Schlagwort: Southern Rock

Zero And Below

Waren die ersten beiden Alben „Obedience thru Suffering“ und der selbstbetitelte Nachfolder in der ersten Hälfte der 90er Jahre noch eine Offenbarung, haben sie doch mit der strengen Lehre des Heavy Metals gebrochen. Crowbar ließen Gitarrensolos weg, verbanden Stakkato-Riffs mit einem schwerfälligen Beat und bedienten sich beim Southern Rock und Hardcore. Emotional, wütend und persönlich…

THE GEORGIA THUNDERBOLTS – Erster Vorgeschmack auf Debüt-Album erscheint

Die amerikanische Rockband The Georgia Thunderbolts haben mit „Take It Slow“ (Mascot Label Group) eine erste Vorab-Single veröffentlicht. Der Song ist Vorbote aus ihrem noch unbetitelten Debüt-Album, das im Laufe des Jahres erscheinen soll. Die Truppe rund um Frontmann TJ Lyle ist im Südstaaten-Rock zu Hause und sieht sich selbst in der Tradition von Bands…

Wolffpack

Jeder Musikfan weiß: Eine gute Rockband braucht mindestens Gitarre, Schlagzeug und Bass. Spätestens seit den Doors wissen wir aber auch, dass der Bass durch eine gut eingesetzte Orgel ersetzt werden kann. Und an genau dieses musikalische Basisrezept halten sich die Männer von DeWolff wie gewohnt auch auf ihrem neuen, mittlerweile neunten Werk „Wolffpack“ (Mascot Label Group). So schnell sollte eigentlich kein Nachfolger für „Tascam Tapes“ (2020) erscheinen, doch Corona machts möglich. In der ungeplant freien Zeit schrieben und produzierten die Niederländer knapp 20 Titel, aus denen sie die zehn besten auswählten.

Das Album startet mit düsteren Orgelklängen, bevor sich „Yes You Do“ als klassischer Rocker auf den Weg macht. „Do Me“ ist eine ruhige und elegische Ballade. Sie basiert auf einem Song des französischen Rockmusikers Theo Lawrence, der hier auch gesangliche Unterstützung leistet. Bei „Sweet Loretta“ bekommen DeWolff Besuch von ihren Landsmännern, den Dawn Brothers. Gemeinsam erzählen sie die Geschichte einer lesbischen Liebesbeziehung. Das Problem dabei: Loretta erhält ihr reiches Erbe nur bei einer heterosexuellen Ehe. In vier Minuten entwickeln die Musiker eine Geschichte über Geld, Liebe und eine Scheinehe. Die Bee Gees scheinen bei der Disconummer „Half of Your Love“ sowohl musikalisch als auch gesanglich durch. Das Ende der Quarantäne wird in „Roll Up the Rise“ besungen.  Hier gibt es erneute Unterstützung. Dieses Mal bereichern The Grand East den Sound. Die tragische Story über eine Sklavenflucht mit dem „Hope Train“ beendet das Album. Der Beginn erinnert an den frühen Bob Dylan, bevor der Track zu einem wilden Rocker mit ausgiebigem Orgelsolo ausufert. Die Anfangssequenz wurde bewusst rudimentär mit einem Kassettenrekorder aufgenommen und soll eine Reminiszenz an uralte Bluesaufnahmen sein.

Nach knapp 50 Minuten Spielzeit kann man erahnen, welche Künstler die Mitglieder von DeWolff beeinflusst haben. Mit Sicherheit hatten die Doors und Led Zeppelin, sowie viele andere Bands dieser Ära, die musikalische Patenschaft der drei Herren. „Wolffpack“ ist ein klassisches Rockalbum im Old-School-Sound. Freunde der Klänge der 60´er und 70´er Jahre oder aktueller Gruppen wie Graveyard sollten sich dieses Werk unbedingt anhören. Sicher, man könnte der Band eine zu große Ähnlichkeit zu den Originalen vorwerfen. Andererseits gilt auch in der Musik: Besser gut geklaut als schlecht selbst gemacht.

