THE PIGHOUNDS – Phat Pig Phace

Der Grunge kam ja ursprünglich aus Seattle, USA, jetzt ist er – nicht tot, sondern quicklebendig und wild strampelnd – nach Dortmund, Germany umgezogen. Von dort kommt das „Phat Pig Phace“ (Noisolution), das fette Schweinegesicht aus dem Stall der Pighounds.

Zwei Mann auf einer Mission: die Pighounds haben nur Gitarre, Gesang und Schlagzeug im Gepäck, aber wer schon die Debüt-EP oder den letztjährigen ersten Longplayer „Hilleboom“ gehört hat, weiß Bescheid. Das klingt nicht nach einem Duo, das klingt nach extrem breiten Gitarrenwänden, nach knackigen Drums, also nach „richtiger“ Band. Musikalisch verorten sich die beiden „Schweinehunde“ Peter Bering und Alessandro „Sandro“ de Luca irgendwo zwischen Grunge und Stoner Rock mit Einflüssen des Blues. Das hört sich ähnlich wie auf „Hilleboom“ an (einer der Songs auf „Phat Pig Phace“ heißt sogar ‚Hilleboom Close‘), hat aber doch noch mehr Anspruch, mehr Drive und ist eine nicht zu überhörende Weiterentwicklung. Man merkt hier einfach, mit wieviel Spaß und Energie die beiden Macher an das Werk herangegangen sind.

Alternative Rock vom Feinsten, ob die Vorbilder nun The White Stripes oder The Black Keys heißen, ob man ein wenig Alice In Chains, Helmet oder Frank Carter heraushören mag, Songs wie ‚Green Lobster Inc.‘ bleiben einfach hängen und sorgen dafür, dass die beiden Dortmunder Schweinehunde vielleicht bald schon in einem Atemzug mit den genannten Bands erwähnt werden. Sie hätten es verdient, denn hier hört man mit jeder Note die rohe Energie, die Lust am Musizieren, spürt das Herzblut aus den Boxen und über die Becken perlen, rote Rinnsale der treibenden, musikalischen Lust.

Das geht schon gleich am Anfang so los mit dem ‚Fish Song‘, und immer wieder fällt der breite, aggressive Sound auf, bei dem man sich fragt, wie nur zwei Mann das eigentlich hinbekommen. Einen Bass vermisst hier wohl niemand, zumal die Gitarre oft oktaviert wird. Was man aber definitiv tun sollte: „Phat Pig Phace“ hören. Und nicht nur das. Laut gehört sich das gehört! Phat eben.

Punk Attitüden, etwas Metal, aber eben alles auf eine ganz spezielle Art und Weise präsentiert, leicht rotzig, enorm breit,  schweinisch und einfach nur mitreissend. „Phat Pig Phace“ hat das Zeug zum Klassiker!

Schulnote: 1

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Michael

Michael kam über die Konzertfotografie zu Whiskey-Soda und verbindet das Bildermachen gerne mit Konzertberichten und CD-Rezensionen. Als Chefredakteur für den Bereich Bluesrock mag er aber auch viele aus dem Blues entsprungene Genres wie diverse Metal-Spielarten. Daneben landen gerne Progressive- und Classic Rock und Americana auf seinem Drehteller, bevorzugt auf klassischem Vinyl. Wenn dann noch Zeit bleibt, findet ihr Michael bevorzugt im (Heim)Kino oder natürlich irgendwo da draußen zum Fotografieren. 

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