Schlagwort: Blues Rock

GARY MOORE – Offizielle Biografie erscheint Mitte Mai (UPDATE)

„Gary Moore hat mit seinem leidenschaftlichen Gitarrenspiel ganze Generationen begeistert.Melodiöser Hardrock mit Thin Lizzy und Fusion mit Colosseum II in den Siebzigern, Heavy Metal in den Achtzigern und Bluesrock in den Neunzigern – Moore stand auf den Bühnen der Welt immer an vorderster Front. Musikkenner schätzten ihn, doch kaum jemand kannte ihn wirklich. Gerüchte über…

Crown

Wie viele Karrieren durch Alkohol und Drogen zum Stillstand oder Ende gekommen sind, lässt sich nur schätzen. Die von Blues-Gitarrist Eric Gales gehört in jedem Fall dazu. Zu Beginn der 90er Jahre galt er – genau wie Joe Bonamassa – als der kommende Blues-Superstar. Was aus Bonamassa geworden ist, ist hinlänglich bekannt. Gales Weg verlief…

ROSE TATTOO – Aussie-Rocker überbringen die Medizin live on stage

Sie sind sich immer treu geblieben, die Aussie Blues Hard Rocker Rose Tattoo um den unstrittenen Power-Frontmann Angry Anderson. Sie lassen niemand im Stich. So auch nicht ihre treuen Fans in Europa und holen die ausgefallenen Tourdates aus dem letzten Jahr nach. Von Mitte Juli bis Anfang August werden die Rock’n’Roll Outlaws Klassiker wie ,Remedy‘…

ERIC GALES – Neue Scheibe für das kommende Jahr angekündigt (Update: Neue Single)

Der amerikanische Bluesmusiker Eric Gales veröffentlicht nach vier Jahren Pause mit “Crown” (Mascot Label Group) im Januar sein neuestes Werk. In den 90ern schon als legitimer Nachfolger von Jimmy Hendrix gefeiert, verhinderten Drogen den ganz großen Erfolg in den Folgejahren. Der heutige mit Abstand erfolgsreichste Blues-Gitarrist Joe Bonamassa startete seine Karriere gar als Support von…

Rainbow in the Dark – Die Autobiografie

Im Mai 2010 erlag Sänger und Metal-Kultfigur Ronnie James Dio seinem Krebsleiden. Die Karriere des Italo-Amerikaners umspannte an die 50 Jahre Bühnenpräsenz und die Mitgliedschaft in genredefinierenden Bands wie Rainbow, Black Sabbath und Dio. Nun erschien posthum die zu großen Teilen noch zu seinen Lebenszeiten vom Sänger selbst verfasste und vom Musikjournalisten Mick Wall und Dios Ehefrau Wendy vervollständigte Autobiografie.
Das Buch umfasst die Lebensgeschichte von Dio von seiner Kindheit in einer Kleinstadt im Staat New York bis zum absoluten Höhepunkt seiner Karriere: Dem Auftritt mit seiner Band Dio im berühmten Madison Square Garden im Juni 1986. Damit bleiben zwar mehr als 30 Jahre in der zweiten Lebenshälfte des Musikers offen, im Vorwort deutet seine Witwe jedoch eine mögliche Fortsetzung an.

Von seinen Anfängen als Musiker (Trompetenunterricht unter den strengen Augen des italienischen Vaters) in der ersten Klasse führt Dio den Leser über die ersten Bands in Jugendtagen bis zu seiner kreativen Zusammenarbeit mit zwei der größten Gitarristen der Rockgeschichte: Mit Richie Blackmore von Deep Purple gründete er Rainbow. Mit Tony Iommi wirkte er von 1979 bis 1982 bei Black Sabbath mit, unter anderem auf dem Genre-Meilenstein „Heaven and Hell“. In den 90er Jahren und am Ende seiner Karriere war Dio nochmals für einige Jahre Sänger von Black Sabbath und spielte mit Iommi auch bei der Supergroup Heaven and Hell.

Neben amüsanten und emotionalen Anekdoten aus Kindheit und Jugend, vom jahrzehntelangen Tourleben als aufstrebender Musiker und den geschäftlichen Aspekten des Musikgeschäfts stellen die Jahre der Zusammenarbeit mit Blackmore und Iommi den interessantesten Teil des Buches dar. Offen und ehrlich erzählt Dio von den komplizierten Beziehungskonstellationen und Konflikten zwischen eigenwilligen Rock-Star-Alpha-Tieren, zu denen der Künstler selbst zweifelsohne gehörte. Die Erfahrungen, „nur als Sänger“ stets künstlerische Zugeständnisse machen zu müssen, mündete schließlich in das unbändige Verlagen, seine eigene Band zu gründen. Dio veröffentlichte sein erstes Album, den Genre-Meilenstein „Holy Diver“ mit seiner eigenen Band schließlich im Jahr 1982. Seine Entscheidung, die absolute und alleinige Kontrolle über seine Musik zu haben, stellte sich als richtig heraus. Von da an ging es steil bergauf und auch kommerziell schaffte der schmächtige Italo-Amerikaner damit den lange und hart erarbeiteten Durchbruch: In seiner Karriere verkaufte er alleine mit Dio über 20 Millionen Platten.

