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How The Spark Loves The Tinder

Sind über 30 an einem Album beteiligte Musiker noch eine Band? Ein Orchester? Eine berechtigte Frage, die Monk Parker mit seinem ersten Soloalbum aber gekonnt umschifft und „How The Spark Loves The Tinder“ lediglich und ganz einfach unter seinem eigenen Namen veröffentlicht. Das darf er auch, denn Parker Noon, wie der 40-jährige eigentlich heißt, ist ein alter Hase im Geschäft. Er ist Teil des Duos Parker & Lily und hat mit der 14 Mann starken Band The Low Lows fünf Alben aufgenommen.

Auf „How The Spark Loves The Tinder“ hat er sich Unterstützung geholt durch zahlreiche Sänger, sechs (!) Keyboarder, Streicher und Bläser. Posaunen, Klarinetten, Trompeten, Saxophon, Vibraphon und exotische Instrumente wie die Ondes Martenot, ein altes elektronisches Tasteninstrument oder eine singende Säge kommen ebenfalls zum Einsatz und schaffen eine wunderbare musikalische Grundstimmung weitab der üblichen Rock- oder Countryarrangements. An Posaune und Bass ist zudem Mike St. Clair mit dabei, der mit seiner eigenen Band Okkervil River in den USA große Erfolge feiern konnte. Diese große Orchesterbesetzung sorgt für einen breiten, aber doch sehr intimen Sound zu Parkers rauer Stimme. Acht wehmütige, überwiegend melancholische Alternative Country-Songs in getragenem Tempo bietet der Musiker auf diesem Longplayer und verwebt Folk- und Rockelemente zu einem gefühlvollen Stimmungsteppich.

Wie schon sein Landsmann Gill Landry, der vor kurzem ein ganz wunderbares Soloalbum veröffentlichte, überzeugt Monk Parker als hervorragender Songwriter und Sänger, der mal kraftvoll, dann wieder leise, mal nölend und mal schleppend, aber immer gefühlvoll und mitreissend sein Material präsentiert. Hin und wieder hätte man sich etwas mehr Abwechslung gewünscht, klingen viele Songs doch recht ähnlich, was die Instrumentierung und den Aufbau betrifft. Dann gibt es aber auch so kleine Juwelen wie ‚Idle In Idlewild‘ oder die instrumentale Hymne ‚Black Bees‘, zwei wunderbare Highlights dieser Platte. Wer sieht da nicht den Cowboy vor dem inneren Auge durch die menschenleere Prärie reiten? Zirpende Grillen gibt’s auf dem Album übrigens ab und zu im Hintergrund gleich mit dazugeliefert.

Die Grundstimmung ist düster, schwermütig, intim. Ja, trotz des breit angelegten Orchesterklanges und der Vielzahl der beteiligten Musiker reduziert Monk Parker die Musik doch auf das, worauf es letztendlich bei dieser Mischung aus Americana und Alternative Country, aus Folk und Slow Rock ankommt: Gefühl und Seele. ‚Wanna Be Forgotten‘, singt er in einem seiner Titel. Aber mit dieser Platte bleibt er uns ganz bestimmt in bester Erinnerung.

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