Schlagwort: NWOBHM

SWEDEN ROCK Festival 2023 – Erste Bands zum Jubiläum bestätigt

Im kommenden Jahr feiert das Sweden Rock sein 30. Jubiläum. Der Veranstalter hat nun die ersten vier Bands bekanntgegeben. Als Schmankerl wird das Festival wie im letzten Jahr ebenfalls über vier Tage gehen. Allerdings werden bereits am ersten Tag alle fünf Bühnen bespielt. Iron Maiden wird im kommenden Sommer während ihrer geplanten „The Future Past“-Tour…

SWEDEN ROCK 2022 – Das Billing ist komplett. Nur noch wenige Tickets erhältlich! UPDATE: Running Order veröffentlicht

Der Veranstalter hat nun die Running Order für das Sweden Rock bekanntgegeben. Das Festival ist nahezu ausgebucht, es gibt lediglich noch ein kleines Kontingent an Tagestickets für Freitag, den 10. Juni 2022. Die Sweden-Rock-App wurde ebenfalls aktualisiert und ist für Android und Apple in den üblichen App-Stores verfügbar. Der Veranstalter hat gestern das Billing für…

Sons of Satan

Ihr kennt das mit Sicherheit auch, als ihr euch zum ersten mal mit Freunden Instrumente ausgeliehen und im Keller so richtig die Sau raus gelassen habt. Das, was ihr dann auf Tape gebannt habt und im Anschluss genießen wolltet, hat sich angehört wie eine handvoll Pflastersteine in einer Holzkiste, die die Treppe herunter poltert. Okay, dann wisst ihr jetzt, was euch auf Venoms „Sons of Satan“ (BMG) erwartet. Ein höllischer Lärm!

Wer die ersten vier bahnbrechenden Meisterwerke der drei ulkigen Briten kennt, wird auch wirklich einige Fragmente wiedererkennen. Die Soundtechniker haben wahrscheinlich Blut und Wasser geschwitzt, als sie den Auftrag bekommen haben, die Demo der wahnsinnigen Drei zu restaurieren. Wenn das Ziel „Scheitern“ ist, kann man nur noch gewinnen. So muss Motto gewesen sein, aus diesen unhörbaren Schrott einigermaßen hörbaren Schrott zu machen. Dass die vier Demos bereits in der grandiosen „In Nomine Satanas“-Box allen Die-Hard-Fans zugänglich gemacht wurde, versteht sich von selbst. Schließlich will man ja wissen, zu welchen sanften Tönen Luzifer anno 1979 nach Feierabend entspannt hat. Jetzt wissen wir es! Schepper! Schepper! Schepper!

£50 Demo Recordings – der Tee war teurer

Der Vollständigkeit halber folgt nachstehend die Auflistung der Rahmendaten zu diesem Kleinod. Die ersten fünf Songs sind den „Church Hall Rehearsals 1979AD“ entnommen. Ganz ins Heiligste der Kirche konnten sie wahrscheinlich nicht vordringen. Da muss man halt mit dem Flur vorlieb nehmen. Die nächsten sechs Schätze sind den „£50 Demo Recordings – 1980AD Impulse Studios“ entrissen, bei denen sich jeder fragt, wofür die 50 Pfund auf den Tisch geblättert wurden. Wahrscheinlich für den Tee. Weitere drei Perlen sind in demselben Studio entstanden und überraschender Weise durchaus hörbar. Auf jeden Fall sind Venom zu erkennen, wenn auch noch sehr NWOBHM beeinflusst. Zum Abschluss gibt es noch die fast 14-minütige Original-Version von „At War with Satan“ samt dem legendär-genialen Intro-Riff. Es kratzt und ächzt, aber das sind Venom, wie wir sie alle lieben und verehren.

Fans haben sich eh schon die Box mit den ersten fünf Album auf schickem Vinyl, der Shape-Picture-Disc, Poster, Biografie, Backpatch und eben dieser teuflisch essentiellen Veröffentlichung namens „Sons of Satan“ in ihren Schrein gestellt. Also, welcher normalsterbliche Headbanger braucht diese Scheibe? Keiner, verdammt noch mal! Auf Doppel-CD im Digipack und als Doppel-Album in buntem Vinyl ist „Sons of Satan“ eine reine Angelegenheit für echte, wirklich echte Die-Hard-Fans, die sonst keine anderen Bands an ihr Gehör lassen.

Lay down your soul to the gods of Rock‘n‘Roll!