 

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DEWOLFF – Neues Album „Wolffpack” im Februar

Die Niederländer von DeWolff haben wie viele andere Bands die unfreiwillige Corona-Auszeit genutzt, um an neuen Songs zu arbeiten. Nachdem sie den Vorgänger „Tascam Tapes“ nur wenig betouren konnten, legt die Truppe mit „Wolffpack” (Mascot Records) am 05.02.2021 das Nachfolgewerk vor. Bei der Produktion haben sich DeWolff verschiedener moderner Online-Techniken und Verbreitungsformen bedient. So konnten…

Royal Tea

Joe Bonamassa lädt ein zum Tee. „Royal Tea“ (Mascot Label Group) heißt das neue Album des derzeit nicht nur erfolgreichsten, sondern auch fleißigsten Bluesrockers. Bonamassa liefert einen steten Output an Live- und Studioalben, und so durfte man sich fragen, ob das neue Werk wohl Abnutzungserscheinungen zeigen würde. Gleich vorweg: Genau das Gegenteil ist der Fall.

Joe Bonamassa erfindet sich und den Bluesrock mit „Royal Tea“ mal eben grundlegend komplett neu. Das wird schon im Opener ‚When One Door Opens‘ deutlich, der mit einem orchestralen Intro beginnt, das nicht nur hervorragend arrangiert ist, sondern auch gleich mal zeigt, dass gitarrenlastiger Blues auch mit symphonischen Blechbläsern und Streichern funktioniert. Im weiteren Verlauf des über sieben Minuten langen Songs überrascht der amerikanische Gitarrist und Sänger mit ungewöhnlich harten Riffs, abwechslungsreichen Breaks und fast schon progressiven Songstrukturen.

Bonamassa verbeugt sich wieder einmal vor seinen Vorbildern, seien diese nun Eric Clapton oder Gary Moore, und diese Liebe zu Genrelegenden treibt ihn zu neuen Höhenflügen an. Der Titelsong überzeugt mit lässigem Groove und starken weiblichen Backing-Vocals.  Das in den Londoner Abbey Road Studios entstandene Album hört und fühlt sich erfrischend anders an und zeigt deutlich, wie kreativ Joe Bonamassa zu Werk geht. Dabei bleibt der klassische Bluesrock trotz aller neuen kreativen Inputs nicht auf der Strecke. ‚Why Does It Take So Long To Say Goodbye‘ ist eine starke Powerballade mit gänsehauterzeugenden Gitarrensoli, und das typische britische Bluesfeeling kommt schnell auf. ‚Lookout Man‘ erinnert an Eric Clapton und seine Zeiten mit Cream. 

Der Bluesmeister überrascht auf „Royal Tea“ mit vielen gelungenen Experimenten in einer aufregenden Neuausrichtung. ‚Lonely Boy‘ ist zum Beispiel klassischer, gitarrengetriebener Rock’n’Roll, und der letzte Track ‚Savannah‘ gehört eher in den stylischen Southern Rock als in den schmutzigen Blues. Dazwischen verstecken sich vielschichtige Juwelen wie ‚Beyond The Silence‘ oder die starke Nummer ‚A Conversation With Alice‘, die ein paar Anläufe benötigt, um richtig zu zünden, aber wenn sie es dann tut, dem Hörer nicht mehr aus dem Kopf will. Das ist eine Teestunden, die klein Bluesrocker verpassen darf, gemütlich, heiß, mit vielen Geschmacksrichtungen. Wohl bekommt’s!

THE GEORGIA THUNDERBOLTS – Debut-EP und Video-Premiere

The Georgia Thunderbolts stammen aus Rome, GA, am Fuße der Appalachen. Ihr Stil ist durchdrungen von Southern Rock und Blues Rock. Auf ihrer selbstbetitelten Debüt-EP beschwört das Quintett – TJ Lyle (Vocals, Harp, Piano), Riley Couzzourt (Gitarre), Logan Tolbert (Gitarre), Zach Everett (Bass, Vocals, Keyboard) und Bristol Perry (Schlagzeug) – einen bewährten Geist mit frischem…

Bless Your Heart


Bluesrock und Americana mit kräftigem Südstaaten-Einschlag liefert „Bless Your Heart“ (BMG) der Allman Betts Band. Devon Allman und Duane Betts sind die Söhne der berühmten Gründungsmitglieder der Allman Brothers Band, einer der Legenden des amerikanischen Southern Rocks, die nachhaltig das gesamte Genre beeinflusst haben. Nach dem hervorragenden Debüt „Down To The River“ geht es jetzt also mit der Allman Betts Band und „Bless Your Heart“ weiter.

