Anthony Gomes

Containment Blues

  • Artist: Anthony Gomes
  • Album: Containment Blues
  • Label:
  • Release: 2020-10-18
  • Medium:
  • Bewertung:1-

Eigentlich hätte „Containment Blues“, das neueste Album des kanadischen Bluesrock-Gitarristen und -sängers Anthony Gomes, ein Akustikalbum werden sollen. Doch durch die Corona-Pandemie hat sich die Ausrichtung des Albums verändert. Nun gibt es auf dem Nachfolger von „Peace, Love & Loud Guitars“ doch Stromgitarren. Der Ton ist dennoch gemächlicher, bluesiger, ernster ausgefallen. Kein Wunder, wenn man so in die Welt sieht, dann kann man auf trübsinnige Gedanken kommen. Schließlich muss man auch in Zeiten einer globalen Pandemie über verflossene Liebe klagen. Und wenn das kein Blues ist!

Gomes vereint auf seinem elften Studio-Album elf gefühlvolle und tiefgründige Songs, die dem neuesten Werk einen völlig anderen Touch geben als dem Vorgänger. Weniger gut ist es deshalb nicht. Der Opener „Make A Good Man (Wanna Be Bad)“ setzt mit rauchiger Stimme und erdigen Riffs auf das Blues-Thema Nummer 1: Die Beziehung zwischen Frauen und Männern. „Hell And Half Of Georgia“ legt beim Groove sogar noch ein Schippchen drauf. „This Broken Heart of Mine“ bluest langsam und mit klagender Pedal-Steel und Stimme durch das Tal der Tränen. In „No Kinda Love“ dagegen spielt die Mundharmonika die prominenteste Rolle im Wehklagen. Nicht nur ein starker Song, sondern ein emanzipatorisches Statement ist 2020 „Stop Women Calling Hoes And Bitches“:

„Some Men Think it´s cool to put down half the human race
As a man let me say this disrespect’s a damn disgrace
You say you’re just messin‘ ‚round but hate you can never erase
You know karma’s a bastard that’s gonna come back and slap you in your face
Your Mama changed your diapers ‚cuz she thaught you were precious
Stop Calling Women Hoes and Bitches.“

Mit „Until the End of Time“ und „The Greatest 4 Letter Word“ folgen zwei weitere, wunderschöne Liebesballaden, minimalistisch instrumentiert mit dezenten Streichern. „Tell Somebody“ lässt noch erkennen, daß hier einmal ein akustisches Album geplant war, doch der Titel hat nicht nur den Blues, sondern auch den Rock’n’Roll. Der Titeltrack bildet den versöhnlichen Abschluß des ernsten Albums. Augenzwinkernd und mit seinem ganz eigenen Humor zieht Gomes sein Quarantäne-Fazit: „I Really Wish My Mother in Law would practice Social Distance“. Na dann kann es ja bei aller Trübsal wieder heiter werden in 2021.

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DanielF

Harte Schale, weicher Kern. Chefredakteur und -metalhead in Personalunion und im "Nebenberuf" Sozialarbeiter, geht Daniels Geschmack von chilligem Americana (Cracker) bis zu kauzigem Indie-Rock (Eels), von klassischem Thrash (Metallica, Megadeth) bis modernem Death Metal (Deserted Fear), von opulent-schrägem Prog-Rock (Opeth, Gojira, Pervy Perkin) bis zu heftigstem Brutal Death Metal (Defeated Sanity, Wormed), von Bluesrock (Gary Moore, Anthony Gomes) bis Classic Rock (Alice Cooper, Queen) - um nur einen Teil zu nennen. Zudem hat er seit den frühen Neunziger Jahren ein leidenschafliches Faible für christliche Rockmusik in genau dieser stilistischen Bandbreite. 

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