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Punk. Indie. Garage. Britpop. SingerSongwriter. Dancehall. Reggae. Weltmusik. First Love: Bon Jovi, Backstreet Boys. Everlasting Love: Beatsteaks, Brian Fallon. Guilty Pleasures: Katy Perry, Scooter, Avicii. Moshpit-Queen. Serienjunkie. Filmnerd. Crazy Cat Lady.

CHADWICK STOKES – Tour im April und Mai

Gerade erst hat Chadwick Stokes seine Fans mit seinem neuen Album ‚The Horse Comanche‘ beglückt, da schickt er sich auch schon an, die Clubs unsicher zu machen. Im April und Mai tingelt Stokes mit seiner Familie im Gepäck durch Deutschland, Österreich und die Schweiz. Wo er überall Station macht, siehst Du hier: 21.04.15 D-Stuttgart, Goldmarks…

The Horse Comanche

Wer oder was zur Hölle ist das Pferd Comanche?! In den USA dürfte jedes Kind das Kavallerieross kennen, das nach der verheerenden Schlacht am Little Big Horn 1876 schwer verletzt zwischen toten Soldaten und Artgenossen gefunden und nach seiner Genesung zu einer Art Maskottchen wurde. Sein Präparat, dessen Grundgerüst das Cover von Chadwick Stokes‚ neuestem Wurf ‚The Horse Comanche‘ ziert, wird immer noch ausgestellt.

Für Stokes, der sämtliche Songs der Platte während einer Wohnzimmertour quer durch die Staaten geschrieben hat, ist Comanche nach eigener Aussage nicht nur mysteriös, sondern auch ein Sinnbild für den Ritt des Lebens: Niemand weiß, wo die fantastische, abenteuerliche Reise hingeht – so auch nachzuhören im Titeltrack.

Wie alles, was Stokes musikalisch anfasst, ist die Scheibe ein Prisma aus verschiedensten Gefühlslagen und Musikstilen. Leise Melancholie schleicht sich bei der gutherzigen ‚Mother Maple‘ ein, die zu den Klängen von zaghaften E-Drums für jeden mehr als genug Porridge in Reserve hat.

Karibische Leichtigkeit beflügelt in ‚Prison Blue Eyes‘, ein verspieltes Glockenspiel leitet die Anti-Resignations-Hymne ‚Our Lives Our Time‘ ein, schleppende Gitarren und Harmoniegesang tragen das sphärische ‚Hazy Maze‘.

Chadwick Stokes ist einer der wenigen Künstler, denen es mit jeder Platte gelingt, sich neu zu erfinden, ohne dabei ihren eigenen Stil zu verraten. Auf ‚The Horse Comanche‘ wurde dieses seltene Talent von den Impulsen des hochkarätigen Produzenten-Trios Sam Beam (Iron & Wine), Brian Deck (Modest Mouse) und Noah Georgeson (Joanna Newsom) auf die Spitze getrieben.

‚The Horse Comanche‘ ist eine Hymne an die Schönheit des Lebens, die Liebe und den Willen, die Welt zum Besseren zu verändern. Was bei anderen Musikern schnell in zuckersüßem Kitsch versandet, ist bei Chadwick Stokes schlicht die raffiniert erzählte Geschichte seines Lebens – eines Lebens, das offenbar erfüllter nicht sein könnte.

Pardon Ms. Arden – The last Goodbye

Alles hat ein Ende. Ob man will oder nicht. Pardon Ms. Arden wollten ihr Ende – irgendwie. Die Entscheidung, die Band nach neun Jahren, drei Alben und unzähligen Konzerten aufzulösen, war eine sehr bewusste. Zurück bleiben Erinnerungen an außergewöhnliche Auftritte, absurde Interviewfragen und ein wenig Sex, Drugs & Rock’n’Roll. Ein letztes Interview mit einer Band, die ohne Zank und Zickereien, dafür mit einer Träne im Knopfloch abtritt.

Live EP

Man mag es kaum glauben, aber seit 20 Jahren tingeln die Beatsteaks nun schon durch die Lande, um geneigte Hörer mit ihrer Musik zu erfreuen. Selbstredend lässt sich das Quintett in seinem Jubiläumsjahr nicht lumpen und läutet die Feierlichkeiten mit einem kleinen feinen Live-Scheibchen ein: ‚Live EP‘ heißt das gute Stück und ist für ein paar Flocken ausschließlich über iTunes zu erwerben.

Wer sich das Kleinod auf eines seiner Devices von der Firma mit dem Apfellogo zieht, darf sich über fünf kraftvoll geknüppelte Tracks freuen, die während der ‚Creepmagnet‘-Tour aufgenommen wurden – darunter ‚A Real Paradise‘ und ‚Gentleman Of The Year‘. Auf Stargäste wollte man zur Feier der Stunde selbstverständlich nicht verzichten. Daher groovten bei ‚Everything Went Black‘, performt am 4.12.2014 bei der 1Live Krone in Bochum, Jan Delay und Delaydies zusammen mit den Beatsteaks auf der Bühne. Und was wäre eine Tour ohne die Crew? Eben. Deswegen machten die Beatbuletten ihren Tonleuten, Roadies, Merchern und allen anderen, ohne die so ein Mammut-Projekt nicht funktioniert, am letzten Tourtag ein ganz besonderes Geschenk: Ohne Probe, dafür mit viel Herzblut, schrammelten sie locker aus dem Handgelenk den Sex-Pistols-Klassiker ‚God Save The Queen‘ runter. Ein Fest.

‚Live EP‘ ist für alle, die auf der Tour dabei waren, eine tolle Erinnerung – und für das Festivaljahr mit den zwei Jubiläumskonzerten in der Berliner Wuhlheide ein passender Auftakt. Auf die nächsten 20 Jahre!

Pardon Ms. Arden – Sing zum Abschied leise ‚Servus!‘

Wenn die Lieblingsband nach langer Bühnenabstinenz endlich wieder ein Konzert spielt, ist die Vorfreude normalerweise riesig. Nicht so an diesem verschneiten Freitag Abend in der Münchner Kranhalle: Pardon Ms. Arden geben ihr Abschiedskonzert, die Combo löst sich aus diversen nachvollziehbaren Gründen auf – in aller Freundschaft, ohne Knatsch und einvernehmlich. Doch ein letztes Mal wollen sie sich selbst und ihre eingefleischten Fans noch gebührend feiern.