Schlagwort: Americana

Come Morning

Im kanadischen Winnipeg haben sich 2013 die Brüder Joey und David Landreth unter dem zugegebenermaßen nur begrenzt originellen Namen „The Bros. Landreth“ gemeinsam als Duo auf den Weg gemacht. Gleich ihr Debüt wurde 2015 prompt mit dem Juno-Award in der Kategorie „Roots & Traditional Album Of The Year“ ausgezeichnet. Da die letzten beiden Jahre pandemiebedingt…

BRIAN FALLON – Endlich auf Europa-Tour

Es ist so weit: Brian Fallon macht sich auf den Weg über den großen Teich, um seine Tour-Termine in Europa nachzuholen. Sieben seiner Shows spielt er in Deutschland. Im Gepäck: Sein nach wie vor aktuelles Album „Local Honey“, das bereits im März 2020 veröffentlicht wurde, sowie seine Tour-Band The Howling Weather. Als Support sind Chris…

THE STATESBORO REVUE – Country-Rocker suchen Unterstützer für neues Album

Die wunderbaren, texanischen Country-Rocker Stewart Mann & The Statesboro Revue wenden sich mit einer Crowdfunding-Kampagne zur Produktion eines neuen Album an ihre Fangemeinde. Das letzte Album „The Jukehouse Revival“ ist sechs Jahre her. Im Indiegogo-Kampagnen-Video erklärt Stewart Mann den Grund für das lange Schweigen. Nach einem schweren Autounfall des Bandgründers folgte direkt die Pandemie –…

VANDERLINDE – Vorbote zum siebten Album veröffentlicht

Die Niederländer Vanderlinde rund um Frontmann, Songschreiber und Namensgeber Arjan van der Linde veröffentlichen mit „Muy Rico“ eine erste Single aus ihrem siebten Album. Die neuen Songs wurden wie gewohnt von dem Sänger und seinen vier Mitstreitern eingespielt. Musikalisch verortet sich die Combo im Americana-Sound. Oft werden sie mit den Eagles und Crosby, Stills, Nash…

Topaz

Israel Nash ist ein Meister der psychedelischen Schwermut. Gut, daß dieses Album im Frühjahr erscheint, wo zumindest die Sonne und sprießende Pflanzen ein wenig Hoffnung verbreitet. Denn Melancholie ist nach wie vor eines der Markenzeichen von Nash, dessen neuestes Album „Topaz“ (Loose Music) jüngst erschienen ist. Dennoch beschreitet der Meister neue Wege:

„“Topaz“ ist technisch gesehen wirklich das erste Album, an dem ich so viel allein gearbeitet habe, und es war nicht nur eine einzige Session, bei der wir uns diverse Freunde und Gastmusiker dazu geholt haben“, sagt Nash. „Diese Platte entstand im Laufe eines Jahres, zwischen den Tourneen, als ich nur für mich allein sein wollte.“

Die zweite offensichtliche Innovation ist der deutliche Ausbau der Streicher und vor allem Bläser. Los geht’s aber mit einer klagenden Steel-Guitar und einem minimalistischen Schlagzeug-Beat in „Driving Lines“. Zärtlich säuselt der bärtige Pastorensohn Nash zur Mundharmonika in „Closer“ über die fehlende Nähe zu seiner Angebeteten. Und dann sind sie da, die Bläser. Eine ganze Sektion zum Auftakt zu „Down In the Country“, akzentuiert von einem Bass-Saxophon. In „Stay“ spielt letzteres nur eine Nebenrolle unter etlichen weiteren Blechbläsern, der Song hat Soul, einen wunderbaren Refrain und ein verträumtes Gitarren-Solo.

Auch in „Indiana“ und „Howling Wind“ verbindet der Singer-Songwriter seinen ohnehin eigenständigen Stil sehr prominent mit Blasinstrumenten. Die Gitarren sind für alle Saiten-Enthusiasten dennoch auch da, auch Orgeln und immer wieder der klagende Gesang. „Topaz“ ist pychedelisch anmutender Bläser-Soul-Folk. Da hat Mr. Nash sich tatsächlich ein wenig neu erfunden.

