Pears

Pears

  • Artist: Pears
  • Album: Pears
  • Label:
  • Release: 2020-03-06
  • Medium:
  • Bewertung:1-
PEARS Pears-coverartwork

Eigentlich ist Melodic Punk/Hardcore, wie ihn Bad Religion und NoFX seinerzeit geprägt und etabliert haben, eine olle Kamelle. Viele Bands hören sich inzwischen zum Verwechseln ähnlich an, verwenden dieselben Trademarks und die Platzhirsche kopieren sich selbst mit jedem neuen Album. Da ist eine Band, die mal etwas durchgeknallter ist, eine willkommene Abwechslung. Die wilden Punks Pears aus New Orleans, beweisen zum wiederholten Mal, dass die Stadt im Süden Amerikas mehr zu bieten hat als Sludge und dumme Rockstars, nämlich überschäumenden Punkrock an der Grenze zum Hardcore mit mitreißenden Melodien. Das simpel „Pears“ (Fat Wreck Chords) betitelte vierte Album des Punk-Quartetts macht großen Spaß, weil es vor Energie, Melodien, Humor, Zitaten und ungestüme Breaks nur so strotzt.

Aufmüpfig und ungeschliffen, wie Punk sein soll, kommt schon der Opener ,Killing Me‘ aus dem Lautsprecher gerotzt. Die Mischung aus Melancholie und Wut harmoniert bestens. Wild und im Uptempo geht es weiter bevor das erste große Zitat auf den Tisch geknallt wird. Auch wenn es kein Cover ist, den Pink Floyd Klassiker ,Comfortably Numb‘ hört man mehr als einmal heraus. Nur dass die Pears der allgegenwärtigen Apathie ins Gesicht spucken: ,Comfortably Dumb‘. Schon jetzt ein Klassiker im Repertoire der Band. Danach geht es dem ,Mambo No. 5‘ an der Kragen und ,Macarena‘ wird genüsslich in den Arsch getreten. Die perfekte Einladung zum Pogen. Auch die Foo Fighters werden musikalisch verhackstückt: schöne, langweilige, gesichtslose Chöre werden gnadenlos nieder gebrüllt. Alles mit grenzenlosen Spaß und maximaler Überzeugung vorgetragen.

Die Südstaatler lassen dermaßen die Funken sprühen, dass es eine wahre Freude ist. Der Sound ist auch eher rau und holprig als glatt und von der Stange wie der vieler Kollegen. So muss Punkrock sein – mal krachend, mal wütend, mal voller Weltschmerz, dann wieder frech und überdreht und immer mit einem zwinkernden Auge. Mit 14 Songs auf einem gleich hohen Niveau ist das Album auch gut gefüllt. Da trifft die klischeehafte Phrase „All killer, no filler“ wie die Faust aufs Auge. Bang! Pears hauen einen um! Und das macht einfach Spaß!

Der aktuelle Output der Pears ist Melodic Punk/Hardcore at it’s best. Da müssen sich die arrivierten Bands des Genres mal locker hinten anstellen und beweisen, dass ihnen mal wieder nichts einfällt. Pears liefern auf jeden Fall den Soundtrack für viele herrlich bunte und wunderschön schmerzhafte Blutergüsse auf ihren Konzerten.

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