The Cold Stares

Heavy Shoes

  • Artist: The Cold Stares
  • Album: Heavy Shoes
  • Label:
  • Release: 2021-08-13
  • Medium:
  • Bewertung:3+

Wo andere Bands sich trotz ausreichender Besetzung reichlich Gastmusiker*innen auf die Bühne oder ins Studio holen, reicht dem Bluesrock-Duo The Cold Stares eine Minimal-Besetzung. Nur mit Gitarre und Schlagzeug ausgestattet, bespielen sie jede Bühne. Auf ihrem neuen Album „Heavy Shoes“ (Mascot Label Group) zeigen sie an einem Dutzend Beispielen, wie einfach Musik sein kann.

Der titelgebende Track „Heavy Shoes“ eröffnet den Reigen. Ein wenig an die Schlichtheit des Stones-Klassikers „Satisfaction“ erinnert dabei das Riff mit seinen wenigen Tönen, welches den Song maßgeblich trägt. Blutrünstig, aber in der Kernaussage friedfertig, ist die Nummer „40 Dead Men“. Sänger Chris Tapp singt zwar von „Forty Men Dead, Shot In The Head“, stellt aber am Ende der Nummer klar: „Well, I Laid Down My Rifle, And I Laid Down My Sword, And I Ain’t Gonna Fight Your War, Not Anymore“.

„In The Night Time“ ist ein wenig ruhiger, aber weit entfernt davon, eine Ballade zu sein. Man darf nach diesem Lied vermuten, dass die ein oder andere Platte von ZZ TOP im Schrank der beiden Musiker steht.

Einen klassischen Zwölftakter, wenn auch etwas härter gespielt, gibt es beim „Prosecution Blues“. Im Anschluss geht es bei „It´s A Game“ ein wenig funky zu. Ein längeres Schlagzeug-Intro eröffnet „You Wanted Love“, bevor wie üblich die Gitarre die Führung übernimmt.

Musikalisch und textlich in die Wüste oder einen Tarantino-Film träumt man sich unmittelbar beim Schluss-Titel „Dust In The Wind“. Ein wenig verloren und depressiv endet die Scheibe mit den Worten „They Took My Pride, Well, After They Stole My Land, They Left Me With Dust In My Hands“ nach knapp 40 Minuten.

Die Herren Tapp und Mullins spielen ihre kräftige Version des Blues-Rock sehr versiert und verzichten auf jegliche Schnörkeleien, ausgedehnte Soli oder andere Spielereien. Fast immer ist ein treibendes Riff Markenzeichen der Titel. Kaum ein Track geht über das Limit von dreieinhalb Minuten hinaus.

Auch wenn weniger manchmal mehr ist, wäre hier am Ende doch ein bisschen Abwechslung wünschenswert gewesen – vielleicht eine Ballade oder ergänzende Instrumente. Fans von Graveyard, den Rivals Sons oder Temperance Movement kommen hier dennoch voll auf ihre Kosten und sollten einmal reinhören.

 

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Wolfgang

Altenpfleger mit didaktischer Weiterbildung. Hört Rockmusik aus verschiedenen Genres und bis zu einem gewissen Härtegrad aus allen Jahrzehnten, hin und wieder auch eher ruhigere Singer/Songwriter. Geht oft auf Konzerte, aber leider nur noch selten auf Festivals. 

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