Schlagwort: Blues Rock

Ordinary Madness

Drei Jahre nach seinem Kracher-Album „We’re All In This Together“ und nur ein Jahr nach seiner ebenfalls sehr erfolgreichen Cover-Scheibe „Survivor Blues“ ist Bluesrock-Maestro Walter Trout wieder da. Bekanntlich stets für Überraschungen gut, schlägt Trout diesmal einen vergleichsweise weiten musikalischen Bogen über das von ihm gewohnte Bluesrock-Terrain hinaus. Auf dem neuen Album sollten laut Pressemeldung Anklänge an Electro, Ambient, Psychedelic Rock und sogar Hardrock und Metal enthalten sein.

Ob der Hardcore-Metaller hier warm wird, sei mal dahingestellt. Eines ist aber Tatsache: „Ordinary Madness“ (Mascot Label Group) ist enorm vielseitig für das Album eines Musikers, der bisher als lupenreiner Blues-Gitarrist in Erscheinung getreten ist. Der Titeltrack ist gleichzeitig der Opener von Trouts inzwischen je nach Zählweise zwölftem Album. Ruhigen, bluesigen Rock bekommt der geneigte Hörer geboten, mit viel Verve und natürlich viel Gitarre.

„Wanna Dance“ und „Make It Right“ kommen als groovige Psychedelic-Rock-Nummern mit Hammond-Orgel daher, die gut auch von Pink Floyd oder den Doors sein könnten. „My Foolish Pride“ ist eine klassische Blues Ballade, in der Trout einmal mehr als Sänger reüssiert. „Heartland“ bietet neben reichlich gefühlvoller Akustik- und E-Gitarre auch ein dezent-charmantes Akkordeon, im unendlich traurigen „All Out Of Tears“ lässt der Meister seine Stratocaster weinen. „Final Curtain Call“ verbeugt sich freundschaftlich in Richtung Country-Sound, „Sun Is Going Down“ zum Gospel. „Up Above The Sky“ und „OK Boomer“ sind hammerharte Gitarren-Rocker für alle Freunde des exzessiven Saitengezaubers.

„Ordinary Madness“ ist wunderbar vielseitig, Trout geht weit über den klassischen Blues-Sound hinaus. Der ausgiebige Flirt mit seiner vermuteten Jugendliebe des Psychedelic-Rock hat wahnsinnig viel Charme und kommt sehr ehrlich und ungekünstelt rüber. Das alles macht das neue Album sehr abwechslungsreich und ambitioniert, aber auch etwas weniger fokussiert als das drei Jahre alte Meisterwerk „We’re All In This Together“. Dennoch: Jeder Fan gefühlvoller Gitarrenmusik wird hier viel Freude finden. Klasse hat Walter Trout ohnhin unbestritten.

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Walter Trout bei Mascot Label Group (Label)

JOE BONAMASSA – Livestream des neuen Albums „Royal Tea“ am 20. September

Noch vor der offiziellen Veröffentlichung des neuen Studio-Albums „Royal Tea“ wird Joe Bonamassa ein spezielles Livestream-Konzert im Ryman Auditorium in Nashville spielen. Neben Songs aus „Royal Tea“ werden Lieder aus dem 20th Anniversary Album „A New Day Now“ welches am 07. August erschien, gespielt. Anschließend wird der Abend mit einer einstündigen „After Party“ fortgesetzt, die…

Victory in Motion

Seit einer Weile begleiten wir die Veröffentlichungen von Blindstone, dem tollen Blues-Rock-Trio um Gitarrist und Sänger Martin Jepsen Andersen. Im Januar verliehen wir dem dänischen Power-Trio für ihr neuestes Album „Deliverance at the Crossroads“ unsere Album des Monats Auszeichnung. Kurz darauf sprachen wir mit Andersen am Rande eines fulminanten Live-Auftritts in einem unserer Video-Interviews.

Obwohl der Metalhead im Herzen mit Meridian, Kuko de Kobra und einigen weiteren Bands überaus aktiv ist, gab er nun fünf Jahre nach seinem Solo-Debüt „Six String Renegade“ sein zweites Solo-Album heraus. „Victory in Motion“ (Grooveyard Records) erschien Ende Juli bei seinem „Haus-Label“ Grooveyard Records und ist im Gegensatz zu seinem direkten Vorgänger ein reines Instrumental-Album. Im Zentrum stehen die Saiten – und wie! Andersen hat neben der Gitarre auch den Bass selbst eingespielt, lediglich für die Drums erhielt der gute Mann Unterstützung bei seiner fulminanten „One Man Show“.

