MIKE & THE MECHANICS auf Tour

Mike Rutherford hat derzeit allen Grund dazu, glücklich zu sein. Nachdem er mit Genesis so ziemlich alles erreicht hatte, was man als Rockmusiker so haben möchte und er sich mit Mike & The Mechanics ein erfolgreiches zweites Standbein geschaffen hat, kann er nämlich einfach tun und lassen, was er will, ganz ohne kommerzielle Hintergedanken. Das aktuelle Album „Let Me Fly“ destilliert alles, was Mike & The Mechanics ausmacht: Das Songwriting, das erbaulich-Lebensbejahende und die typisch-eigenartigen Untertöne, die den ehemaligen Prog-Musiker verraten. Es läuft derzeit sogar so gut mit dem Mechanics, daß die Band in den letzten Jahren mehr getourt ist als je zuvor. So nahm „Let Me Fly“ auch Fahrtwind auf, als die Band 2011 mit dem Comebackalbum „The Road“ sich auf Selbige begab.

Es war nach dem Tod von Paul Young und dem streitbaren Abgang von Paul Carrack freilich auch ein Neustart für die Band. Rutherford (Gitarre/Bass), Luke Juby (Keyboards), Gary Wallis (Schlagzeug), Anthony Drennan (Gitarre) und vor allem die Aushängeschilder Andrew Roachford und Tim Howar am Gesang wuchsen schnell zu einer echten Einheit zusammen.

„Live waren die Mechanics nie richtig präsent gewesen“

, gibt Mike Rutherford zu.

„Deswegen begann das aktuelle Line Up so, wie ich vor 40 Jahren angefangen hatte. Wir machten uns live einen Namen. Wir spielten überall in Europa Festivals-Gigs, gingen ein paar Mal in England auf Tour und spielten kleinere Venues. Das war interessant, denn ich fragte mich, ob es in meinem Alter überhaupt okay wäre, noch mal die Bühne der Guildhall von Portsmouth zu betreten. Aber alle Zweifel konnten schnell ad acta gelegt werden, weil wir eine richtig gute Live-Band wurden. Die Chemie zwischen uns stimmt einfach, weil wir ganz unterschiedliche Leute sind, ein lustig-spleeniger Haufen. Wir brauchten allerdings neue Songs.“

Die gab es eben in Form von „Let Me Fly“. Das Album besitzt jene Form von Lebensfreude, für die Mike & The Mechanics seit jeher stehen. Und wie immer taucht ein Haufen Charaktere in den Songs auf, die nicht zwangsläufig allzu aufrechte Menschen sind, wie der glücklose Aufreißer in ‚Don’t Know What Came Over Me‘, welches auch die erste Singleauskopplung des Album ist. Mike beschreibt den Typen so:

„Da ist dieser Kerl, glücklich verheiratet und verliebt in seine Frau. Eigentlich ist alles fein für ihn. Aber plötzlich, in dieser einen Nacht, ist er weg und verliert alles wegen eines One-Night-Stands, wegen einer Situation, die komplett verrückt war. Der Mann bittet um Vergebung, aber wird sie ihm gewährt? Der Song lässt ihn im Ungewissen hängen. Und nein, er ist nicht autobiografisch zu verstehen“

, lacht Mike.

Auf ihrer Tournee haben Mike & The Mechanics, die weltweit schon über 10 Millionen Alben verkauft haben, neben den Songs von „Let Me Fly“ natürlich auch Hits wie ‚The Living Years‘, ‚Silent Running‘, ‚All I Need Is A Miracle‘, ‚Word Of Mouth‘, ‚Another Cup of Coffee‘, ‚Over My Shoulder‘ im Set – und, als Schmankerl für die Fans immer auch den einen oder anderen Genesis-Hit sowie Roachfords eigene Hitsingle ‚Cuddly Toy‘.

Die Daten der „Let Me Fly“-Deutschlandtour:

17.09. München, Muffathalle
18.09. Mainz, Halle 45
20.09. Essen, Lichtburg
21.09. Berlin, Columbiahalle
22.09. Leipzig, Haus Auensee
24.09. Köln, Gloria
25.09. Mannheim, Rosengarten
26.09. Stuttgart, Theaterhaus
28.09. Hannover, Theater am Aegi
29.09. Hamburg, Laeiszhalle
30.09. Magdeburg, Stadthalle

SaschaG

Verteidiger der uncoolen Musik: AOR, Symphonic Prog, Hardrock, Thrash- und Achtziger-Metal, Stax/Atlantic und Mainstream-Rock. Süchtig nach BBC-Serien und schrägem Humor. Findet, dass "Never Let Me Down" nur das viertschlechteste Bowie-Album ist und "Virtual XI" besser als alles, was Iron Maiden danach gemacht haben. 

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