U2

The Joshua Tree 30th Anniversary Deluxe Edition

  • Artist: U2
  • Album: The Joshua Tree 30th Anniversary Deluxe Edition
  • Label: Island
  • Release: 2017-06-02
  • Medium:
  • Bewertung:0

Nanu, schon wieder ein „The Joshua Tree“-Anniversary-Boxset? Gab es doch schon 2007 eine schön aufgemachte und – seinerzeit – relativ günstige Edition mit zwei CDs und einer DVD.

Nun, soviel vorweg, rein musikalisch braucht niemand, der die 2007er Box besitzt, das fette Vier-CD-Package – es sei denn, ihm/ihr wären das Fotobuch, die Kunstdrucke und sechs unveröffentlichte Remixes die 85 Euro wert. Denn, wie deutlich zu lesen, wurde „The Joshua Tree“ nicht noch einmal überarbeitet, „2007 Remaster“ steht klar im Booklet. Somit entsprechen die Discs 1 (Album) und 2 (B-Seiten) dem, was man in der „Twentieth Anniversary“-Version schon bekommen hat. Die Originalversion enthielt dafür noch, wie oben erwähnt, eine DVD, die neben den Videoclips zum Album auch noch eine Doku über „The Joshua Tree“ und ein Konzert aus Paris enthielt. Die fehlt hier unfeinerweise komplett. Die Remixes auf Disc 3 sind wieder einmal eher ein Fall für Spezialisten – ich kenne nur wenige U2-Fans, die sich wirklich für die Ausflüge der Band in tanzbare und elektronische Gefilde begeistern können. Bleibt also eigentlich nur die vierte Disc mit dem Live-Mitschnitt aus dem Madison Square Garden in New York als echter Kaufanreiz. Und die gibt es praktischerweise auch in der „regulären“ Zwei-CD-Version für knappe 15€, also quasi zum Preis eines einzelnen Albums.

Und da kann man als U2-Fan – oder auch nur als Fan großartiger Rockmusik – getrost zuschlagen. Leider ist das Konzert nicht in voller Länge enthalten – ‚The Unforgettable Fire‘, ‚das Beatles-Cover ‚Help!‘, ‚Bad‘ und ‚Spanish Eyes‘ wurden aus dem Konzert herausgeschnitten. Dafür gibt’s ‚I Still Haven’t Found What I’m Looking For‘ gleich zweimal, einmal die „reguläre“ Version, und als Zugabe nochmal die von „Rattle And Hum“ bekannte Gospelversion. Aber, unterm Strich sind’s halt einfach U2 live, voller Energie, auf ihrem kommerziellen Höhepunkt, noch vor Selbstironie, Poptrash und Drumloops – der Höhepunkt und gleichzeitig Anfang vom Ende der ersten Ära der Bandhistory. So gleichzeitig unverkopft und jugendlich dickköpfig sollten U2 später nie mehr klingen.

Während also das dicke Boxset eher eine reine Wertanlage für Discogs-Nutzer geworden ist, kann die Zwei-CD-Version dank des exzellenten Livealbums absolut empfohlen werden. Auch wenn der Fan sich über eine eigenständige Veröffentlichung des ungekürzten Livemitschnittes wohl mehr gefreut hätte – die gibt’s aber dann wohl zum vierzigsten Geburtstag in der „’40‘ Edition“ von „The Joshua Tree“…

SaschaG

Verteidiger der uncoolen Musik: AOR, Symphonic Prog, Hardrock, Thrash- und Achtziger-Metal, Stax/Atlantic und Mainstream-Rock. Süchtig nach BBC-Serien und schrägem Humor. Findet, dass "Never Let Me Down" nur das viertschlechteste Bowie-Album ist und "Virtual XI" besser als alles, was Iron Maiden danach gemacht haben. 

Tags:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.