KISS – Creatures Of The Night (Re-Release)

Die frühen 80er Jahre meinten es nicht gut mit den eigentlich erfolgsverwöhnten Hard-Rockern von KISS. Zunächst mussten sie Schlagzeuger Criss, später auch Gitarrist Ace Frehley ersetzen (in beiden Fällen zunächst für die Fans unbemerkt: Auf offiziellen Bildern tauchten sie noch eine Zeitlang auf, ohne an den Platten beteiligt gewesen zu sein), außerdem die völlig bescheuerte Nazi-Diskussion um ihr Band-Logo. 1981 legten sie mit „Music From The Elder“ dann noch den „größten Fehltritt“ ihrer Karriere (Zitat Paul Stanley) hin. Um ihren Status zurückzuerobern, musste also ein Knaller her. Während die allermeisten Songs bis dato Einzelkompositionen der Mitglieder waren (maximal halfen sie sich gegenseitig aus), wollte man auf „Creatures Of The Night“ nun auf Nummer Sicher gehen und holte sich Unterstützung beim Schreiben, u.a. beim bis dahin noch weitestgehend unbekannten Bryan Adams. Frehley war nur noch Foto-Statist und wurde von mehreren Studio-Profis ersetzt, um hochwertige Aufnahmen sicherzustellen.

Ein ordentliches Riff und ein paar melodische Licks eröffnen den Titel-Track, Stanley singt den Refrain „Creatures Of The Night“ und ein klassischer KISS-Kracher entsteht. Man fühlt sich in die goldenen Zeiten der Band zurückversetzt. Auch das nachfolgende „Saint And Sinner“ ist -im positiven Sinne- genau das, was die Band in den ersten Jahren zu Superstars gemacht hat, dieses Mal mit Simmons an den Vocals. Nach diesem Muster zieht es sich durch das Album: knallige Rock-Gitarren, stets hart, aber gleichzeitig melodiös.

Bis heute ein Klassiker bei den meisten Shows ist die Mitsing-Nummer „I Love It Loud“ mit seinen „Hey hey yeah“-Chören und dem markanten Schlagzeug-Beat. Danach sticht „I Still Love You“ zunächst ein wenig heraus, startet als klassische Rock-Ballade, nur ganz leise begleitet, um dann im Chorus richtig Fahrt aufzunehmen, mit einem Gene, der die Liebebekundungen laut herausschreit. Mit „War Machine“ -ebenfalls bis heute oftmals im Programm- endet die Scheibe dann nach knapp 40 Minuten.

Auch wenn nicht alle Nummern zu Hits wurden, ist der Truppe genau das gelungen, was sie wollten: Eine Rück-Besinnung auf die eigenen Fähigkeiten und den klassischen Sound. Wer weiß, ob KISS ohne „Creatures Of The Night“ noch eine Zukunft gehabt hätten, diese Platte hat auf jeden Fall dafür gesorgt, den verlorenen Kurs wiederzufinden. Je nachdem wieviel Geld der geneigte Fan bereit ist, in die Hand zu nehmen, gibt es bei der Wieder-Veröffentlichung verschiedene Deluxe-Varianten. Ob man den Schnick-Schnack wie Bühnenzeichnungen oder Plektren braucht, muss jede*r für sich entscheiden, die Bonus-Tracks in Form von Demos, alternativen Versionen und Live-Mitschnitten (insbesondere der heute kaum gespielten Songs) sind auf jeden Fall für die Hardcore-Anhänger eine spannende Beigabe.

 

Note: 2

 

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Wollo

Altenpfleger mit didaktischer Weiterbildung. Hört Rockmusik aus verschiedenen Genres und bis zu einem gewissen Härtegrad aus allen Jahrzehnten, hin und wieder auch eher ruhigere Singer/Songwriter. Geht oft auf Konzerte, aber leider nur noch selten auf Festivals. 

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