Sassy Society

Lipstick Love Affair

Wenn Axl Rose mit Faster Pussycat im Wohnzimmer der Tygertailz musizieren würden, dann klänge das Resultat möglicherweise so ähnlich wie das, was Sassy Society produzieren. Ohne Angst vor Klischees rockt sich die Hamburger Band auf „Lipstick Love Affair“ durch den Sleaze-Rock-Dschungel.

Songtitel wie „Don’t Mess With The Boys“, „Red Light“ oder „Can’t Control Rock’n’Roll“ sprechen dabei eine klare Sprache, die musikalisch konsequent vertont wurde – mit kräftigen Riffs, erstaunlich eingängigen Melodien und einer gelungenen Produktion. Sänger Mark LeBosch klingt dabei mitunter nach einer Symbiose aus Axl Rose und Ex-TNT-Frontmann Tony Harnell.

Seine Kollegen Ivory Stardust, Jacky Cöbra, Migg Lizzy und Mr. Six Toe Joe haben ähnlich illustre Namen, die darauf schließen lassen, wie sie musikalisch sozialisiert wurden: mit Mötley Crüe, Poison, Dokken und Co., Einflüsse, die auf dem launigen Erstwerk der Hamburger deutlich hörbar sind. Anspieltipps auf „Lipstick Love Affair“ sind „Sassy Time“, das als Hymne zukünftigt einen festen Platz im Liveset haben dürfte, das furiose „Red Light“ und das schon genannte „Can’t Control Rock’n’Roll“ (noch so eine Hymne).

Man könnte jetzt fantasieren, dass Sassy Society in den 80ern voll eingeschlagen wären. Fairerweise muss man aber sagen, dass es damals unzählige Hairmetal-Bands gab, die trotz hervorragender Alben nie den großen Durchbruch geschafft haben (z.B. Shark Island, Dangerous Toys, Icon). Sassy Society wären allerdings eine dieser Bands, von denen man sagen würde: schade, dass es nicht geklappt hat. Doch wer weiß, vielleicht gelingt der Durchbruch ja auch.

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