Cristobal and the Sea

Sugar Now

  • Artist: Cristobal and the Sea
  • Album: Sugar Now
  • Label: City Slang
  • Release: 2015-10-02
  • Medium:
  • Bewertung:2-

Vor zwei Jahren starb mit der Trennung von Alex und Jade auch der Glaube an den Hippie-Folk. Wie schön sangen Edward Sharpe and the Magnetic Zeros von der großen Liebe, wie sehr kaufte man es den beiden Turteltäubchen am Mikrofon ab. Heiterkeit und Sonnenschein vorbei – böser Trennungsschmerz sowohl auf Beziehungs- als auch auf Bandebene folgten. Das Radio leergefegt von der naiv verspielten Hippiemusik. Bis jetzt wahrscheinlich. Denn im kleinen beschaulichen Unistädtchen Loughborough fand sich ein Trupp aus vier wagehalsigen MusikerInnen zusammen, die nun das Vermächtnis antreten.

Und das ist eine wirklich nationale Angelegenheit: João, Leila und Alejandro stammen aus Portugal, Korsika und Spanien, Schlagzeuger Josh ist Brite. Ihre Songs strotzen deshalb vor südlicher Energie, Verspieltheit und coolen, lässigen Vibes. Cristobal and the Sea wollen dabei nicht unbedingt so eine ernste Popband werden. Ihr Projekt entstand im Spaß – und so klingt das auch. Nicht eine Note wird hier glattproduziert, es wirkt eher, als seien die Tracks eben zufällig entstanden.

Zwischen den verspielten Melodien sticht besonders Leilas Flöte hervor, die abwechselnd mit dem säuselnden Gesang um die groovigen Gitarren tanzt. Die Songs klingen dabei, wie ein bunt gemischter Blumenstrauß: Verschiedene Stile vermengen sich mit dem experimentellen Gesang, zu den ‚Oooohs‘ und ‚Wah-wah-wahs‘ wiederholen sich die beschwörenden Refrains. Dabei entstehen mal Latin-Vibes (‚Mary Ann‘), dann Lounge-Atmosphäre (‚New Carlton House‘), oder die Popsong mischen sich mit Reggae-Grooves (‚Counting Smiles‘).

‚Sugar Now‘ klingt ein wenig wie ein ausgelassenes Hippietreffen. Der südländische Touch lässt einem dabei das Herz aufgehen. Nur die ständigen Wiederholungen und die viele Lautmalerei droht am Ende doch etwas zu viel zu werden. Dazu finden einige Songs den Abschluss nicht. Das Timing, um die Lieder mit einem vernünftigen Finale abklingen zu lassen, findet die Band in ihrem naiven Spiel zu selten. Dennoch ist das Debüt von ‚Cristobal and the Sea‚ ein gutgelungenes Argument für ausgelassene Stimmung und steckt voller positiver Energie.

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