Die bewegte und bewegende Lebensgeschichte portätiert einen authentischen, tiefgründigen und humorvollen Künstler, der aber auch Getriebener und Perfektionist war. Mit großer Leidenschaft und unermüdlichem Ehrgeiz arbeitete und lebte Dio letzlich nur für Eines: Für seine musikalische Vision und für seine Fans.

Im Pantheon der größten und prägendsten Musiker in der Geschichte der Rockmusik und des Heavy Metal nimmt Ronald James Padavona an der Seite von anderen Größen wie John Lennon, Lemmy Kilmister oder Kurt Cobain seinen wohlverdienten Platz ein.

„Jemand erzählte mir einmal, dass Haie immer weiterschwimmen müssen, weil sie sonst sterben. Genau dieses Gefühl trieb mich an.“ (Ronnie James Dio; 1942-2010)

Heavy Shoes

Wo andere Bands sich trotz ausreichender Besetzung reichlich Gastmusiker*innen auf die Bühne oder ins Studio holen, reicht dem Bluesrock-Duo The Cold Stares eine Minimal-Besetzung. Nur mit Gitarre und Schlagzeug ausgestattet, bespielen sie jede Bühne. Auf ihrem neuen Album „Heavy Shoes“ (Mascot Label Group) zeigen sie an einem Dutzend Beispielen, wie einfach Musik sein kann.

Der titelgebende Track „Heavy Shoes“ eröffnet den Reigen. Ein wenig an die Schlichtheit des Stones-Klassikers „Satisfaction“ erinnert dabei das Riff mit seinen wenigen Tönen, welches den Song maßgeblich trägt. Blutrünstig, aber in der Kernaussage friedfertig, ist die Nummer „40 Dead Men“. Sänger Chris Tapp singt zwar von „Forty Men Dead, Shot In The Head“, stellt aber am Ende der Nummer klar: „Well, I Laid Down My Rifle, And I Laid Down My Sword, And I Ain’t Gonna Fight Your War, Not Anymore“.

„In The Night Time“ ist ein wenig ruhiger, aber weit entfernt davon, eine Ballade zu sein. Man darf nach diesem Lied vermuten, dass die ein oder andere Platte von ZZ TOP im Schrank der beiden Musiker steht.

Einen klassischen Zwölftakter, wenn auch etwas härter gespielt, gibt es beim „Prosecution Blues“. Im Anschluss geht es bei „It´s A Game“ ein wenig funky zu. Ein längeres Schlagzeug-Intro eröffnet „You Wanted Love“, bevor wie üblich die Gitarre die Führung übernimmt.

Musikalisch und textlich in die Wüste oder einen Tarantino-Film träumt man sich unmittelbar beim Schluss-Titel „Dust In The Wind“. Ein wenig verloren und depressiv endet die Scheibe mit den Worten „They Took My Pride, Well, After They Stole My Land, They Left Me With Dust In My Hands“ nach knapp 40 Minuten.

Die Herren Tapp und Mullins spielen ihre kräftige Version des Blues-Rock sehr versiert und verzichten auf jegliche Schnörkeleien, ausgedehnte Soli oder andere Spielereien. Fast immer ist ein treibendes Riff Markenzeichen der Titel. Kaum ein Track geht über das Limit von dreieinhalb Minuten hinaus.

Auch wenn weniger manchmal mehr ist, wäre hier am Ende doch ein bisschen Abwechslung wünschenswert gewesen – vielleicht eine Ballade oder ergänzende Instrumente. Fans von Graveyard, den Rivals Sons oder Temperance Movement kommen hier dennoch voll auf ihre Kosten und sollten einmal reinhören.

 

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THE COLD STARES – Bluesrock-Duo mit neuem Album

Die amerikanischen Bluesrocker The Cold Stares veröffentlichen mit „Heavy Shoes“ (Mascot Records) im August ein neues Album. Insgesamt ein Dutzend Songs haben Chris Tapp und Brian Mullins im legendären Studio von Sam Phillips in Memphis eingespielt. Mit „Prosecution Blues“ bringt das Duo nun einen weiteren Vorboten heraus. „Heavy Shoes“ erscheint am 13.08.2021 auf Vinyl, CD…

Silver Flames

Was haben Friedrich Merz und AC/DC gemeinsam? In ihrer jeweiligen Branche stehen die altgedienten Alphatiere für ein dauerhaftes, beinahe krampfhaftes Festhalten an konservativen Werten. In der Politik gibt es u.a. mit Philipp Amthor jüngere Nachfolger, die in der Tradition bleiben, in der Musik halten die Flaming Sideburns mit „Silver Flames“ (Svart Records) die Linie der etwas härteren Gangart hoch. Die im Detroit Rock verorteten Skandinavier gibt es mit Pausen zwar schon seit 1995, sie haben seit 14 Jahren allerdings nicht Neues von sich hören lassen.

