Schlagwort: Grindcore

OBSCENE EXTREME – Das Spinner-freundliche Festival in der Nachbarschaft

Jeder kennt das Wacken:Open:Air, das Hellfest oder das Dynamo. Aber wer kennt das Obsecene Extreme Festival im tschechichen Trutnov (im Norden Tschechiens, nahe der Grenze zu Polen)? Natürlich jeder, der auf Extreme Metal, Death Metal, Grindcore, Powerviolence, Crust, Hardcore Punk oder noch Schlimmeres steht. Lauschig mitten im Wald wird ganz entspannt den Extremen der Musik…

GROUND – Was Menschen eben so tun „Habitual Self-Abuse“ im Stream

Ground bezeichnen sich selbst als False Grind-Band. Es ist tatsächlich schwer, die Krawallmacher aus New Jersey in eine Schublade zu zwängen. Grindcore, Hardcore und/oder Crust – auf jeden Fall ist ihr aktuelles Abum „Habitual Self-Abuse“ (Hibernation Release), das sich dieser Tage anschickt, ein Lanze über unsere Bequemlichkeit zu brechen, ein Tritt in den Arsch. Alles,…

DEFLESHED – Schwedisches Death-Trio grinded sich um den Verstand (Video)

Das schwedische Death Thrash Metal-Trio Defleshed meldet, am 28. Oktober wird es ein neues Album geben, das erste seit 2005 und das sechste der Bandgeschichte seit Gründung 1995. „Grind Over Matter“ (Metal Blade Records) wird aus elf neuen halsbrecherischen Tracks bestehen. Dass Gustaf Jorde (Vocals/Bass), Lars Löfven (Guitars) und Matte Modin (Drums) immer noch schneller…

Teethgrinder – Dystopia

Wer kennt nicht das Problem, die alltäglichen Probleme nachts im Schlaf noch einmal intensiv durchzugehen? Seit fast zehn Jahren liefern die Niederländer Teethgrinder den Soundtrack zum knirschenden Wälzen der Fragen, die das Leben so schwierig machen. Zur Unterstützung ballern sie uns mit „Dystopia“ (Lifeforce Records) zum dritten Mal unsere Unzulänglichkeiten um die Ohren. Auf das…

KINSKI – NRW-Grinder pimpen Kreators ,People Of The Lie‘

Schon einmal vorgestellt, dass die hiesigen Vorzeige-Thrasher Kreator aberwitzigen Grindcore spielen würden? Die Grinder von Kinski verpassen ,People Of The Lie‘ nicht nur ein höllisches Tempo, sondern zweistimmiges Geschrei und einen slappenden Bass. Der Songs ist Teil einer Split-7″ mit den Japanischen Kampfhörspielen, die ,Extreme Aggression‘ verhackstücken. Dass das Unterfangen funktioniert und ebenso viel Spaß…

NAPALM DEATH – Alter schützt vor neuen Songs nicht

16 Jahre regieren ist ein Furz gegenüber den 40 Jahren, die Napalm Death die einzig wahre Macht im Grindcore sind. Auch nach so vielen Jahren sind die Zappelmonster aus Birmingham nicht müde, neue Songs zu schreiben. Auch wenn es nur eine EP ist, die nur 29 Minuten Spielzeit hat und zwei Cover-Songs (von Slap! und…

JAKA vs. OPTIMIST – Pazifisten erwachen, um in den Krieg zu ziehen

Zur Einstimmung auf die Heuchlerei zum Weihnachtsfest beschert uns Bastardized Recordings je einen Songs der Extrem-Kabarettisten von den Japanischen Kampfhörspiele und der Posi-Deather Optimist. ,Krieg der Pazifisten‘ und ,Erwachen‘ sind die Statements zur aktuellen Lage hinter der pandemischen Gefühlsduselei. Pimpt euer Leben mit etwas Lärm! Krieg Der Pazifisten by Japanische KampfhörspieleKrieg Der Pazifisten by Japanische…

NAPALM DEATH – Grind-Opas starten „Campaign For Musical Destruction“

Im letzen Jahr haben die Ur-Grinder Napalm Death im Januar noch die unbeschwerte Zeit live on stage abgefeiert. Jetzt schicken sie sich an, diese hoffentlich wieder einzuläuten, mit viel Getöse und der UK Crust-Legende Doom im Schlepptau. Werden Siberian Meat Grinder und Show Me The Body noch hinzugefügt steht das illustere Package für die „Campaign…

Torn Arteries

Die britischen Schlachter von Carcass lassen sich Zeit bei der Auswahl des Fleisches, das sie zu sezieren beabsichtigen. In diesem Fall haben sie mit der letztjährigen EP „Despicable“ ihre Schnitte in den Körper schon einmal erfolgreich geübt. Insofern ist es keine Überraschung, dass bei ihren Hauptwerk „Torn Arteries“ (Nuclear Blast) jeder Ansatz des Skalpells souverän an der richtigen Stelle sitzt.