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Straight To You: Live

Im Mai 2019 veröffentlichte der amerikanische Bluesrock-Superstar Kenny Wayne Shepherd sein neuntes Studio Album „The Traveler“. Fünf Grammy-Nominierungen, etliche Platin-Alben und Tourneen mit allem, was im Genre Rang und Namen hat, hat der 43-jährige Schwiegersohn von Schauspieler Mel Gibson in seinem Lebenslauf stehen. Ende November 2019 war der bekennende Verehrer von Stevie Ray Vaughan (dem er mit Hut und Pferdeschwanz hier sehr ähnlich sieht) mit seiner Band auf Deutschland-Tour, die im Frühjahr 2020 wegen der Corona-Pandemie unterbrochen wurde. Die Show während der Leverkusener Jazztage wurde vom WDR Rockpalast aufgezeichnet und nun von Provogue Records als 2er LP, CD + DVD, CD + Blu-ray und natürlich digital veröffentlicht.

Eineinhalb Stunden dauerte der großartige Auftritt, bei dem Shepherd von einer sechsköpfigen Band begleitet wurde. Der gehören neben Sänger/Gitarrist Noah Hunt, Hammond-Organist Joe Krown und Steveie-Ray-Vaughan-Drummer Chris Layton auch zwei Bläser an, die für zusätzliches, spritziges Blues-Ambiente sorgen. Mit vier Songs vom aktuellen Album beginnt der Auftritt, Shepherd lässt Hunt bei „Woman Like You“ und „TMr. Soul“ den Vortritt am Mikrofon und steigt erst ab „Long Time Running“ ebenfalls in den Gesang ein.

Früh hinterlässt Shepherd mit seinen Solisten ein fettes Ausrufezeichen, der sich im Applaus des Publikums widerspiegelt. Beides wird sich im Laufe des Albums noch steigern. Beispielsweise mit dem ohrwurmigen „Diamonds & Gold“ oder dem Blues-Traditional „Talk To Me Baby“ von Elmore James, bei dem die Band wahrlich beeindruckend alle Register an Trompete, Saxophon, Orgel und Gitarre zieht. Auch die ruhigeren Stücke kommen nicht zu kurz, wie die großartig-faszinierende 2011er-Ballade „The Heat Of The Sun“, auf elf Minuten ausgedehnt.

„Keine seiner Shows wäre komplett, ohne den Megahit „Blue on Black“, aus dem zweiten Album der Band. Der Song schaffte es unglaubliche 42 Wochen in den US Billboard Charts zu verbringen und wurde zum Rock Track des Jahres gekürt. 2019 wurde der Song gemeinsam mit Kenny Wayne Shepherd und Brian May von der Band Five Finger Death Punch neu aufgelegt und erneut zum Nummer-1-Hit.“

„Ich spiele diesen Song seit mehr als 20 Jahren und es macht mir immer noch Spaß. Als Songwriter hoffst Du darauf so einen Song zu schreiben“, sagt der Gitarrist aus Louisiana. „Ich glaube es ist sehr selten, zweimal mit demselben Hit auf Platz 1 zu landen. Darauf bin ich sehr stolz.“

Den Abschluss bildet eine wunderbare Cover-Version von Jimi Hendrix „Voodoo Child“. Ein mehr als würdiger Schlusspunkt eines denkwürdigen Live-Happenings. 2020 war an Live-Momenten arm, wer seinen Live-Blues vermisst, findet mit „Straight To You: Live“ eine potenten Trost.