Auf „Bless Your Heart“ gehen die Southern-Rocker auffallend experimentierfreudiger zu Werk als noch auf dem Vorgänger. Neben dem allgegegenwärtigen Southern-Rock sind Einflüsse von Soul und Blues, ja sogar Jazz unüberhörbar. Der Opener ‚Pale Horse Rider‘ besticht durch das Wechsel- und Zusammenspiel der beiden Gitarren, die schnell einen funkigen Groove entwickeln und den Hörer mitten in die staubige Wüste versetzen, wie übrigens das gesamte Album immer wieder Bilder vor dem inneren Auge erscheinen lässt. Stimmungen warden hier ganz groß geschrieben, die oft durch Gitarrenslides und erdige Blueslicks heraufbeschworen werden. Mal driften die Songs ab in den Countryrock wie  ‚Carolina Song‘ oder das großartige ‚Much Obliged‘, bei dem Devon Allmans Vocals ein wenig an Johnny Cash erinnern. Bassist und Sänger Berry Duane Oakleys gibt auf ‚The Doctor’s Daughter‘ sein Gesangsdebüt.

Für Abwechslung sorgen auch die musikalischen Gäste, sie steuern Saxophone und die genretypischen Orgeln bei. Die Riffs sind mal schwer und bluesgetränkt, galoppieren dann wieder unbeschwert wie ein Pferd über die Prärie, um bei den Stimmungen und Bildern zu bleiben. Der vorab schon veröffentlichte Song ‚Magnolia Road‘ mit seinen Slidegitarren ist ein weiteres Highlight des mit 13, teils ausufernden Songs ungewöhnlich langen Albums. Die zwölfminüte Instrumentalnummer ‚Savannah’s Dream‘ wird trotz ihrer Länge keine Sekunde langweilig. Blues und Jazz treffen hier aufeinander und werden mit hoher Spielfreude dargeboten, wie ingesamt das instrumentale Können der Band auf höchstem Level liegt.

Eigentlich braucht man in diesem Genre die Allman Betts Band niemandem mehr vorzustellen, denn alleine das Vermächtnis der legendären Allman Brothers reicht aus, um jeden Southern-Rocker aus der Reserve zu locken. Und dennoch stehen die Jungs keineswegs im Schatten ihrer berühmten Väter. Mit „Bless Your Heart“ zeigen sie erneut, dass Sie ihr eigenes Ding durchziehen und damit goldrichtig liegen. „Bless Your Heart“ ist eines der besten Bluesrock-Alben des Jahres.

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Last Light on the Highway

Das wunderbare, kalifornische Southern-Rock-Quintett Robert Jon and the Wreck besteht erst seit sieben Jahren, in denen wir bereits mehrmals über sie berichtet haben. In dieser kurzen Zeit haben die fünf Jungs geackert und geschuftet: Newcomer-Auszeichnungen, erfolgreiche nationale und internationale Touren mit Namen wie Keith Urban oder Billy Sheehan und sage und schreibe vier Studioalben. Die Jungs sind heiß!

Ab Mitte Mai hätte die musikalische Verkörperung Amerikas erneut auf einer großen Europa-Tour mit einem neuen Album antreten sollen. Doch wie wir alle wissen, ein gewisses Virus machte ab dem Frühjahr alle Live-Musik-Veranstaltungen zunichte. Sehr schade, doch das neue Album „Last Light on the Highway“ ist ein gewisser Trost. Und das gerade Mal ein Jahr nach dem Vorgänger „Take Me Higher“!

