Rakshak

Sie sind seit etwas über zwei Jahren ein kleiner Internet-Hype in der Metal-Szene: Bloodywood. Die Band mit dem schönen Wortspiel zu den indischen Bollywood-Filmen sorgte in Europa erstmals mit ihrem Auftritt beim Wacken Open Air im Jahr 2019 für Furore. Waren die Inder bis dahin weitgehend unbekannt, warten seitdem viele neu gewonnene Fans auf den ersten Longplayer. Nun ist es aber endlich so weit: „Rakshak“ ist beim Plattendealer des Vertrauens erhältlich!

Bereits der Opener „Gaddaar“ erfüllt alle Erwartungen: Indischer Folk mit Sitar und Trommeln trifft auf modernen Groove-Metal und 90er-Jahre-Crossover. Hinzu gesellt sich indisch-sprachiger Gesang, der von Rap-Parts auf Englisch abgelöst. Natürlich wird gerade an diesen Stellen ganz passend auf dicke Hose gemacht. Damit ist das Grundrezept klar. Denn auch andere Songs wie „Dana-Dan“, „Machi Bhasad“ oder „Endurant“ bedienen sich dieser Formel.

Bloodywood sorgen auf „Rakshak“ aber ebenso für Abwechslung. „Aaj“ kommt trotz aller Heftigkeit dank Flöte und einem träumerisch geschrienen Refrain überraschend melodisch daher. Dazu enthält es genau wie „Machi Bhasad“ und „BASDK.exe“ moderne Elektro-Elemente. Amaranthe lassen in diesen kurzen Passagen Grüße ausrichten.

Auch mit dem Tempo variiert die Gruppe aus Neu Delhi. So drosseln Lieder wie „Yaad“ oder „Zanjeero Ze“ die Geschwindigkeit. Vor allem bei diesen beiden Tracks kommen Erinnerung an den Nu-Metal der 00er Jahre auf. Verstärkt wird der Eindruck durch den gezielten Einsatz von Klavier und Rap-Parts, die an Mike Shinoda von Linkin Park erinnern.

„Rakshak“ enthält insgesamt zehn Songs. Für diejenigen, die die Band seit 2019 verfolgen, sind jedoch bereits vier von diesen bekannt: „Machi Bhasad“, „Jee Veerey“, „Endurant“ und „Yaad“ sind über die gängigen Streaming-Plattformen schon vor einigen Jahren veröffentlicht worden. Allerdings sind diese für das Album neu aufgenommen worden. Dieses Vorgehen hat sich gelohnt. Im Vergleich zu den Erstaufnahmen klingen die Songs nun viel besser und auf der Höhe der Zeit.

Besonders innovativ sind Bloodywood in musikalischer Hinsicht nicht. Wer genau hinhört, kann erkennen, bei welchen musikalischen Vorbildern sich die Band bedient. Ihre abgekupferten Riffs werden letztlich nur durch indischen Folk aufgepeppt. Trotzdem muss festgehalten werden: Das Konzept geht voll auf! Es macht einfach eine Menge Spaß und es entführt einen in etwas andere Metal-Welt. Wer ohne hohen musikalischen Anspruch einfach abgehen will, ist hier bestens bedient!

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Dominik

Groß geworden mit Punkrock und Power-Metal, weiterentwickelt mit Alternative und Thrash-Metal, erwachsen geworden mit ein bisschen Progressive-Metal. Und dennoch bleiben die All-Time-Favorites klassisch: Bad Religion, Die Toten Hosen, Machine Head, Iron Maiden, Blind Guardian, Faith No More.... und aus unerfindlichen Gründen mit einer heimlichen Zuneigung zu J.B.O. 

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