Ten Pieces

Zwei Frauen, zwei Männer, eine Band, zehn Songs. „Ten Pieces“ (Noisolution) ist dann auch der passende Titel des Debütalbums der seit 2018 existierenden Berliner Formation Isoscope, das am 04. März erscheint. Rund drei Jahre existiert die Band bereits, wollte natürlich Livemusik machen, aber dann kam die Pandemie dazwischen. Also ab ins Studio und Songs aufgenommen! Das Ergebnis liegt jetzt vor – eine wilde Mischung, die sich gekonnt jeder Genrezuordnung entzieht. Diese „Ten Pieces“ sind Postpunk genauso wie Wave- und Mathrock, Noise und Indie treffen auf Pop und Punk.

Diese Mischung ist es, die das Album so abwechslungsreich und anders macht. Manchmal ist fast poppig, um im nächsten Augenblick etwa aufkommenden Schmalz in undurchdringbaren Gitarrenwänden mit fetten Riffs einzumauern, und immer wieder überrascht das Quartett mit tatsächlich vierstimmigem Gesang. Wie vorbeijagende Rennwagen heulen die Gitarren in ‚Empty Plaza‘ auf, der Spaziergang an ‚The Beach‘ entspannt, damit man die Nerven hat für den fast psychedelisch anmutenden’Suneater‘ und das zornige ‚Wired‘, das treibend und punkig daherkommt. Aber Isoscope lassen sich einfach nicht auf ein Genre festlegen. Dafür sind die „Ten Pieces“ viel zu unterschiedlich. Was die Band aber hervorragend schafft: den Brückenschlag. Trotz aller Unterschiede klingt das Album wie aus einem Guß, hat hohen Wiedererkennungswert und zeugt damit von der technischen Sicherheit und Spielfreude der Berliner.

Dabei machen die vier absolut null Kompromisse, und das ist gut so. Sie ziehen genau ihr Ding durch, verbeugen sich vor Vorbildern wie Sonic Youth, entwickeln aber mit jedem Takt eine unvergleichliche Individualität, wie man sie auf einem Debüt lange nicht mehr gehört hat. Indie, Noise, Metal, Punk, Math, was auch immer es ist – Isoscope liefern ab. Wir freuen uns jetzt schon auf die Fortsetzung. Und natürlich die Livegigs.

Note: 2+

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Michael

Michael kam über die Konzertfotografie zu Whiskey-Soda und verbindet das Bildermachen gerne mit Konzertberichten und CD-Rezensionen. Als Chefredakteur für den Bereich Bluesrock mag er aber auch viele aus dem Blues entsprungene Genres wie diverse Metal-Spielarten. Daneben landen gerne Progressive- und Classic Rock und Americana auf seinem Drehteller, bevorzugt auf klassischem Vinyl. Wenn dann noch Zeit bleibt, findet ihr Michael bevorzugt im (Heim)Kino oder natürlich irgendwo da draußen zum Fotografieren. 

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