Ricky Warwick

When Life Was Hard & Fast

  • Artist: Ricky Warwick
  • Album: When Life Was Hard & Fast
  • Label:
  • Release: 2021-02-19
  • Medium:
  • Bewertung:2+

Ricky Warwick ist der Prototyp eines Rockers. Nicht wegen Tattoos und Lederjacke. Der Sänger, der früh in seiner Karriere mit The Almighty seine ersten Sporen verdiente und inzwischen der Sänger von Thin Lizzy und den Black Star Riders ist, ist ein Rocker in seiner Seele. Ganz oben stehen die Emotionen und das immer richtige Feeling für den Song. „When Life Was Hard & Fast“ (Nuclear Blast) ist sein erstes Solo-Album seit fünf Jahren und es rockt.

Mit irischem Understatement knallt der Sänger nonchalant elf abwechslungsreiche, melodiöse Lieder raus, von denen jedes einzelne ein kleines Kunstwerk ist. Der Titelsong eröffnet das achte Album des junggebliebenen 54-jährigen – und schleicht sich mit seinem einprägsamen Chorus mit Rekord-Geschwindigkeit in die Gehörgänge des Hörers. „You Don’t Love Me“ ist eine Rock-Ballade mit melancholischem Unterton und dezent punkiger Attitüde. „Gunslinger“ galoppiert mit seinem treibenden Beat direkt in den dreckigen Westen. „Never Corner A Rat“ legt beim Tempo noch zwei Schippchen drauf und rotzt volles Rohr durch den Dreck. Punk’n’Roll könnte man das auch nennen, inklusive rauhem Gesang und schickem Gitarren-Genudel. Und weil Mister Warwick ein Meister seines Fachs ist, lässt er dem räudigsten Song des Albums den zärtlichsten Folgen. „Time Don’t Seem To Matter“ verbindet Streicher und eine Akustische Gitarre mit dem Gesangs-Duett mit seiner Tochter Pepper. Einen weiterer Rock-Kracher ist „Fighting Heart“, den der Barde mit den gegelten Haaren seiner Fangemeinde bereits vor dem Album-Release als Youtube-Video präsentiert hat. In „I Don’t Feel At Home“ singt Warwick wehmütig von der ihm fremd gewordenen Welt, nicht ohne bittersüßen Schmerz, dem steht „Clown of Misery“ in nichts nach.

Ricky Warwicks „When Life Was Hard & Fast“ ist ein absolut potentes und gleichzeitig vielseitiges Album geworden. Tolle Musik und echte Gefühle, launige Punkrock- und Rockabilly-Anleihen, Singer-Songwriter-Gitarren und Texte über den Schmerz der Welt. Echter Rock eben.

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DanielF

Harte Schale, weicher Kern. Chefredakteur und -metalhead in Personalunion und im "Nebenberuf" Sozialarbeiter, geht Daniels Geschmack von chilligem Americana (Cracker) bis zu kauzigem Indie-Rock (Eels), von klassischem Thrash (Metallica, Megadeth) bis modernem Death Metal (Deserted Fear), von opulent-schrägem Prog-Rock (Opeth, Gojira, Pervy Perkin) bis zu heftigstem Brutal Death Metal (Defeated Sanity, Wormed), von Bluesrock (Gary Moore, Anthony Gomes) bis Classic Rock (Alice Cooper, Queen) - um nur einen Teil zu nennen. Zudem hat er seit den frühen Neunziger Jahren ein leidenschafliches Faible für christliche Rockmusik in genau dieser stilistischen Bandbreite. 

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