Carcass haben seit ihrem Comeback ihr Können verfeinert. Sie gehen weiterhin messerscharf zur Sache, doch es sind die kleinen Feinheiten, die das zweite Album der neuen Zeitrechnung ausmachen. Besonders tut sich Daniel Wilding am Schlagzeug dabei hervor, aber ohne sich in den Vordergrund zu spielen. Seine kreative Versiertheit an den Kesseln setzt er stets im Sinne des Songs ein, doch bei genauerem Hinhören erkennt man die vielen Spielereien, mit denen er seinen Job versieht. Ein weiteres Markenzeichen ist das melodiöse Solospiel Bill Steers, das er hin und wieder bis zur Grenze zur Karikatur auslebt. Und Jeff Walker röchelt wie immer mit genussvoller Aggressivität.

Thin Lizzy mit einer Knochensäge

Neben dem Carcass-typischen Melodic Death Metal mit Grindcore-Infusion sind heftige Rhythmen zu vernehmen, die jeder Hardcore-Kapelle gut zu Gesicht stehen würde. Auch stampfender Death Metal, der den Mannen mit Hörern und Trinkhörern gefallen dürfte, hat sich in das Repertoire der wichtigsten Band jenseits des Merseys seit den Beatles geschlichen. Steers Vorliebe für Hard Rock der 70er dringt ebenfalls öfter an das geneigte Ohr. Zusammen ergibt dies eine recht kreative und abwechslungsreiche Obduktion der gängigen Hörgewohnheiten, denn oft schrammen die Briten an die Grenze der schieren Übertreibung ihrer Ideen. Das Klatschen bei ,In God We Trust‘ ist einfach nur ein Kracher. Aber das macht Carcass aus, mehr Blut, mehr Gedärme, mehr Abszesse und mehr Decubitus.

Carcass sind eine Institution in Sachen königlich britischen Death Metal. Noch nie klang ein Album wie das davor, noch nie haben sich sich kopiert. „Torn Arteries“ ist mit Sicherheit das Album, das am nähesten an seinem Vorgänger heranreicht. Und doch ist es eigenständig geworden. Es geht nicht mehr so gnadenlos in die Vollen, es ist ein wenig altersmilde und macht gerade deshalb wieder so viel Spaß. Es wird nicht ihr Schwanengesang sein.

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West Side Horizons

Powerviolence? Was ist denn das jetzt schon wieder? Eine der superschnellen Spielarten des Punkrocks, im speziellen des Crustpunks und besitzt eine familiäre Nähe zum Thrash- und Fastcore, hat aber wenig mit Grindcore gemeinsam. So, jetzt wissen wir Bescheid. Eine der Vorzeige-Kapellen dieser Spielart sind die kalifornischen Despise You, die aus der Hochzeit des Subgenres in den 90er Jahren des vergangenen Millenniums – Spazz und Capitalist Casualities seien in dieser Stellen als weitere Eckpfeiler erwähnt – noch dabei sind. Auch bei Despise You gilt eine Split-Single mehr als ein vollständiges Album, weil allein der DIY-Gedanke, die Authentizität zählt. Mit „West Side Horizons“ lassen Tankcrimes den endlosen Kult um die Compilation von 1999 wieder aufleben, denn ein gutes Dutzend Mal ist diese bereits in allen möglichen Formaten wieder aufgelegt worden.

„West Side Horizons“ beheimatet inzwischen satte 62 Songs – darunter 16 bisher unveröffentlichte Kracher – in 45 Minuten, was rein mathematisch eine durchschnittliche Song-Dauer von 45 Sekunden pro Song bedeutet. Die Stücke pendeln aber zwischen 12 und 135 Sekunden, zwischen wilden Wuteruptionen und düster dahin kriechenden Depressionen. Wie typisch für Powerviolence-Granaten wechseln sich Blast-parts und kurze Midtempo-Bremsen abrupt miteinander ab. Intro, Übergänge, Samples oder längere Instrumentalpassagen überlassen sie gerne den Kollegen im metallischen Grindcore-Zunft. Alles wirkt sehr spontan. Allein die Wut und die Energie zählen.

California Powerviolence Massacre

Doch Despise You können auch kompromisslos geradeaus knüppeln. Markant ist auch das wütenden Gebrüll, das hin und wieder von weiblichen Gekreische des Feldes verwiesen wird. Kettensägen-Gitarren, hölzerne Drums und Staubsauger-Bass gehören selbstverständlich zur Ausstattung jeder Krach-Kombo des Genres, die etwas auf sich hält. Nur schaffen es Despise You, einem die Versatzstücke durchaus abwechslungsreich und mit größtmöglicher Wucht um die Ohren zu hauen. Sie malträtieren sogar Klassiker von Circle Jerks, Dirty Rotten Imbeciles (aka D.R.I.) und Possessed auf ihre eigene Art und Weise. Ihr Hauptthema ist in den meisten Fällen die kritische, soziale Situation in den kalifornischen Metropolen mit ihrer ausufernden Waffengewalt, ungebremsten Drogenmissbrauch, wachsender Obdachlosigkeit, illegale Einwanderung und dem stetigen sozialen Abstieg der Mittelschicht, sprich ein Land am Abgrund zum failed state.

Also, ihr Grinder, Crusties und Hardcorer: Falls ihr noch eine Antriebsquelle braucht und in den letzten 22 Jahren Despise You übersehen habt, dann ist jetzt Zeit, dies nachzuholen. „West Side Horizons“ bietet den perfekten Einstieg in dieses punkige DIY-Subgenre. Hier stimmt das Engagement, die Message und die Attitüde auf jeden Fall noch.

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