Gary Moore

How Blue Can You Get

  • Artist: Gary Moore
  • Album: How Blue Can You Get
  • Label:
  • Release: 2021.04.30
  • Medium:
  • Bewertung:2+

Im Februar jährte sich der Todestag von Blues-Gitarrist Gary Moore zum zehnten Mal. Der Nordire wurde nur 58 Jahre alt, hinterließ aber ein umfangreiches Oeuvre. Vor einem Jahr erschien eine Live-CD einer der letzten Auftritte des Maestro, nun erscheint bei Provogue ein weiteres posthumes Album. Dieses Mal handelt es sich um bisher unveröffentlichte Aufnahmen aus dem Archiv des verstorbenen Musikers, größtenteils Cover-Versionen von Stücken anderer bekannter Blues-Musiker wie Freddie King, Memphis Slim oder Elmore James. Die 7-minütige Version von B.B. Kings 1964er ‚How Blue Can You Get‘ gab der Veröffentlichung ihren Namen.

Den Auftakt macht „Tore Down“ von Freddie King, einem Live-Favoriten von Gary Moore, hier in einer mitreißend-rockigen Version, die neben den faszinierenden Gitarrenklängen auch eine groovy Hammond-Orgel präsentiert. Ebenfalls mit viel Blues-Rock-Power geht Memphis Slims „Steppin Out“ einher, wenn auch nur halb so lang wie der Opener. Daß der Meister auch Ballade kann, hat er schon vielfach bewiesen. Hier nun das wohl letzte Mal mit „In My Dreams“, das mit dem gleichen außergewöhnliche Feeling wie seine Hits „Parisienne Walkways“ oder „The Messiah Will Come Again“ besticht. Hier tönen die gleichen, gefühlvoll-klagenden Gitarren-Soli mit ihrem warmen Ton, die ein Markenzeichen des Ausnahmemusikers waren.

Der Titeltrack hält sich beim Tempo noch mehr zurück, aber nicht bei den beeindruckenden Spielereien auf dem Griffbrett seiner Gibson. Zudem zeigt Moore einmal mehr, daß er auch ein begnadet-gefühlvoller Sänger war. „Looking At Your Picture“ fällt sowohl vom Sound als auch Gesang aus dem Rahmen der übrigen Balladen und Blues-Rocker, „Done Something Wrong“ mit seinen groovigen Shuffle-Drums ebenfalls. Weniger interessant sind die beiden Stücke keinesfalls. „Living With The Blues“ zeigt einmal mehr meisterhafte Gitarre und Gesang vereint mit einer erdigen Orgel.

So vielseitig wie seine Bewunderer unter Fans und Musikern gleichermaßen ist auch die Zusammenstellung der Songs auf diesem Album geraten. So gesehen stellt die Platte beeindruckend das Können von Moore zwischen Power und Gefühl dar. Wer Gitarrenmusik liebt, sollte sich „How Blue Can You Get“ anschaffen. Er wird viel Freude mit den acht Songs haben.

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DanielF

Harte Schale, weicher Kern. Chefredakteur und -metalhead in Personalunion und im "Nebenberuf" Sozialarbeiter, geht Daniels Geschmack von chilligem Americana (Cracker) bis zu kauzigem Indie-Rock (Eels), von klassischem Thrash (Metallica, Megadeth) bis modernem Death Metal (Deserted Fear), von opulent-schrägem Prog-Rock (Opeth, Gojira, Pervy Perkin) bis zu heftigstem Brutal Death Metal (Defeated Sanity, Wormed), von Bluesrock (Gary Moore, Anthony Gomes) bis Classic Rock (Alice Cooper, Queen) - um nur einen Teil zu nennen. Zudem hat er seit den frühen Neunziger Jahren ein leidenschafliches Faible für christliche Rockmusik in genau dieser stilistischen Bandbreite. 

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