Rotting Out

Reckoning

  • Artist: Rotting Out
  • Album: Reckoning
  • Label: Pure Noise Records
  • Release: 2015-03-10
  • Medium:
  • Bewertung:2

Mit Bands wie Cruel Hand und Backtrack feiert moderner Old-School Hardcore seit einigen Jahren ein Comeback. Temporeiche Gitarrenriffs und rotzige Gesangsstimmen der Achtziger, gepaart mit modernen Breakdowns und Gangshouts der letzten Dekade. In diese Kategorie fällt auch Rotting Out aus der Stadt der Engel, die mit ‚Reckoning‘ ein kleines aber feines Brett aus purer Aggression hingelegt haben. Eine Ode an die Rache, wenn man so möchte, denn um nichts anderes geht es auf der Scheibe. Untermalt wird dieses Thema durch kurze Samples einschlägiger Filmzitate (‚Tombstone‘, ‚Lawless‘ und ‚Falling Down‘), welche die ersten drei Songs einleiten. Die Neunziger lassen grüßen. Schon der erste Song, ‚Born‘, steigt mit dem Holzhammer ein: ‚Hate is all that I’ve known, it’s the price I pay for being born‘ und endet nicht weniger dramatisch: ‚Dear mother, I will bring you shame no more, my abdomen is ready so hand me the sword.‘ Rotting Out halten sich nicht mit Lappalien auf.

Highlight der EP ist sicher das von wilden Gitarrenriffs getragene und konsequent straf durchexerzierte ‚Eyes Wide‘, bei dem sich Sänger Walter Delgado bis zum Break am Ende so richtig austobt. Die Angepisstheit in seiner Stimme sucht dabei Ihresgleichen. ‚End Of The Road‘ mit seiner old-schooligen Bass-Line ist wiederum eher im Mid-Tempo angesiedelt und thematisiert die Hass-Liebe der fünf Kalifornier für ihre Heimatstadt. Bei ‚I Don’t Care‘ und ‚Live Fast, Die Young‘ handelt es sich – alteingesessene Hardcore-Veteranen werden es bereits erahnt haben – um Coversongs, die auf die Circle Jerks zurückgehen. Da im Sound von Rotting Out sowieso der Geist vergangener Zeiten mitschwingt, orientieren sich beide Titel auch recht nahe am Original.
Insgesamt ist ‚Reckoning‘ keine Offenbarung. Weder technisch noch inhaltlich liefert die Kurzspielplatte irgendetwas, das man nicht vorher schon einmal gehört hätte. Wer allerdings genug von den verspielten Melodien und anklagenden Texten moderner Hardcore-Bands hat, bekommt hier innerhalb von zehn Minuten einen schnörkellosen Satz heißer Ohren, samt Neunziger-Jahre-Feeling.

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