ØF KINGDØM AND CRØWN

Stille. Akustische Gitarre. Leiser Gesang. Düsternis. Der Song steigert sich. E-Gitarre. Groovige und heftige Riffs knallen. Der Gesang wird lauter. Spannende Rhythmen. Extrem melodischer Refrain. Das Tempo zieht an. Ruhiges Ende. Über zehn Minuten sind mit dem Opener „SLAUGHTER THE MARTYR“ vergangenen und Machine Head machen direkt deutlich, dass sie auf „ØF KINGDØM AND CRØWN“ (Nuclear Blast) vieles anders machen wollen als auf dem umstrittenen und enttäuschenden Vorgänger „Catharsis“.

Wem der erste Track doch noch zu langsam ist, dem dürfte „CHØKE ØN THE ASHES ØF YØUR HATE“ gefallen. UpTempo und ein zum Mitgröhlen einladender Refrain sowie ein fantastisches Solo machen ihn aus. Danach geht es heftig weiter. „BECØME THE FIRESTØRM“ empfängt die Zuhörerinnen und Zuhörer mit Blast-Beats und Geschwindigkeit. Dabei spielt es auf hohem musikalischem Niveau und dürfte jedem Machine-Head-Fan ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Mit diesen ersten drei Songs legen die US-Amerikaner auf „ØF KINGDØM AND CRØWN“ stark los und machen vergessen, dass die langjährigen Mitglieder Phil Demmel und Dave McClain nicht gerade im Guten die Band verlassen haben. Neu dabei sind Wac?aw „Vogg“ Kie?tyka an der Gitarre und Matt Alstom am Schlagzeug. Auf dem gesamten Longplayer machen beide ihre Sache äußerst gut. Vor allem das Zusammenspiel von Bandleader Robb Flynn und Vogg ist überraschend homogen.

Mit „MY HANDS ARE EMPTY“ geht es auf „ØF KINGDØM AND CRØWN“ mit dicht gedrängter Atmosphäre weiter, die im Verlauf des Songs von harten Riffs getragen wird. Darüber hinaus darf Bassist Jared MacEachern im Refrain sein Gesangsdebüt geben. Ruhig beginnt „UNHALLØWED“. In bester Manier von Bandklassikern wie „None But My Own“ steigert er sich und wird zu einem echten Thrasher, bis er von einem überraschenden Refrain gecrasht wird.

„KILL THY ENEMIES“ schließt als ordentlicher Midtempo-Groover an, sticht allerdings nicht besonders heraus. „NØ GØDS, NØ MASTERS“ weiß mit unterschiedlichen Geschwindigkeitsdynamiken und einem Refrain, der einfach Spaß macht mitzusingen, zu überzeugen.

Danach regieren wieder höhere Geschwindigkeitsgefilde. Sicherlich wirkt „BLØØDSHØT“ teilweise etwas plump, aber das tut auch mal gut. Vor allem seinen flirrenden Gitarren zu Beginn ist es wohl das Lied, das auf „ØF KINGDØM AND CRØWN“ am nächsten am Sound vom Debütalbum „Burn My Eyes“ ist. Anschließend zeigt „RØTTEN“ mit seinem großartigen Aufbau und den Tempoverschärfungen, welche gute Musiker Machine Head sein können, wenn sie dies wollen.

Beendet wird „ØF KINGDØM AND CRØWN“ durch „ARRØWS IN WØRDS FRØM THE SKY“. Das Quartett war schon immer ein Meister der Albumabschlüsse und ist es auch diesmal. Es ist ein ruhiger, extrem düsterer Track, der die Platte perfekt abrundet.

Machine Head beweisen auf „ØF KINGDØM AND CRØWN“ endlich wieder, warum sie in den 00er Jahren eine der wichtigsten Thrash-Bands waren. Auf der einen Seite ziehen sich zwar durch das gesamte Album überraschend viele melodische Stellen, auf der anderen Seite schlagen fast alle Songs ein und führen vor Augen, was die Band ausmacht: Groove, Geschwindigkeit, Abwechslung, starke Songaufbauten und etwas Mitgröhlen.

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Dominik

Groß geworden mit Punkrock und Power-Metal, weiterentwickelt mit Alternative und Thrash-Metal, erwachsen geworden mit ein bisschen Progressive-Metal. Und dennoch bleiben die All-Time-Favorites klassisch: Bad Religion, Die Toten Hosen, Machine Head, Iron Maiden, Blind Guardian, Faith No More.... und aus unerfindlichen Gründen mit einer heimlichen Zuneigung zu J.B.O. 

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