The Wendigo

Blind Guardian – The God Machine

Blind Guardian haben dreißig Jahre lang sich selbst und ihre Musik neu erfunden. Ähnlich wie z.B. bei Therion wurde dabei die Musik immer ausgefeilter, immer komplexer, immer vielfältiger. Egal ob nun eine horrende Anzahl an Riffs pro Song, die Blind Guardian stellenweise eher dem Progressive Metal zurechenbar machten, ausufernder Einsatz von Chören und Orchester, gar…

Belphegor – The Devils

Was soll man zu Belphegor sagen? Die Österreicher sind seit über 30 Jahren eine absolute Referenz im Death Metal. Ikonisch für europäischen Death Metal mit Black Metal-Einflüssen, kompromisslos in Wort und Bild – hier wurden Ziegen gefickt, bevor der Böhmermannsche Jan überhaupt auf solche Ideen kam. „The Devils“ ist in vielerlei Hinischt eine besonders edle…

Oceans Of Slumber – Starlight And Ash

Dies wird eine schwierige Rezension. Man muss Musik immer auf verschiedene Arten hören – einfach als Fan, als Kritiker, das Große Ganze betrachtend und das Individuelle verstehend. Und damit stellen Oceans Of Slumber den Hörer vor ein riesiges Problem. Das neue Album „Starlight And Ash“ ist ebenso grandios wie es auf seine eigene Art eine…

Monumental – The Temple Of Twilight

Das Rad neu erfinden kann und wird man im nordischem Black Metal nicht, aber das ist auch gut so. Zwischen altnordischen Instrumenten, Chören und epischen Keyboards wurde dem Genre schon alles hinzugefügt, was passend ist und somit dem konservativ-stilsicheren Freund dieser Musikrichtung vollkommen ausreicht. The Mist From The Mountains bedienen hierbei eine stilistische Linie, die…

Acid River

Dark Millennium haben anno 1992 mit „Ashore The Celestial Burden“ eines der großartigsten Debutalben veröffentlicht, das jemals in Deutschland das Licht der Welt erblickt hat. Originell, spannend, auf höchstem technischen und songwriterischen Niveau, mit einer düsteren Progressivität, die in diesem Genre zu dieser Zeit noch gänzlich inexistent war. Auch heute ist der Opener „Below the Holy Fatherlands“ immer noch einer der besten Death Metal – Songs aller Zeiten.

Das folgende Album „Diana Read Peace“ übertrieb die progressiven und psychedelischen Augenblicke etwas, und die Band löste sich danach auf. Mit „Midnight In The Void“ und „Where Oceans Collide“ veröffentlichte man zwei neue Album in den 2010er Jahren, beide waren jedoch – trotz immer noch anständigem Niveau – nur in den allerbesten Momenten qualitativ in der Nähe des Debuts.

Das ändert sich mit dem neuen Album „Acid River“ schlagartig.

Eigentlich klingt die Musik, die einem hier um die Ohren fegt, als käme sie von einem direkten Nachfolgealbum zu „Ashore The Celestial Burden“. Der Sound hat wieder dieses in Worte nicht zu fassende, unbeschreibliche Etwas, das jeden Dark Millennium – Song auf einer egal wie großen Masse herausstechen lässt. Die Vielschichtigkeit der Gitarren, die progressiven Elemente und vor allem diese gruseligen, schrägen akustischen Gitarren und horrorfilmähnlichen Keyboardelemente, die das Debut so unvergleichlich machten, sind wieder da – und zwar genau so, wie sie sein sollten. Vermutlich hat das damit zu tun, dass die Band das Originalequip von damals ausgebuddelt hat – das Nostalgische tut der Musik unfassbar gut.

Natürlich wirkt auch „Acid River“ beim ersten Durchlauf etwas seltsam, verschroben, sperrig und unzugänglich – aber das tat das Debut – mal abgesehen vom Opener – ebenfalls. Mit jedem einzelnen Durchlauf öffnet sich das Album mehr und mehr und gibt schließlich die Melodien, die Eingängkeit unter all dem verschrobenen Konstrukt frei.

Atmosphärisch ist das Album ein Gesamtkunstwerk. Die sieben Songs sind – fast auf die Sekunde genau – alle sieben Minuten lang, doch keiner davon ist zu lang oder gar langweilig. Insgesamt ist der Mix und der Sound, der oldschoolige Gitarrenklang und die moderne Elektronik, der Gesang und eigentlich jeder noch so kleine Reglerdreh absolut perfektioniert.

Dark Millennium waren 1992 anders – und sie sind es jetzt wieder, aber anders. Die todesmetallische Version der Filme Ghostbusters und Ghostbusters – Afterlife. Das ist modernisierte Nostalgie in ihrer reinsten Form. 30 Jahre nach dem Debut sind Dark Millennium wieder absolute Spitzenklasse im deutschen Death Metal.