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KENNY WAYNE SHEPHERD – Live-Album Ende November

Der amerikanische Bluesrock-Superstar Kenny Wayne Shepherd veröffentlicht am 27. November ein neues Live-Album mit dem Titel „Straight To You: Live“. Die Nachfrage gibt es schon sehr lange”, erklärt Shepherd. “Seit Jahrzehnten bitten uns die Leute eine Live Konzert Aufnahme zu machen, aber wir haben uns in all den Jahren sehr auf die Arbeit im Studio…

ANTHONY GOMES – Bluesrock-Großmeister mit neuem Album

Der kanadische Bluesrock-Virtuose Anthony Gomes liefert seit Jahren geniale Gitarrenrock-Alben ab. Neben Auszeichnungen von so jedem ehrbaren Blues-Magazin des Planeten sammelt der Mann mit dem Hut auch neue Fans – denn immer noch ist er viel zu wenig bekannt. Umso erfreulicher, daß der Meister seit seinem letzten, formidablen Werk „Peace, Love & Loud Guitars“ nur…

Bless Your Heart


Bluesrock und Americana mit kräftigem Südstaaten-Einschlag liefert „Bless Your Heart“ (BMG) der Allman Betts Band. Devon Allman und Duane Betts sind die Söhne der berühmten Gründungsmitglieder der Allman Brothers Band, einer der Legenden des amerikanischen Southern Rocks, die nachhaltig das gesamte Genre beeinflusst haben. Nach dem hervorragenden Debüt „Down To The River“ geht es jetzt also mit der Allman Betts Band und „Bless Your Heart“ weiter.

Auf „Bless Your Heart“ gehen die Southern-Rocker auffallend experimentierfreudiger zu Werk als noch auf dem Vorgänger. Neben dem allgegegenwärtigen Southern-Rock sind Einflüsse von Soul und Blues, ja sogar Jazz unüberhörbar. Der Opener ‚Pale Horse Rider‘ besticht durch das Wechsel- und Zusammenspiel der beiden Gitarren, die schnell einen funkigen Groove entwickeln und den Hörer mitten in die staubige Wüste versetzen, wie übrigens das gesamte Album immer wieder Bilder vor dem inneren Auge erscheinen lässt. Stimmungen warden hier ganz groß geschrieben, die oft durch Gitarrenslides und erdige Blueslicks heraufbeschworen werden. Mal driften die Songs ab in den Countryrock wie  ‚Carolina Song‘ oder das großartige ‚Much Obliged‘, bei dem Devon Allmans Vocals ein wenig an Johnny Cash erinnern. Bassist und Sänger Berry Duane Oakleys gibt auf ‚The Doctor’s Daughter‘ sein Gesangsdebüt.

Für Abwechslung sorgen auch die musikalischen Gäste, sie steuern Saxophone und die genretypischen Orgeln bei. Die Riffs sind mal schwer und bluesgetränkt, galoppieren dann wieder unbeschwert wie ein Pferd über die Prärie, um bei den Stimmungen und Bildern zu bleiben. Der vorab schon veröffentlichte Song ‚Magnolia Road‘ mit seinen Slidegitarren ist ein weiteres Highlight des mit 13, teils ausufernden Songs ungewöhnlich langen Albums. Die zwölfminüte Instrumentalnummer ‚Savannah’s Dream‘ wird trotz ihrer Länge keine Sekunde langweilig. Blues und Jazz treffen hier aufeinander und werden mit hoher Spielfreude dargeboten, wie ingesamt das instrumentale Können der Band auf höchstem Level liegt.

Eigentlich braucht man in diesem Genre die Allman Betts Band niemandem mehr vorzustellen, denn alleine das Vermächtnis der legendären Allman Brothers reicht aus, um jeden Southern-Rocker aus der Reserve zu locken. Und dennoch stehen die Jungs keineswegs im Schatten ihrer berühmten Väter. Mit „Bless Your Heart“ zeigen sie erneut, dass Sie ihr eigenes Ding durchziehen und damit goldrichtig liegen. „Bless Your Heart“ ist eines der besten Bluesrock-Alben des Jahres.

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