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IRON MAIDEN – Vorverkaufsstart für vier Konzerte in Deutschland

Die britischen Metal-Urgesteine Iron Maiden kehren nächstes Jahr auf dem letzten Abschnitt ihrer „Legacy Of The Beast“ Tour auf die Bühnen zurück und haben unter anderem vier Termine für Deutschland angekündigt.  Am 9. Juni geht es los auf der Bremer Bürgerweide, am 10. Juni folgt der Gig im RheinEnergieStadion in Köln – beide Städte wurden…

WEAPON UK veröffentlichen „Ghost of Wars“

Die NWoBHM-Band WEAPON UK wird am 27. September 2019 das neue Album „Ghosts Of War“ als limitierte Vinyledition veröffentlichen. Der Vorverkauf beginnt am 13. September 2019. Das Album wird mit einer Auflage von 300 schwarzen Exemplaren, 2 Bonustracks und Insert auf Vinyl erscheinen. Aufgrund der zu ihrer Gründung abgelaufenen Epoche werden WEAPON UK als NWoBHM-Truppe…

Coffin Train

Warum wohl die meisten englischen Metal-Bands der 70er und 80er Jahre, der sogenannten New Wave of British Heavy Metal, heute kaum noch bekannt sind? Und das, obwohl sie die wohl wichtigste Verbindung zwischen Deep Purple und Black Sabbath und den späteren Generationen von Heavy-Metal-Bands darstellten. Unbestritten ist jedenfalls ihre Bedeutung für die Weiterentwicklung des Metal. Für Diamond Head, 1976, im Geburtsjahr des Rezensenten gegründet, stellt ihr Debütalbum „Lightning to the Nations“ von 1980 ihren wichtigsten Beitrag zur neuen Welle britscher Metalbands dar. Später wurde die Band vor allen Dingen durch Metallica bekannt, die die Band als einer ihrer frühestens und prägendsten Einflüsse angaben.

Bereits 1985 löste sich die Band das erste Mal auf, profitierte jedoch indirekt durch die wachsende Popularität von Metallica, die ihren Namen durch ihre Cover-Versionen („Am I Evil?“) aktuell hielten. Das Ergebnis waren das 1993er Album „Death and Progress“ und Auftritte im Vorprogramm von Metallica, das auf und ab setzte sich jedoch fort. 2016 erschien das bisher vorletzte, selbstbetitelte Album mit dem neuen Sänger Rasmus Bom Andersen, das rückblickend als „echtes Comeback“ bezeichnet werden muss. 2019 ist nur noch Original-Gitarrist Brian Tatler an Bord, mit „Coffin Train“ erscheint jedoch das zweite Album in drei Jahren. Aktivität ist immer ein vielversprechendes Zeichen für leidenschaftliche, gute Musik.

Die liefern die Veteranen mit ihrem jungen Frontmann mit „Coffin Train“ auch auf jeden Fall ab. Vorausgesetzt, man kann etwas mit klassischem Metal anfangen. Der wurde im Underground zwar immer gespielt, hat aber erst in den letzten Jahren wieder etwas mehr Popularität erfahren können. Schön, wenn eher gebeutelte, alte Hasen es schaffen, eine Brücke in die Gegenwart zu schlagen. Beispielsweise mit dem energiegeladenen Opener ‚Belly of the Beast‘. Charmant irritierend, wenn man beim grandiosen Sechsminüter ‚Serrated Love‘ zu Beginn ein Riff entdeckt, das wie eines von Metallica klingt. Wunderbar, wie der erst 34-jährige Andersen mit seiner Power-Röhre den Sound von „Coffin Trains“ mitprägt. Auch hier trifft Jugend auf Erfahrung. Fazit: Dieses Album wird nicht nur NWOBHM-Freunden gefallen, sondern ganz generell junge und alte Metalheads begeistern.

Leather Rebel – Mein Leben mit Judas Priest

Judas Priest sind in der Metalwelt Legenden. Die Leder-und-Nieten-Outfits, Sänger Rob Halford, der mit dem Motorrad auf die Bühne fährt und Alltime-Klassiker wie ‚Living After Midnight‘, ‚Breaking the Law‘ oder ‚Painkiller‘ kennt jeder noch so grüne Metalhead. Ihr Sound mit zwei E-Gitarren war stilbildend und wurde nach dem gleichnamigen Album als „British Steel“ bekannt, Halford als „Metal God“. 2019 feiert die Band den 50. Geburtstag seit ihrer Gründung als Bluesrock-Band im später als Heavy-Metal-Wiege bekannt gewordenen, mittelenglischen Birmingham. Nach der Band-Biographie „Der stählerne Weg von Judas Priest“ von 2007 legt nun der 2011 ausgestiegene Gitarrist Kenneth „K.K.“ Downing als erster Musiker der Gruppe seine sehr persönliche, ungeschönte Sicht auf die Bandgeschichte vor.

