der Einlass sehr unproblematisch. Eingecheckt wird mit der Luca – App. Masken müssen getragen werden, am Sitzplatz, den man frei wählen darf, kann diese jedoch abgenommen werden. Es gibt keine Selbstbedienung – es kommen Servicekräfte an den Tisch und nehmen die Bestellung auf, um unnötige Schlangen an den Ausgabeständen zu umgehen. Das Serviceteam ist recht fix und freundlich. Die Bewirtung läuft richtig rund, die Preise sind fair und bezahlt wird am Ende des Abends beim Verlassen des Geländes. Top Organisiert. So fühlt man sich pudelwohl!

Die halbstündige Verspätung wegen einer benachbarten Konzertveranstaltung macht dem Publikum nichts aus – hier trifft man sich unter Freunden und Gleichgesinnten und freut sich riesig auf den Abend. Der Veranstalter weist freundlich und dezent auf die Corona-Regeln, jedoch auch auf die Eigenverantwortung jedes Konzertbesuchers hin.  Der Bühnenrand soll frei bleiben und jeder an seinem Platz bleiben. Das Publikum kommt dem Wunsch nach. Einige Minuten später stürmen die Stuttgarter die Bühne und eröffnen das Konzert mit dem Song „Sommer unseres Lebens“ aus ihrem aktuellen Album „Disturbia“. Die Freude der Fans in den ersten Reihen kann man sehen und spüren – endlich wieder ein Live Konzert ihrer Helden! Nach einer kleinen Panne, in der Sänger Luca das Publikum charmant unterhält, geht es entgegen der Setlist mit „Alles Gute für den Winter“ weiter – dieser Song handelt um Gretas vermeintliche Rettung der Welt. Neben vielen Songs vom aktuellen Album sind aber auch Songs wie „Berlin am Meer“ oder „Sonnenkind“ mit im Repertoire.

Beim letzten Song „Von Schmerz & Apotheken“, der viel zu früh dran ist, geben die Fans Vollgas und feiern ihre Band. Als die letzten Klänge verebbt sind und die Band die Bühne verlassen hat – gibt sich das Publikum nicht zufrieden und schreit nach einer Zugabe. Ein paar Minuten lassen die Antihelden ihr Publikum warten – bis Neuzugang Gitarrist Basti auf die Bühne kommt und die ersten Riffs erklingen. Eine halbe Minute später kommt Sänger Luca mit auf die Bühne und genießt die letzten Züge seiner schweißtreibend verdienten Pausen-Zigarette, bevor der Gesang einsetzt. Gitarrist Andre schleicht sich ebenfalls auf die Bühne und stimmt mit ein. Doch Bassist Matze und Schlagzeuger „Baby – Luki“ wollen noch nicht auf die Bühne und gesellen sich dem Publikum zu und hören ihren Bandkollegen zu. Natürlich hält dieser Zustand nicht lange an und die Band ist wieder komplett formatiert auf der Bühne. Die Jungs geben nochmal alles und das Publikum ist einfach nicht mehr zu halten. Entgegen der Regeln versammelt sich die Fangemeinde direkt vor der Bühne.  Luca bittet das Publikum, sofort die Masken aufzusetzen. Das Publikum geht dem Wunsch nach – doch kurz darauf ist Corona erneut vergessen.  Zum letzten Song will auch Luca nicht mehr und nutzt die Chance zum  Stagediving, bevor er  zurück auf die Bühne klettert und mit Bandkollegen und den tobenden Fans das tosende Ende des Abends feiert. Ein wundervoller Abschluss, der zu Hoffen gibt, daß das Leben auch vor den Konzertbühnen bald wieder zur Normalität wird.

 

Fotocredit: Mariana S. Mayer

Homepage von Antiheld

Antiheld bei Facebook

Antiheld bei Instagram

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.