Ein neues Rezept hat der Trupp um Frontmann Robert Jon Burrison nicht auf Lager. Aber das erwartet auch kein Mensch. Die Mischung macht’s. Und bei der ist wieder alles dabei, was der Americana-Fan liebt. Schon das Album-Cover nimmt einen mit an einen einsamen Highway irgendwo im Mittleren Westen der USA. Los geht’s der Roadtrip allerdings nicht in Kalifornien, sondern an der Ostküste. Die mehrstimmig vorgetragene Southern-Rock-Ballade „Oh Miss Carolina“ hat eine charmante Steel-Guitar und ein wunderbares Piano – und natürlich einen Refrain, den man in kürzester Zeit mitsingen kann. „Work It Out“ ist Country in Reinform, „Can’t Stand It“ eine launige Mischung aus Folk und Gospel. Und natürlich haben es die fünf Herren satt, „on the road“ ganz alleine im Hotelzimmer zu trinken, wie sie in „Tired of Drinking Alone“ sehr überzeugend aber kein bißchen melancholisch besingen.

In „This Time Around“ groovt eine Hammond-Orgel rauchig im Duett mit einer einsamen Country-Gitarre. Nach dem zweiteiligen Titeltrack verabschieden sich die fünf Southerner mit dem explosiven „Don’t Let Me Go“, das einfach alles hat, was ein toller Song braucht: Knarrig-verzerrte Gitarren, souligen Background-Gesang und eine Melodie, um sich auf direktem Weg nach Kalifornien zu träumen.

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Poison Stuff

Auch wenn das Southern-Rock-Territorium doch von wenigen Ausnahmen abgesehen in US-amerikanischer Hand ist, gibt es immer wieder mal Genrebands aus anderen Ländern, die den Fan aufhorchen lassen. So zum Beispiel das Quartett Black River Sons aus dem französischen Lille, das mit „Poison Stuff“ (Music Records) drei Jahre nach der EP „Run Like Hell“ seinen ersten richtigen Longplayer vorlegt.

Und der macht durchaus Spaß, ohne das Genre neu zu erfinden. Mit viel Drive und Tempo preschen die Franzosen vor, haben dabei durchaus auch Ohrwürmer im Gepäck wie zum Beispiel ihr ‚Born Again‘. Zwei groovende Gitarren, Bass, Schlagzeug. Ohne viel Firlefanz geht es auf die Straße, um den Beweis anzutreten, dass uramerikanischer Southern-Rock auch aus Europa stammen kann. Wobei dieser Rock gar nicht so ganz amerikanisch ist, denn immer wieder glaubt man, sich gleichzeitig auch in Australien zu befinden. Die Black River Sons wissen, wie man gute Songs schreibt und liefern ehrliche Vocals, die hin und wieder an Steve Marriott von Humble Pie erinnern, griffige Riffs und mit Herzblut und Whiskey vorgetragene Soli.

Auch wenn der Vergleich im Genre inzwischen abgedroschen ist, kommen wir nicht darum herum, den Namen Lynyrd Skynyrd in den Raum zu stellen. Und die Franzosen hinterlassen auch im direkten Vergleich einen guten Eindruck. Wer von ‚Free Bird‘ immer noch nicht genug hat, wird auch mit „Poison Stuff“ sehr glücklich. Und eine Prise Gov’t Mule gibt’s noch obendrein dazu. Was will man also mehr? Wer noch einen Geheimtipp im Southern-Rock braucht, sollte unbedingt mal probehören oder das Album gleich mal bestellen. Es lohnt sich.

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Black River Sons Albumimport via Just For Kicks Music

ALLMAN BETTS BAND – Neues Album Ende August

Es ist ein gutes Jahr her, dass die Allman Betts Band ihr Debüt „Down To The River“ veröffentlicht hat. Nun steht der Nachfolger „Bless Your Heart“ in den Startlöchern, der am 28. August 2020 veröffentlicht werden wird. Der neue Longplayer erscheint gleich als Doppelalbum, das Gastauftritte von Jimmy Hall, Shannon McNally, Art Edmaiston, Susan Marschall…