In den ersten Kapiteln beschreibt Downing sehr berührend seine Kindheit in ärmlichen Verhältnissen. Die ganze Familie leidet neben den harten Lebensverhältnissen der Nachkriegsjahre unter dem psychisch kranken Vater. Der junge Kenneth wird so für sein ganzes späteres Leben in seiner Persönlichkeit geprägt und verlässt die Familie mit bereits 15 Jahren. Die Rolling Stones beeindrucken ihn, und vor allem Jimi Hendrix, den er mehrfach live erlebt und der in ihm den Wunsch weckt, Gitarrist in einer Band zu werden. Die mühseligen und langen Lehrjahre als Band werden mit dem Ziel vor Augen erträglicher. Downing beschreibt unterhaltsam seine in diesen Jahren begründete, zielstrebige Arbeitseinstellung, das gänzlich unspektakuläre Kennenlernen von Rob Halford, den ersten Plattenvertrag 1974 und die Geburtsstunde des Looks als „Rebellen in Leder“ als seine Idee. Danach nehmen vor allem die Beschreibungen der Produktion der ersten Alben einen grossen Raum ein.

Gemeinsame Auftritte mit Led Zeppelin, Teetrinken mit AC/DC, die Rivalität zu den aufstrebenden, aufmümpfigen Iron Maiden, lange Partynächte mit Groupies nach Aufnahmesessions auf Ibiza, Golfspielen mit Def Leppard, die kurzweiligen Anekdoten sind zahlreich und geben einen interessanten Einblick in die Band- und Persönlichkeitsstrukturen. Vor allem natürlich diejenige von Downing, die sich zumindest sehr stark mit den Erfahrungen aus der Kindheit erklären lassen. Die letzten Kapitel sind dann nochmals besonders interessant. Downing legt sehr persönlich seine Gründe für den Ausstieg aus der Band dar, reflektiert darüber, warum er ledig geblieben ist und schliesst mit einem dankbaren, bodenständigen und dennoch selbstbewussten Fazit das Buch ab. Klare Empfehlung nicht nur für Priest-Fans.

OZZY OSBOURNE – Abschiedstour mit JUDAS PRIEST wegen Krankheit verschoben

Erst vor zehn Tagen hatten wir nochmals auf die anstehende Abschiedstour von Ozzy Osbourne hingewiesen – nun muss der „Prince of Darkness“ auf Rat seiner Ärzte die gesamte Tour abblasen. Der ehemalige Black-Sabbath-Frontmann mit der ohnehin angeschlagenen Gesundheit hatte sich erst von einer Staphylokokken-Infektion inklusive Operation an der Hand erholt und sich nun eine starke…

Screaming Murder Death From Above: Live In Aalburg

Die Energie eines Raven-Gigs muss man einfach selbst erlebt haben. Worte können es gar nicht ausdrücken, welch ein Energie- und Hektik-Level von den einzig wahren Gallagher-Brüdern auch fast 40 Jahre nach Release der „Don’t Need Your Money“-Single auf der Bühne freigesetzt wird. Das aktuelle Livealbum „Screaming Murder Death From Above: Live In Aalborg“ gibt aber diesbezüglich Unbeleckten zumindest eine gute Vermutung der Schutt-und-Asche-Attitude der Band.

Es ist bei Raven auch grundsätzlich schnuppe, was gespielt wird – einen richtigen Stinker hat die Band nämlich auch noch nicht veröffentlicht, und so passen sich die beiden neuen Songs ‚Destroy All Monsters‘ und ‚Tank Treads‘ wunderbar in den Klassikerreigen. ‚All For One‘, ‚Rock Until You Drop‘, ‚Break The Chain‘ (wieder mit fröhlichem Liederraten) und das melodische ‚On And On‘ sind natürlich Pflichtprogramm, dazu gibt’s mit ‚Faster Than The Speed Of Light‘, ‚Hung, Drawn And Quartered‘ und ‚Hell Patrol‘ ein paar lang nicht mehr gehörte Schmankerl und mit ‚A.A.N.S.M.M.G.N.‘ ein garantiert sinnloses, aber schön lärmiges Gitarrensolo, bei dem Mark Gallagher so richtig die Nerven der Zuhörer strapaziert. Bei all dem Lärm sollte man aber nicht übersehen, dass Raven keinesfalls ein talentfreies Lärmkonglomerat wie die einstigen Neat!-Labelkollegen Venom darstellen. Klar, das Geschrei von Bruder John ist Geschmackssache, schon das Rock Hard hat seinerzeit die gemeinsam mit Udo Dirkschneider aufgenommene ‚Born To Be Wild‘-Coverversion ( ‚… ein nervenzerfetzendes Gekreische, aber hundert Prozent authentisch!‘) als quasi ultimativen Voight-Kampff-Test für Möchtegern-Metalfans geadelt. Aber hier sitzt nach wie vor jeder markerschütternde Sirenenschrei, und das Trio klingt jederzeit entenarschtight. Auch Neu-Drummer Mike Heller genießt es, konträr zu seinem Hauptjob bei Fear Factory, endlich einmal ohne Clicktracks und Samples Vollgas zu geben, zu improvisieren und generell einfach, nun ja, Sitzfleisch zu kicken. Wohl keine andere Band der NWOBHM hat die Energie und den Anarcho-Spirit des Punk derart unverfälscht in den Heavy Metal integriert wie Raven, was die Band auch nach wie vor völlig unverwechselbar und eigen klingen lässt.

