Kitty, Daisy & Lewis – Eine richtige Familienangelegenheit

Als Kitty, Daisy & Lewis vor sieben Jahren das erste Mal auf der Bildfläche erschienen, überraschten sie mit ihrer Liebe zum Rock'n'Roll. Als wären die Geschwister in den 40ern und 50ern groß geworden, belebten sie ein Genre wieder, das heutzutage kaum noch kommerziellen Erfolg verspricht. Mittlerweile haben die Geschwister ihr drittes Album veröffentlicht, das kaum als bloße Ansammlung eingestaubter Retro-Hits beschrieben werden kann. Viel eher verbinden die Drei ihr früh erlerntes Rockabilly-Handwerk mit schmissigem Pop, Soul und Ska. Bei ihrer Jahresabschlusstour hatten die Geschwister wie immer auch die Eltern mit im Gepäck. So auch am 10.11. im Täubchenthal – ihrem ersten Konzert in Leipzig.

Schon beim Eintreten ins Täubchenthal springen einem Rocker-Tollen und sauber zurückgesteckte Haare der Leute ins Auge. Feiner 50s-Zwirn und glattgebügelte Hemden lassen keinen Zweifel daran, dass Kitty, Daisy & Lewis eine Szene hier fest beherrschen. Auch die Vorband passt perfekt ins Bild: Mister Twist fügt sich so nahtlos ein, dass man sich schon fast sonderlich vorkommt, in normaler Jeans und unauffälligem T-Shirt angereist zu sein. Einzig ihre dürftigen deutschen Texte und ein bisschen zu viel des Rock’n’Roll-Gehabes trüben das homogene Bild.

Dass Kitty, Daisy & Lewis deutlich eine Klasse darüber stehen, zeigen sie ab dem Moment, in dem sie die Bühne betreten. In engen und schimmernden Bodysuits kommen die Schwestern Daisy und Kitty auf die Bühne, auch Lewis steckt in seinem adretten Vintage-Anzug. Im Hintergrund halten sich Mama und Papa Durham, die nicht weniger fesch aus der Wäsche schauen. Ein Song vom neuen Album löst den anderen ab; alte Hits fehlen nahezu gänzlich. Kitty, Daisy & Lewis fühlen sich sichtlich wohler mit dem neuen Material. Denn das trägt weitaus deutlicher ihre Handschrift als die vielen Cover der ersten zwei Alben.

Daisy schmettert den ersten Song ‚Bitchin‘ In The Kitchen‘ mit sichtlich Power und grimmigem Gesichtsausdruck ins Mikrofon. Cool und lässig spielt Kitty an der Gitarre, verschmitzt lächelnd sitzt Lewis am Schlagzeug. Danach wird munter gewechselt. Während Lewis die Gitarre wie kein anderer beherrscht und lässige Grooves aus dem Ärmel schüttelt, hat Kitty den meisten Drive an den Drums. Daneben überzeugt Daisy mit den schmissigsten Songs und der röhrigsten Stimme. Trotz der super Show der drei bleibt ein ganz anderer eigentliches Highlight: der 83-jährige Trompeter Tan Tan.

‚Ich liebe dich‘

, sagt er zum Publikum, dann rückt er sein Cappy zurück und fängt an zu spielen. Zu den groovigen und funky Tracks wie ‚Turkish Delight‘ oder ‚Whenever You See Me‘ pustet er in die Trompete, das Publikum fängt amüsiert an zu tanzen.

Bis zum Schluss hält die gute Stimmung bei Band und Publikum, die sich nach Tan Tans großem Auftritt sichtlich eingegroovt haben. Das große Finale bestreiten die Geschwister aber allein – ohne Eltern. Während sich Mama und Papa von der Bühne stehlen, jammen Kitty, Daisy & Lewis ein letztes Mal auf der Bühne, bevor auch sie hinter der Tür verschwinden.

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