Geprägt und inspiriert von Gitarristen wie Jimi Hendrix, Eric Gales, Lance Lopez und Joe Satriani lotet Andersen mit seiner russischen Kononykheen Breed Twenty Seven mit immer dem richtigen Riecher höchst abwechslungsreich das komplette Feld des Gitarren-Rock aus. Die Grundlage des Genres und auch der zehn Songs ist klar der Blues, an einigen Stellen schimmert aber auch Heavy Rock, Classic Rock und teils sogar Metal durch.

Bei der einleitenden „Overture“ und „March of the Machines“ ist das knackiger Melodic Rock. „Paradigm Shift“ begeistert mit harten Riffs zu Beginn, mit Tapping par excellence und einem metallischen Eindruck. „Signs and Portents“ flirtet mit Flamenco-Gitarren und in dieser Richtung bietet das Album einiges mehr. Wem ein Album nicht genug Gitarre, Riffs, Soli und Geschredder enthalten kann, der ist hier goldrichtig. Er findet einen absoluten Leckerbissen!

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Martin Jepsen Andersen bei Grooveyard Records (Label)

THE GEORGIA THUNDERBOLTS – Debut-EP und Video-Premiere

The Georgia Thunderbolts stammen aus Rome, GA, am Fuße der Appalachen. Ihr Stil ist durchdrungen von Southern Rock und Blues Rock. Auf ihrer selbstbetitelten Debüt-EP beschwört das Quintett – TJ Lyle (Vocals, Harp, Piano), Riley Couzzourt (Gitarre), Logan Tolbert (Gitarre), Zach Everett (Bass, Vocals, Keyboard) und Bristol Perry (Schlagzeug) – einen bewährten Geist mit frischem…

Last Light on the Highway

Das wunderbare, kalifornische Southern-Rock-Quintett Robert Jon and the Wreck besteht erst seit sieben Jahren, in denen wir bereits mehrmals über sie berichtet haben. In dieser kurzen Zeit haben die fünf Jungs geackert und geschuftet: Newcomer-Auszeichnungen, erfolgreiche nationale und internationale Touren mit Namen wie Keith Urban oder Billy Sheehan und sage und schreibe vier Studioalben. Die Jungs sind heiß!

Ab Mitte Mai hätte die musikalische Verkörperung Amerikas erneut auf einer großen Europa-Tour mit einem neuen Album antreten sollen. Doch wie wir alle wissen, ein gewisses Virus machte ab dem Frühjahr alle Live-Musik-Veranstaltungen zunichte. Sehr schade, doch das neue Album „Last Light on the Highway“ ist ein gewisser Trost. Und das gerade Mal ein Jahr nach dem Vorgänger „Take Me Higher“!

Ein neues Rezept hat der Trupp um Frontmann Robert Jon Burrison nicht auf Lager. Aber das erwartet auch kein Mensch. Die Mischung macht’s. Und bei der ist wieder alles dabei, was der Americana-Fan liebt. Schon das Album-Cover nimmt einen mit an einen einsamen Highway irgendwo im Mittleren Westen der USA. Los geht’s der Roadtrip allerdings nicht in Kalifornien, sondern an der Ostküste. Die mehrstimmig vorgetragene Southern-Rock-Ballade „Oh Miss Carolina“ hat eine charmante Steel-Guitar und ein wunderbares Piano – und natürlich einen Refrain, den man in kürzester Zeit mitsingen kann. „Work It Out“ ist Country in Reinform, „Can’t Stand It“ eine launige Mischung aus Folk und Gospel. Und natürlich haben es die fünf Herren satt, „on the road“ ganz alleine im Hotelzimmer zu trinken, wie sie in „Tired of Drinking Alone“ sehr überzeugend aber kein bißchen melancholisch besingen.

In „This Time Around“ groovt eine Hammond-Orgel rauchig im Duett mit einer einsamen Country-Gitarre. Nach dem zweiteiligen Titeltrack verabschieden sich die fünf Southerner mit dem explosiven „Don’t Let Me Go“, das einfach alles hat, was ein toller Song braucht: Knarrig-verzerrte Gitarren, souligen Background-Gesang und eine Melodie, um sich auf direktem Weg nach Kalifornien zu träumen.

