dieChris

Punk. Indie. Garage. Britpop. SingerSongwriter. Dancehall. Reggae. Weltmusik. First Love: Bon Jovi, Backstreet Boys. Everlasting Love: Beatsteaks, Brian Fallon. Guilty Pleasures: Katy Perry, Scooter, Avicii. Moshpit-Queen. Serienjunkie. Filmnerd. Crazy Cat Lady.

BRIAN FALLON – „Let’s do friday-stuff!“

2. Mai 2020. Das wäre das Datum gewesen, an dem dieses Konzert ursprünglich hätte stattfinden sollen. Diverse Lockdowns und Infektionswellen später endlich vorsichtiger Optimismus: Der 6. Mai 2022 ist als mittlerweile zweiter Nachholtermin im Kalender eingetragen – und die lange befürchtete Absage blieb aus! Also auf in die Neue Theaterfabrik nach München zu Brian Fallon…

BRIAN FALLON – Endlich auf Europa-Tour

Es ist so weit: Brian Fallon macht sich auf den Weg über den großen Teich, um seine Tour-Termine in Europa nachzuholen. Sieben seiner Shows spielt er in Deutschland. Im Gepäck: Sein nach wie vor aktuelles Album „Local Honey“, das bereits im März 2020 veröffentlicht wurde, sowie seine Tour-Band The Howling Weather. Als Support sind Chris…

Go! Go! Go!

I want chaos want noise / I want danger want noise

Diese Zeilen aus dem Refrain von „I Want Noise“, des Openers von LOBSTERBOMBs Debut-EP „Go! Go! Go!“ (kein Label) fasst zusammen, was wohl alle gerade wollen: Endlich mal wieder ausbrechen, sich frei fühlen und für einen kurzen Moment auf alles pfeifen. Mit dem Track im Ohr klappt das auf jeden Fall hervorragend. Auch die restlichen Kompositionen des Berliner Indie-Garage-Trios gehen mit Druck in den Gehörgang – und in die Beine.

Bock auf erdige, noisy Gitarren, treibende Drum-Beats und die ein oder andere aaaaaah- und uuuuuuuuh-Singalong-Line? Na, dann herzlich Willkommen im Universum von LOBSTERBOMB. Direkt aus Berlins Underground machen sich die drei Musiker:innen mit fünf Tracks im Gepäck auf den Weg an die Oberfläche, um ihren frischen Garage-Rock unter die Leute zu bringen.

Underground ist in diesem Fall übrigens wörtlich zu nehmen: „Go! Go! Go!“ wurde DIY im Keller-Proberaum der Band aufgenommen. Peter Thoms (Akne Kid Joe) hat das Ganze im Anschluss gemischt. Herausgekommen ist eine rohe, kantige Platte, die keinen Wert darauf legt, schön zu tun. Oder etwas zu sein, was sie gar nicht ist. All das ist höchst angenehm in einer Ära, die von glattgebügelten Instagram-Beautys und Photoshop-optimierten Bildern dominiert wird.

Authentizität bildet auch die Basis fürs Songwriting der Band. Ob innere Dämonen, die bezwungen werden wollen („Monster“) oder der Ausbruch aus dem erdrückenden Alltag („Wake Up“) – LOBSTERBOMB finden klare Worte für alles, was endlich mal gesagt werden muss. Sängerin und Gitarristin Nico Rosch präsentiert Ihre Vocals zudem so, dass Weghören unmöglich wird: Halb geschrien, halb im Befehlston, aber immer melodisch holt sie aus ihren Stimmbändern raus, was die Lunge hergibt.

„Go! Go! Go!“ ist das gelungene Debut einer kreativen, unverbrauchten Band, die hoffentlich in ihrem Probenkeller noch die eine oder andere laute Überraschung zusammentackert. Es wäre wirklich jammerschade, wenn es von LOBSTERBOMB nicht noch mehr auf die Ohren gäbe …

 

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GRUNDEIS – Neue Single „Vain“

Grundeis aus Hamburg

Die Post-Punk-Formation Grundeis aus Hamburg präsentiert mit „Vain“ am 12. März ihre zweite Single. „Es geht um eine Person, die von schmerzhaften Erinnerungen überwältigt wird und auf gewisse Weise darin gefangen ist“, so Sängerin Laura Müller. „Der/die Protagonist:in ist unfähig, über eine verlorene Liebe hinwegzukommen und sich neu zu verlieben. Sie:Er trifft den Herzensmenschen wieder,…

Thank you for the music! – Christinas 2020, musikalisch betrachet

Da geht’s dahin, das Corona-Jahr. Vieles war und ist mega ätzend. Aber es gab auch kleine Lichtblicke und Highlights. Ich habe an dieser Stelle mal die Top 5 zusammengetragen, die mein kleines Universum aufgehellt haben. Brian Fallon: November 2021. Itchy: Dezember 2021. Die Ärzte: Dezember 2021. – Und das sind nur drei der verschobenen Konzerte,…

Kennt Ihr schon … WE TOO, WILL FADE?

