Kennt Ihr schon… GRADE 2?

Auf der Isle Of Wight macht die Queen mit Vorliebe Urlaub. Kein Wunder, dass die ansässige Jugend von Langeweile geplagt wird. Drei Jungs wussten sich zu helfen, gründeten eine Band und nannte sie Grade 2. Die kleinen uns großen Inseln von Großbritannien reichten für ihre Touren bald nicht mehr aus, und so machten sie sich auf in die USA. Derart ziel- und stilsicher, konnte es kaum anders kommen, als dass Grade 2 in den offenen Armen von Hellcat und Rancid's own Tim Armstrong landeten. Der hat ihr drittes Album „Graveyard Island“ produziert, das gerade erschienen ist. Höchste Zeit für unsere Kurzvorstellung.

Ihr nennt euch Grade 2. Warum nicht Grade 1?

Soweit wir wissen, gibt oder gab es schon eine Band Grade 1, aber genaue Informationen dazu haben wir nicht. Grade 2 klingt ja auch besser!

Ihr spielt einen sehr direkten, ursprünglichen Punkrock und bezieht euch selbst auf den Sound von 1976. Welche Traditionen von vor 40 Jahren sind es wert fortzuführen und welche sollten wir besser vergessen?

Auf dem neuen Album haben eine Menge neuer Sachen ausprobiert, die wir vorher noch nicht gemacht haben. Man will immer seinen Respekt zollen und Einflüsse aufnehmen von Denen, die vor Einem da waren. Das ist nur natürlich.

Wer steht nicht auf einen simplen Drei-Akkorde-Punk-Song?! Wir verweisen auf diesen klassischen Punk-Stil, den wir so lieben, mit dem Track „Tired Of It“. Mit diesem Album haben wir uns bemüht, die Botschaft bedeutsam und stark zu gestalten. Damit sich alle Hörer damit identifizieren können.

Was die Dinge angeht, die wir besser in der Vergangenheit belassen – dazu hat wohl jeder seine eigene Meinung.

Ihr seid durch die USA getourt und habt dort nun auch „Graveyard Island“ aufgenommen. Welches sind die Unterschiede und auch Gemeinsamkeiten zum Punkrock in Eurer Heimat Großbritannien (oder auch Europa)?

Korrekt, in den letzten zehn Monaten haben wir etwa 63 Konzerte in Amerika gespielt. Das war eine ganz neue Erfahrung. Es ist ein verdammt großes Land. Versuch mal, Texas an einem Sommertag zu durchfahren! Der Van war eine Sauna!

Gemeinsamkeiten wird es immer geben, schließlich lieben wir alle die gleiche Musik. In der Punk-, Oi!- und Hardcore-Szene sind unglaublich nette Leute engagiert und wir sind jedem Einzelnen dankbar, dass er uns bei der Tour unterstützt hat.

Den Unterschied machen auf jeden Fall die Circle Pits. Die gibt es nicht wirklich bei uns in Großbritannien. Von daher, wo auch immer wir einen in Gang setzen können, werden wir das tun!

Wie habt ihr Tim Armstrong kennengelernt und was hat euch die Zusammenarbeit mit ihm bedeutet?

Wir haben ihn erst im Studio getroffen. Es gab kein vorheriges Treffen; wir sind direkt für die Aufnahme des Albums nach L.A. gefahren. Wenn wir jetzt darüber nachdenken, ist das verrückt. Aber schon nach ein paar Stunden war es so, als würden wir uns ewig kennen.

Er ist trotzdem einer unserer Helden. Es war nichts Geringeres als eine surreale Erfahrung, an die wir uns ein Leben lang erinnern werden. Das Album ist unser bisher bestes. Tim hat das Beste aus uns herausgeholt, was in jeder Hinsicht zu merken ist. Ihr müsst unbedingt alle das Album hören!

Ihr kommt aus Familien mit Migrationshintergrund. Wie divers ist die Punkrock-Szene im heutige England?

Sid kommt aus einer irischstämmigen Familie, Jacob hat Wurzeln in St. Vincent und Jack wartet noch auf seine DNA-Ergebnisse.

Aber ernsthaft – Jeder, den wir bisher egal in welchem Land der Welt getroffen haben, hat uns willkommen geheißen und wie seine besten Freunde behandelt. Das gilt ebenso für Großbritannien. Die Szene pflegt ihre Diversität und wir grüßen die Londoner Jungs von Scandal, die einen rumänischen Background haben. Die solltet ihr euch mal anhören!


grade2official.co.uk
Foto: Bill Chatfield

betty blue

(Post-)Punk, Deutschpunk, Garage, Lo-Fi, Alternative, Emo, Indie, Americana... Hauptsache mit Gitarre! Fühlt sich am wohlsten bei New Model Army-Konzerten. Zum Entspannen gerne Old School-Jazz und Son Cubano. ¡Viva! 

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