The Dirty Knobs

Wreckless Abandon

  • Artist: The Dirty Knobs
  • Album: Wreckless Abandon
  • Label:
  • Release: 2020-11-20
  • Medium:
  • Bewertung:2+

„Hey, schon die neue Single von Tom Petty & the Heartbreakers gehört?“

„Petty? Der ist doch seit drei Jahren tot!“

So ähnlich könnte ein Gespräch zwischen zwei Freunden verlaufen, von denen einer die erste Single  des Debutalbums „Wreckless Abandon“ (BMG Rights) der „Newcomerband“ The Dirty Knobs irgendwo im Vorbeigehen gehört und einen Nebensatz des Moderators, in dem der Name Petty fällt, mitbekommen hat.

Ein wenig ist es auch so, wenn man die Scheibe anhört. Nicht nur die Musik könnte tatsächlich von dem 2017 verstorbenen Superstar und seiner Band stammen. Besonders erschreckend wird es, wenn beim Opener, gleichzeitig Albumtitel und erste Single die Stimme dazukommt. Wüsste man es nicht besser, könnte es eine unbekannte – oder eben neue – Nummer von Petty sein.

Das ist nicht wirklich verwunderlich, ist doch der Frontmann der Dirty Knobs, Mike Campbell, seines Zeichens Komponist und Texter aller Titel des Albums, musikalischer Mastermind bei Tom Petty & the Heartbreakers gewesen. Wie hoch sein Anteil am Schaffen von Chef Tom Petty war, lässt sich anhand dieses Werkes sehr gut erahnen. Die übrigen Bandmitglieder Jason Sinay, Lance Morrison und Matt Laug haben ähnliche musikalische Werdegänge und u.a. Stars wie Don Henley, Ivan Neville, Neil Diamond oder Slash begleitet. Entsprechend professionell und musikalisch rund klingen die Songs der Dirty Knobs.

„Wreckless Abandon“ startet mit einem psychedelischen Intro, um sich nahtlos mit der ersten Single in gemütlichen Rockklängen einzugrooven. Beim zweiten Titel „Pistol Packin´ Mama“gibt sich Country-Megastar Chris Stapelton die Ehre, und ein gefälliger Country-Rocker kommt aus den Boxen. Die nächsten Stücke bringen klassischen Rock, mal etwas härter, mal etwas ruhiger. „I Still Love You“  ist eine „ich-bin-verlassen-worden-und-weine-dir-hinterher“ Rock-Ballade, die sich in den Strophen ruhig dem Trennungsschmerz widmet, um im Refrain die ganze noch immer vorhandene Liebe rauszuschreien. Dieser Song ist der Auftakt zum zweiten, eher ruhigeren Teil des Albums. „Irish Girl“ wartet mit Mundharmonika-Klängen und Akustikgitarre auf, während „Fuck That Guy“ eine eher gesprochene als gesungene Abrechnung mit einem „Asshole“ ist. Im Anschluss folgt der Talking-Blues „Don´t Knock the Boogie“. Nach zwei weiteren eher ruhigeren Songs nimmt das Album zum Schluss mit den beiden Rockern „Honey“ und „LoadedGun“ noch einmal Fahrt auf, bevor als Outro das „Don´t Knock the Boogie“-Thema im akustischen Slide-Gewand noch einmal auftaucht.

Was bleibt nach knapp einer Stunde Spielzeit? „Wreckless Abandon“ ist ein klassisches Rockalbum mit diversen Blueseinlagen. Ganz bestimmt wird die Geschichte der Musik mit diesen 13 Songs nicht neu geschrieben, im Gegenteil, sie wird lediglich neu erzählt. Das aber sehr professionell und auf hohem Niveau. Wer Petty nichts abgewinnen konnte, wird auch mit diesem Album nichts anfangen können. Fans dagegen werden sich an diesen Songs erfreuen und die Dirty Knobs als legitime Nachfahren der Heartbreakers anerkennen.

(verfasst von Wolfgang Gouterney)

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BMG (Label)

DanielF

Harte Schale, weicher Kern. Chefredakteur und -metalhead in Personalunion und im "Nebenberuf" Sozialarbeiter, geht Daniels Geschmack von chilligem Americana (Cracker) bis zu kauzigem Indie-Rock (Eels), von klassischem Thrash (Metallica, Megadeth) bis modernem Death Metal (Deserted Fear), von opulent-schrägem Prog-Rock (Opeth, Gojira, Pervy Perkin) bis zu heftigstem Brutal Death Metal (Defeated Sanity, Wormed), von Bluesrock (Gary Moore, Anthony Gomes) bis Classic Rock (Alice Cooper, Queen) - um nur einen Teil zu nennen. Zudem hat er seit den frühen Neunziger Jahren ein leidenschafliches Faible für christliche Rockmusik in genau dieser stilistischen Bandbreite. 

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