 

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ROME – Namensrechtsstreit bedroht Bandexistenz

Die Karriere der luxemburgischen Neofolk- und Martial/Industrial Band ROME von Mastermind Jérôme Reuter steht auf der Kippe. Wie Jérôme Reuter gestern verlauten ließ, wurde er aus den USA wegen angeblichem Rechtsbruch in Schutzmarkenangelegenheiten („Trademark infriction“) verklagt. Sänger Rome Ramirez der Ska-Punk-Band „Sublime With Rome“ wirft ihm die Nutzung des Namens „Rome“ vor, der angeblich eine…

The Visit – The Definitive Edition

Muß man über „The Visit“ selbst noch Worte verlieren? Eigentlich nicht. Dieses Album ebnete den Weg von Loreena McKennitt zu Weltruhm. Eine folkloristische Künstlerin mit einem starken Drang zur Esoterik war nicht unbedingt die, von der man meinen könnte, sie sei für Weltruhm geschaffen. Zu wenig Popstar, zu wenig offensive Selbstinszenierung. Musikalisch und gesanglich sucht jedoch auch 30 Jahre später die Szene noch ihresgleichen. Zusammen mit Enya hat Loreena McKennitt ein Genre salonfähig gemacht, das üblichweise ein eher außenseiterisches Dasein geführt hat.

Die nun vorliegende „definitive“ Edition zum 30. Geburtstag des Originals ist ein nicht überladenes, aber dennoch feines Hardcover mit 4 CD’s, plus eine fünfte bluray Audio mit hervorragendem Dolby Atmos Sound. Neben dem 2004 remastertem Original von 1991 gibt es noch eine Interview-Disc und eine Disc mit den im Radio übertragenen Live-Konzert-Aufnahmen von 1992 mit einer veränderten Tracklist, die auch Stücke wie „Standing Stones“ enthält sowie ein Livemitschnitt eines Radioauftrittes in Philadelphia, der abwechselnd kürzere Interviewfetzen und solo interpretierte Songs enthält – ein wunderbares Zeugnis amerikanischer Radiokultur (ja! Die gab es! – und gibt es noch…) das als solches fasziniert, zum reinen Hörgenuss allerdings wenig beiträgt. Der schmale Grad zwischen Melancholie, Kitsch, Entrücktheit, Naturverbundenheit und Träumerei, den McKennitt in ihrer Musik so perfektioniert hat funktioniert dann am besten, wenn man sich mit geschlossenen Augen davontragen lässt – und Interviewfragen lassen diese Atmosphäre nicht aufkommen. Beim Abspielen der Live-CD einfach die Interviewantworten ausblenden, dann passt das.

Die vierte Disc enthält einen für (die richtigen) Kopfhörer optimierten 3D-simulierenden Surround-Mix, der durch seine Klarheit und den wirklich allumfassenden Klang die Musik noch einmal auf ein anderes Level hebt – die BinauralHeadphone Version von „Tango for Evora“ nimmt einen nach nicht einmal 2 Sekunden so mit, dass man alles um sich herum vergisst. Neben den Headphone Mixes gibt es noch Soundboard-Trio Aufnahmen aus dem Jahr 2016, auf Wesentliche reduziert, ebenfalls live, ebenfalls herausragend.

Hinzu kommen Textbeiträge von McKennitt selbst und ihren Wegbegleitern sowie Fotodokumentationen und Lyrics.

Daher ist diese Ausgabe ein Pflichtkauf für alle Fans des Genres, dazu ein interessanter Einblick für Leute, denen sie noch kein Begriff ist ( sollte es das geben…).  

Da Loreena McKennitt im Augenblick musikalisch kürzer tritt, um politisch aktiv zu sein kann man sich über dieses wunderschöne Stück Erinnerung freuen und hoffen, dass die Zeit der musikalischen Abstinenz nicht zu lang währen möge.

https://loreenamckennitt.com/

https://twitter.com/loreena

UNTO OTHERS – Die Kritikerfavoriten mit einem neuen Album

„Strength“ lautet der Titel des kommenden Werkes, das am 24.9. erscheint und auf das vielgerühmte Debütalbum „Mana“ folgt, das 2019 in diversen Jahrespolls weit oben rangierte. Mit „Downtown” schicken Unto Others heute direkt einen neuen Song vom kommenden Album ins Rennen. Das Album kann ab heute vorbestellt werden. Die unter dem Namen Idle Hands bekanntgewordene Band…

Loreena McKennitt – Defintive Edition zum 30. Geburtstag von „The Visit“

Das Juno Award Gewinner Album, welches Loreena McKennitt vor 30 Jahren den Zutritt auf die internationale Bühne verschaffte, wird am 24. September 2021 als The Visit: The Definitive Edition wieder veröffentlicht.  Pre-Order hier: https://www.loreenarevisited.com/ Das Original Album wurde 1991 aufgenommen, erzielte den Verkauf von über 2 Millionen Kopien in mehr als 40 Ländern und war…