München ist ein fruchtbares Pflaster für musikalisch Kreative aller erdenklichen Genres. Ob Indie, Pop, Singer-Songwriter, Weltmusik, Punk oder Hardcore – hier findet jeder seine Nische. Letztere füllen unter anderem We Too, Will Fade. Das Quartett punktet mit kraftvollem, emotionalem Post-Hardcore und hat gerade seine zweite EP „Everything Falls Apart As It Should“ (Midsummer Records) herausgebracht.…

Merchcowboy Mixtape Vol. 1

Unter anderem bekommt derzeit besonders die Kulturbranche die Folgen der Corona-Krise hart zu spüren: Seit Monaten dürfen Konzerte oder Veranstaltungen bestenfalls unter sehr strengen Auflagen stattfinden. Aktuell geht gar nichts, denn das Virus tobt sich gerade so richtig aus. Füße stillhalten ist also weiterhin das Gebot der Stunde, damit dieser ganze Wahnsinn hoffentlich bald ein Ende hat. Um Freiberufler in der Musik- und Veranstaltungsbranche zu unterstützen, haben sich Hirsch von Montreal und Carsten vom Online-Merch-Store Merchcowboy etwas einfallen lassen: den Soli-Sampler „Merchcowboy Mixtape Vol.1“. Die Einnahmen kommen vollständig der Initiative #handforahand zugute.

Was steckt dahinter? #handforahand ist ein Solidaritätsfonds, der Menschen in der Veranstaltungsbranche derzeit finanziell unter die Arme greift. Feine Sache. Daher haben sich ganze 16 mit Merchcowboy verbandelte Bands nicht lumpen lassen und einen Song für das „Merchcowboy Mixtape Vol. 1“ beigesteuert.

Mit vertreten sind selbstverständlich Montreal – wenn Bassist Hirsch schon einer der Mit-Initiatoren des Projekts ist … Weitere prominente Namen: Madsen, Donots, Selig, Itchy, Tim Vantol, Antilopen Gang, Royal Republic, Grossstadtgeflüster, Milliarden, Das Pack, Liedfett, KMPFSPRT. Minimum eine Lieblingsband gefunden? Perfekt! Denn völlig wurscht, welche Songs auf dem Sampler sind: Ohne Tontechniker:Innen, Lichtmenschen, Stage Hands, Booker:Innen, Tourmanager:Innen und all die anderen fleißigen Bienchen im Hintergrund hätte niemand ein Konzerterlebnis. Die Band nicht. Die Fans auch nicht.

Also: 12,99 Euro berappen, dat Dingen im Merch-Store Deiner Lieblingsband vorbestellen und die Menschen in der Veranstaltungsbranche unterstützen. Denn am Ende des Tages wollen wir alle wieder auf Konzerte gehen, sobald das machbar ist. Und dafür brauchen wir Leute, die uns und unseren Lieblingsbands das möglich machen. Solidarität rockt!


Merchcowboy

I Never Say Goodnight

Da planst Du ein neues Album nebst diverser Live-Auftritte, und dann das: Ein unberechenbarer Mikroorganismus legt die gesamte Welt lahm und zwingt Dich dazu, die Füße stillzuhalten. Für The Baboon Show ist das allerdings kein Grund, die Flinte ins Korn zu werfen. Statt des für November dieses Jahres angekündigten Albums gibt’s eben jetzt eine EP von den Schweden. „I Never Say Goodnight“ (Kidnap Music) heißt das Teil und ist ausschließlich als schnieke 12“-Vinyl erhältlich. Denn so ganz ohne neue Musik wollte die Combo ihre Fans dieses insgesamt recht bescheidene Jahr dann doch nicht zu Ende bringen lassen.

Vier Tracks haben auf der Scheibe Platz gefunden und lassen bereits ahnen, dass das Album (ja, das wird noch kommen – wenn es endlich wieder Konzerte geben darf) ein Kracher wird. Der Titeltrack „I Never Say Goodnight“ ist eine satte Hymne ans unstete aber gerade deswegen großartige Rockstar-Leben und knüpft da an, wo das letzte Album „Radio Rebelde“ (2018) aufgehört hat: Eingänge Melodien, Singalongs und dichter Sound. Nice!

„Which Way Will You Go“ hingegen klingt als hätten sich Creedence Clearwater Revival kurzerhand dazu entschlossen, in Punk zu machen. Mehr 70s-Sound in ein rotziges Gewand zu packen und mit mehrstimmigem Gesang zu spicken geht nicht. Mit „Some Piece Of Peace“ zeigen sich The Baboon Show auch im überschaubaren Rahmen der EP von ihrer politischen Seite: „Take that smile off your face / You will soon be alone / Walk the mile to your place /  We will not be catching you when you fall“ – ja, so kanns gehen, wenn man sichs als Politiker mit den Leuten versaut. Trump, ick hör dir trapsen … Mit seinem mehr als einminütigen Gitarrensolo bildet der Track übrigens die Perle der Scheibe. Das aber nur am Rande.