Der Sound ist, dem Anlass würdig, so professionell und durchsichtig, wie es sein muss, aber gleichzeitig so roh und schmutzig, wie sich das im Genre so gehört. Klar, „Screaming Murder Death From Above: Live In Aalborg“ ist definitiv nichts für HiFi-Fetischisten, die ihre Livemitschnitte nur in Dolby Atmos geniessen, wer aber nach wie vor massive sexuelle Erregung beim Genuss von „No Sleep Till Hammersmith“ verspürt, wird sich hier fraglos wohlfühlen. Einziger Kritikpunkt ist die Länge von nur 54 Minuten – die Band war bei der mitgeschnittenen Show nämlich nicht der Headliner. Da müssen dann doch so einige recht essenzielle Klassiker außen vor bleiben. Aber das ändert nichts daran, dass Raven auch heute noch zu den mitreißendsten und kraftvollsten Liveacts der Metal-Szene gehören und „Screaming Murder Death From Above: Live In Aalborg“ davon mitreißend und kraftvoll Zeugnis ablegt. Nachdem das also geklärt wäre: wann wird endlich der fast komplett vergriffene Backkatalog der Band wiederaufgelegt?

Fallen Angels

Die Zeiten haben sich geändert: Internet, Cyber Wars, Chirurgische  Kriege, Genmanipulation, seelenlose Castings-Bands und Generationen im Entertainment-Rausch. Eine entwurzelte Welt öffnet sich vor einem. Gut zu wissen, dass es aber auch Dinge gibt, die in sich und in ihren Wurzeln ruhen. Der mächtige Cronos und Venom gehören dazu. Seit der „In League with Satan“-Single von 1981 hat sich bei Venom eigentlich nicht viel geändert, die Band ist sich immer treu geblieben. Das wirklich Böse stirbt eben nie.

Mit der dreizehnten Schwarzrille untermauern Cronos und seine Mannen ihre Stellung in der Heavy Metal-Gemeinde, Venom ist nicht auf der Historie weg zu denken. Vorsichtig hat sich die Black Metal-Legende der modernen Zeit angepasst und dabei kein Stück an Authentizität verloren. „Fallen Angels“ poltert so gewaltig aus den Lautsprechern wie einst das Meisterwerk „Black Metal“, das einem ganzen Genre den Namen gegeben hat. Ungeschliffener Heavy Metal bereitet den roten Teppich für den Antichristen, „Hail Satanas“, während „Pedal to the Metal“ versinnbildlicht das Konzept von „Fallen Angels“: Heavy as Metal can get!

Shakespeare in Black Metal

Während andere Metal-Legenden ihre Untertanen zusammen mit abgehalfterten Lyrikern langweilt, verbreiten Venom immer noch Shakespeare-Atmosphäre. Dramaturgisch entfalten sich die 13 mächtigen Kompositionen bei großer Lautstärke am eindrucksvollsten und pendeln zwischen energischen Up-Tempo-Nummern à la „Nemesis“ und walzendem Metal wie „Annunaki Legacy“. Düsteres Textgut wird in Form von „Valley Of The Kings“ vorgetragen. Cronos brüllt, kreischt, grunzt und erzählt in seiner unnachahmlichen fiesen kehligen Art. Mit „Punk’s not Dead“ lässt das klassische Trio noch einmal ihre Vergangenheit Revue passieren und klopft sich für all die gute Musik aus dem tristen Newcastle selber auf die Schulter.

Venom spielen uns seit 30 Jahren den „Blackened Blues“ und das mit einer feurigen Inbrunst als stehe Armageddon direkt vor der Tür. „Fallen Angels“ reiht sich nahtlos in eine legendäre Karriere und fällt weitaus stärker aus als die ein wenig laueren Vorgänger-Alben „Metal Black“ und „Hell“. 

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