The Wendigo

DIE OBERHERREN – Die By My Hand

Kann man schon von einem Gothic-Revival sprechen? Vermutlich nicht. Das, was der Darkwave und der Gothic in den 80ern und frühen 90ern war, war ein Lebensgefühl. Zu diesem Lebensgefühl gehörte die ausführliche Beschäftigung mit der eigenen dunklen Seite, mit der Andersartigkeit, die auch als Protestform zelebriert wurde. Heutzutage protestiert jeder gegen alles und jeden, solange…

THE TEMPLE – Of Solitude Triumphant

Pünktlich zur Weihnachtszeit, dem üblen Wetter, der Dunkelheit und dem Kerzenschein veröffentlichen die schon seit 17 Jahren aktiven, dennoch nie über den Status des absoluten Underground-Geheimtipps herausgekommenen The Temple aus Griechenland ihr neues Album „Of Solitude Triumphant“. Nach dem Debut von 2016 (ja, die haben 11 Jahre gebraucht, um ihr erstes Album zu veröffentlichen…) ist…

Blind Guardian – The God Machine

Blind Guardian haben dreißig Jahre lang sich selbst und ihre Musik neu erfunden. Ähnlich wie z.B. bei Therion wurde dabei die Musik immer ausgefeilter, immer komplexer, immer vielfältiger. Egal ob nun eine horrende Anzahl an Riffs pro Song, die Blind Guardian stellenweise eher dem Progressive Metal zurechenbar machten, ausufernder Einsatz von Chören und Orchester, gar…

Belphegor – The Devils

Was soll man zu Belphegor sagen? Die Österreicher sind seit über 30 Jahren eine absolute Referenz im Death Metal. Ikonisch für europäischen Death Metal mit Black Metal-Einflüssen, kompromisslos in Wort und Bild – hier wurden Ziegen gefickt, bevor der Böhmermannsche Jan überhaupt auf solche Ideen kam. „The Devils“ ist in vielerlei Hinischt eine besonders edle…

Oceans Of Slumber – Starlight And Ash

Dies wird eine schwierige Rezension. Man muss Musik immer auf verschiedene Arten hören – einfach als Fan, als Kritiker, das Große Ganze betrachtend und das Individuelle verstehend. Und damit stellen Oceans Of Slumber den Hörer vor ein riesiges Problem. Das neue Album „Starlight And Ash“ ist ebenso grandios wie es auf seine eigene Art eine…

Monumental – The Temple Of Twilight

Das Rad neu erfinden kann und wird man im nordischem Black Metal nicht, aber das ist auch gut so. Zwischen altnordischen Instrumenten, Chören und epischen Keyboards wurde dem Genre schon alles hinzugefügt, was passend ist und somit dem konservativ-stilsicheren Freund dieser Musikrichtung vollkommen ausreicht. The Mist From The Mountains bedienen hierbei eine stilistische Linie, die…

Acid River

Dark Millennium haben anno 1992 mit „Ashore The Celestial Burden“ eines der großartigsten Debutalben veröffentlicht, das jemals in Deutschland das Licht der Welt erblickt hat. Originell, spannend, auf höchstem technischen und songwriterischen Niveau, mit einer düsteren Progressivität, die in diesem Genre zu dieser Zeit noch gänzlich inexistent war. Auch heute ist der Opener „Below the Holy Fatherlands“ immer noch einer der besten Death Metal – Songs aller Zeiten.

Das folgende Album „Diana Read Peace“ übertrieb die progressiven und psychedelischen Augenblicke etwas, und die Band löste sich danach auf. Mit „Midnight In The Void“ und „Where Oceans Collide“ veröffentlichte man zwei neue Album in den 2010er Jahren, beide waren jedoch – trotz immer noch anständigem Niveau – nur in den allerbesten Momenten qualitativ in der Nähe des Debuts.

Das ändert sich mit dem neuen Album „Acid River“ schlagartig.

Eigentlich klingt die Musik, die einem hier um die Ohren fegt, als käme sie von einem direkten Nachfolgealbum zu „Ashore The Celestial Burden“. Der Sound hat wieder dieses in Worte nicht zu fassende, unbeschreibliche Etwas, das jeden Dark Millennium – Song auf einer egal wie großen Masse herausstechen lässt. Die Vielschichtigkeit der Gitarren, die progressiven Elemente und vor allem diese gruseligen, schrägen akustischen Gitarren und horrorfilmähnlichen Keyboardelemente, die das Debut so unvergleichlich machten, sind wieder da – und zwar genau so, wie sie sein sollten. Vermutlich hat das damit zu tun, dass die Band das Originalequip von damals ausgebuddelt hat – das Nostalgische tut der Musik unfassbar gut.

Natürlich wirkt auch „Acid River“ beim ersten Durchlauf etwas seltsam, verschroben, sperrig und unzugänglich – aber das tat das Debut – mal abgesehen vom Opener – ebenfalls. Mit jedem einzelnen Durchlauf öffnet sich das Album mehr und mehr und gibt schließlich die Melodien, die Eingängkeit unter all dem verschrobenen Konstrukt frei.

Atmosphärisch ist das Album ein Gesamtkunstwerk. Die sieben Songs sind – fast auf die Sekunde genau – alle sieben Minuten lang, doch keiner davon ist zu lang oder gar langweilig. Insgesamt ist der Mix und der Sound, der oldschoolige Gitarrenklang und die moderne Elektronik, der Gesang und eigentlich jeder noch so kleine Reglerdreh absolut perfektioniert.

Dark Millennium waren 1992 anders – und sie sind es jetzt wieder, aber anders. Die todesmetallische Version der Filme Ghostbusters und Ghostbusters – Afterlife. Das ist modernisierte Nostalgie in ihrer reinsten Form. 30 Jahre nach dem Debut sind Dark Millennium wieder absolute Spitzenklasse im deutschen Death Metal.

 

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ROME – Namensrechtsstreit bedroht Bandexistenz

Die Karriere der luxemburgischen Neofolk- und Martial/Industrial Band ROME von Mastermind Jérôme Reuter steht auf der Kippe. Wie Jérôme Reuter gestern verlauten ließ, wurde er aus den USA wegen angeblichem Rechtsbruch in Schutzmarkenangelegenheiten („Trademark infriction“) verklagt. Sänger Rome Ramirez der Ska-Punk-Band „Sublime With Rome“ wirft ihm die Nutzung des Namens „Rome“ vor, der angeblich eine…