Denn es gibt ein weiteres Highlight: Die Akustikversion des All-Time-Favourite „You’ve Got A Problem Without Knowing It“ mit niemand Geringerem als Carl-Johan Fogelklou an der Akustik-Klampfe. Wer das ist? Och, nur der Bassist von Mando Diao … Jedenfalls kickt der Song genauso wie in seiner Original-Version. Läuft.

An dieser Stelle ein herzliches „Tack!“ an The Baboon Show! „I Never Say Goodnight“ ist ein Trostpflaster im besten Sinne: Wenn der Lockdown mal wieder richtig nervt, einfach die Anlage maximal aufdrehen und eine Runde schreien – schon ist die Welt wieder ein bisschen besser.

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Hell

Man liebt sie, oder man hasst sie. Dazwischen gibt es nichts. Selbst in den elitären Reihen der zur journalistischen Objektivität verpflichteten Whiskey-Soda.de-Redaktion nicht. Entbrannte doch jüngst im sonst sehr demokratischen und friedlichen Chefredakteurs-Chat ein erbitterter Streit darüber, ob eine Band wie die ärzte mit ihrer neuen Platte „Hell“ (Hot Action Records) Album des Monats sein darf. Die einen fanden die ärzte schon immer göttlich (eh klar), die anderen seit jeher doof, albern und so absolut nicht Punk. Es darf getrost behauptet werden: Das ist Volkes Meinung zur Besten Band der Welt in a nutshell.

Album des Monats Oktober wurde bekanntlich eine andere, offenbar weniger umstrittene Combo. Doch allein die Tatsache, dass sich auch nach fast 40 Jahren Bandgeschichte (ok, mit Unterbrechungen) noch trefflich über die Relevanz von die ärzte zanken lässt beweist, dass sie keinen Millimeter an Relevanz eingebüßt haben. Eat this! So gesehen ist jedes weitere Album von BelaFarinRod – völlig wurscht, wie lange es auf sich warten lässt – der ausgestreckte Mittelfinger an alle, die die Band aus Berlin (aus Berlin!) schon längst in der Versenkung verschwinden sehen wollten. Tja, Totgesagte leben länger, sprach der Graf.

So, nun aber zu „Hell“. Allein der Albumtitel wird dem, wofür die ärzte stehen, mehr als gerecht: Subtil verpackte, oft politische Botschaften, die gerne doppelbödig daherkommen. „Hell“ – entweder die Hölle oder der strahlende Glanz. Suchs Dir aus. Dieser rote Faden der Doppeldeutigkeit zieht sich nicht nur durchs gesamte Œvre, sondern selbstredend auch durch die Platte. Nach dem für Gitarren-affine Ohren leicht verstörenden Intro „E.V.M.J.F.“ geht es im bewährten, gelegentlich eigenwilligen die-ärzte-Sound weiter. Es darf schrammeln, es darf sich an Harmonie-Gesang ergötzt werden, Banjos und Streicher kommen punktuell ebenso zu ihrem Recht wie Ausflüge in tropische Genre-Gefilde.

Ok, alles nicht innovativ. Trotzdem gelingt es BelaFarinRod immer wieder, ihre musikalischen Eigenheiten neu zu arrangieren und spannend zu verpacken, sodass „Hell“ definitiv eine akustisch abwechslungsreiche Scheibe ist die zwingt, genau hinzuhören. Denn die Texte haben es wie immer in sich. Was harmlos daherkommt, kann schnell durch ein einziges Schlagwort eine dramatische Wendung nehmen („Ich, am Strand“, „Achtung: Bielefeld“). Während ein Stück wie die Single „Morgens Pauken“ erst einmal ein wenig im Ohr reifen muss, bis sich die Botschaft entfaltet, geht der Song „Leben vor dem Tod“ direkt in Mark und Bein. Ja. Die ärzte können auch nachdenklich.

Nun, was bleibt jetzt noch zu sagen? „Hell“ ist einmal mehr eine runde, äußerst gelungene die-ärzte-Scheibe. Vielleicht ist sie musikalisch nicht per Definition Punk. Wenn Punk allerdings heißt, auf Konventionen, Genre-Regeln und die Meinung anderer zu pfeifen – dann, ja dann ist „Hell“ mehr Punk als die Ramones und The Clash zusammen. Aber auch darüber lässt sich sicher einmal mehr trefflich streiten.

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THE BABOON SHOW – Single & 12″ Vinyl-EP

Eigentlich war für 2020 ein neuer Longplayer geplant. Da dieser Dank eines gewissen fiesen Mikroorganismus aber nicht wie gewohnt live dargeboten werden kann, haben sich The Baboon Show etwas einfallen lassen: Sie hauen ein Video zur neuen Single „I Never Say Goodnight“ raus, das in Personalunion der Vorbote zur gleichnamigen 12″-EP ist. Diese erblickt am…