Ein knackiges Riff eröffnet das titelgebende „Silver Flame“ und gibt die Richtung für die folgenden 42 Minuten vor. In „A Song For Robert“ gedenkt die Truppe ihres 2017 viel zu früh verstorbenen Landsmanns und Kollegen Robert Dahlqvist (u.a. The Hellacopters) und fordert in seinem Andenken „Be Loud Tonight“.

Bei „Cast Out My Demons“ steht das Schlagzeug deutlich im Vordergrund und gibt im wörtlichen Sinne in den Strophen den Takt an, die Gitarren übernehmen lediglich im Chorus die musikalische Führung.

„Neverending“ ist das einzige Stück, das zumindest in Ansätzen in Richtung einer Ballade geht, ansonsten geben die Rockgitarren klar den Ton an, wie es in den abschließenden beiden Titeln „Nibiru“ und „Trance-Noché“ noch einmal deutlich wird.

Bei jedem der zwölf Songs werden die Hörenden kurzzeitige Assoziationen mit bekannten Rockklassikern erleben. Dennoch schaffen es die Männer um Frontmann Eduardo Martinez, aus jeder dieser musikalischen Anlehnungen etwas ganz Eigenes zu schaffen. Freunde von AC/DC, Kiss, Alice Cooper oder den jüngeren White Stripes können die Lieder von „Silver Flames“ bedenkenlos in ihre Playlists einfügen oder – um im Konservatismus zu bleiben – mit den gerade genannten Künstlern in ihren CD-Wechsler packen.

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Photocredit: Aki Roukala

How Blue Can You Get

Im Februar jährte sich der Todestag von Blues-Gitarrist Gary Moore zum zehnten Mal. Der Nordire wurde nur 58 Jahre alt, hinterließ aber ein umfangreiches Oeuvre. Vor einem Jahr erschien eine Live-CD einer der letzten Auftritte des Maestro, nun erscheint bei Provogue ein weiteres posthumes Album. Dieses Mal handelt es sich um bisher unveröffentlichte Aufnahmen aus dem Archiv des verstorbenen Musikers, größtenteils Cover-Versionen von Stücken anderer bekannter Blues-Musiker wie Freddie King, Memphis Slim oder Elmore James. Die 7-minütige Version von B.B. Kings 1964er ‚How Blue Can You Get‘ gab der Veröffentlichung ihren Namen.

Den Auftakt macht „Tore Down“ von Freddie King, einem Live-Favoriten von Gary Moore, hier in einer mitreißend-rockigen Version, die neben den faszinierenden Gitarrenklängen auch eine groovy Hammond-Orgel präsentiert. Ebenfalls mit viel Blues-Rock-Power geht Memphis Slims „Steppin Out“ einher, wenn auch nur halb so lang wie der Opener. Daß der Meister auch Ballade kann, hat er schon vielfach bewiesen. Hier nun das wohl letzte Mal mit „In My Dreams“, das mit dem gleichen außergewöhnliche Feeling wie seine Hits „Parisienne Walkways“ oder „The Messiah Will Come Again“ besticht. Hier tönen die gleichen, gefühlvoll-klagenden Gitarren-Soli mit ihrem warmen Ton, die ein Markenzeichen des Ausnahmemusikers waren.

Der Titeltrack hält sich beim Tempo noch mehr zurück, aber nicht bei den beeindruckenden Spielereien auf dem Griffbrett seiner Gibson. Zudem zeigt Moore einmal mehr, daß er auch ein begnadet-gefühlvoller Sänger war. „Looking At Your Picture“ fällt sowohl vom Sound als auch Gesang aus dem Rahmen der übrigen Balladen und Blues-Rocker, „Done Something Wrong“ mit seinen groovigen Shuffle-Drums ebenfalls. Weniger interessant sind die beiden Stücke keinesfalls. „Living With The Blues“ zeigt einmal mehr meisterhafte Gitarre und Gesang vereint mit einer erdigen Orgel.

So vielseitig wie seine Bewunderer unter Fans und Musikern gleichermaßen ist auch die Zusammenstellung der Songs auf diesem Album geraten. So gesehen stellt die Platte beeindruckend das Können von Moore zwischen Power und Gefühl dar. Wer Gitarrenmusik liebt, sollte sich „How Blue Can You Get“ anschaffen. Er wird viel Freude mit den acht Songs haben.

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