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WALTER TROUT – Blues-Maestro mit neuem Album Ende August (Update)

Drei Jahre nach seinem Kracher-Album „We’re All In This Together“ und nur ein Jahr nach seiner ebenfalls sehr erfolgreichen Cover-Scheibe „Survivor Blues“ ist Bluesrock-Maestro Walter Trout wieder da. Mit dem Lyric-Video zu „Wanna Dance“ stellt er den ersten Song seines neuen Albums vor. Das erscheint am 28. August und trägt den Titel „Ordinary Madness“. Es…

Heat Wave

Was den hart rockenden Jungs Airbourne sind, sind Rockerbräuten Thundermother. Ihr kennt Thundermother nicht? Dann wird es Zeit, daß sich das ändert! Die Gemeinsamheit der beiden Bands? Rifflastiger, angebluester Hard Rock à la AC/DC. Während Airbourne mit den beiden O’Keefe-Brüdern aus der Heimat von AC/DC kommen, stammen die vier Ladies von Thundermother aus dem Land von ABBA und Europe. Von kühlen Skandinavierinnen kann allerdings nicht die Rede sein, die Mädels rollen mit ihrem vierten Album „Heat Wave“ einen heißes Sommer-Rock-Album aus. Mit der neuen Sängerin Guernica Mancini am Mikrofon klingt der knallige Mix aus Hard Rock und Blues mit einem Schuss Metal und Punk astrein!

„Loud And Alive“ sind die vier Mädels, die in Kürze mit einem umgebauten Feuerwehrauto auf Deutschland-Tour kommen. Die Rockband von Welt mit Trucker-Genen plant für den Ernstfall vor und lässt sich nicht von einem schnöden Corona-Virus die Tour vermasseln! „Loud And Alive“ ist ein frischer Uptempo-Rocker ohne viel Schnörkel, der den Hörer aber direkt abholt. „Dog from Hell“ hat eine verrauchte Blues-Stimmung, der Vergleich zu AC/DC liegt sehr nahe. Ein wenig weicher, ein wenig melodiöser – und schon klingt das Ganze alles andere als nach einem billigen Abklatsch.

„Back In 76“ läßt den Autor dieser Zeilen natürlich schon wegen dem Titel nicht kalt. Toller Jahrgang, toller Rocker! „Into The Mud“ variiert die Mischung ein wenig. Beim Tempo noch einen Gang hochgeschaltet, ein bißchen dreckiger (Mud!!) und schon fühlen sich alle Punkrocker pogowohl. Der Titeltrack flüstert einem dann wieder „Angus, Brian, Malcolm“ zu. Perfekter Groove, tolles Summer-Feeling. Da vermisst man die Festivalbühne noch eine Spur mehr als sonst. Mit „Sleep“ und „Purple Sky“ sind außerdem chillige Rock-Balladen am Start, Trucker brettern mit „Driving In Style“ über die Landstraße, „Free Ourselves“, „Ghosts“ und „Mexico“ sind launige Blues-Rock-Nummern mit Ohrwurm-Qualitäten.

Fazit: Die vier Ladies aus dem hohen Norden bringen in diesem festivallosen Sommer die perfekte Hitzewelle für alle Rocker – und den Feuerwehrtruck zum Löschen gleich mit. Seht euch die Mädels live an, wenn ihr die Gelegenheit habt. Ansonsten: Am Besten mit einem kühlen Bierchen am Strand oder im Cabrio genießen!

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LARKIN POE – Bluesrock-Schwestern verschieben Album und Tour

Das Aufsteiger-Bluesrock-Duo Larkin Poe gibt wegen der Corona-Krise die Verschiebung ihres kommenden, zweiten Albums „Self Made Man“ bekannt. “Self Made Man” ist der Nachfolger des 2018 erschienenen „Venom & Faith“, das umgehend an die Spitze der Charts kletterte und für einen Grammy nominiert wurde. Es zeigt, wie Rebecca und Megan Lovell mit ihrer Musik und…

BLUES PILLS – Neues Album auf unbestimmte Zeit verschoben

Eigentlich wollten die schwedischen Bluesrocker Blues Pills am 19. Juni ihr neues Album „Holy Moly!“ veröffentlichen.  Wie die Band jetzt mitteilt, verschiebt sich das Release leider auf unbestimmte Zeit.  In einem offiziellen Statement erklärte die schwedische Rockband heute:  „Wegen der aktuellen Covid-19 Situation ist es uns unmöglich, am ursprünglichen Veröffentlichungsplan festzuhalten. Aktuell wird ein Festival…

SWEDEN ROCK FESTIVAL – Line-Up mit GUNS N‘ ROSES, VOLBEAT und IN FLAMES

Das seit 1992 stattfindende Sweden Rock Festival zählt zu den bei Besuchern beliebtesten Open-Air-Festivals der Welt, von dem wir in zurückliegenden Jahren auch schon berichtet haben. Vor allem ist das in Sölvesborg in Südschweden stattfindende, viertägige Festival für sein sehr breit aufgestelltes Programm bekannt. Kaum ein anderes Festival weltweit dürfte so viele unterschiedliche Rockmusikfreunde zufrieden…