Nhor

Momenta Quintae Essentiae

  • Artist: Nhor
  • Album: Momenta Quintae Essentiae
  • Label: Prophecy Productions
  • Release: 2015-11-06
  • Medium:
  • Bewertung:4+

Feuer, Wasser, Erde, Luft. Ließe sich umfassender antworten auf diesem Planeten? Ein bisschen schon. Denn da gibt es ja noch das Fünfte Seiende, die Fünfte, sprich Quint-Essenz, der „Äther“, wenn es nach Aristoteles geht. Das unwandelbare, zeit- und masselose Etwas – das zugleich einfachste und unfassbarste aller Dinge. Na, spürt ihr schon die Natur? Wie sie eins wird mit euch? Wie ihr beginnt, aus allen Chakren zu tropfen?

Genug des aufgeweichten pseudowissenschaftlichen Unsinns. Nhor, dieser introvertierte Metalmensch aus dem Vereinigten Königreich, der lieber Track-by-Track-Kalenderblättchen gestaltet und im Wald spazieren geht, als sein Künstlerdasein öffentlich zu entblättern, hat seine ‚Momenta Quintae Essentiae‘ in einem Album zusammengetragen, das überraschend kommt, er sich aber trotzdem gerne hätte sparen können.

Der zuvor so episch gedrechselte Black Metal ist restlos verschrottet; geblieben sind ein paar Brocken naseweisen Philosophiekurs-Lateins, versehen mit splitterfasernackten Motiven und dürftig unterfüttert von Klavier und Akustikgitarre. Nhor singt ab und an irgendwas und nennt das im Übrigen „wertungsfrei“, seine gesichert scheinende neue Garde Hater nennt es vermutlich Verarsche: Ätherisch gemeinte, dünn dahingehauchte Songs, die in generischem Hall durch den Raum driften. Öde Platzhalter, die zwar ganz nett, aber ansonsten weitaus weniger sind, als sie sein möchten und erst recht nichts mit der heraufbeschworenen Naturverbundenheit zu schaffen haben, vorausgesetzt, man hat nicht gerade seinen Esoterischen.

Da kommt es ganz gelegen – und irgendwie auch relativ belustigend –, dass der Deluxe-Edition dieser Interlude-Compilation vom Künstler höchstselbst handgerollte Bio-Räucherstäbchen samt Unterteller beigelegt sind. Muss gut was drin sein, damit diese acht arg auf besinnlich getrimmten Zupfereien etwas mit einem anstellen, das über akustischen Blümchen-Trockensex hinausgeht. Genhörgel Ende; hört was von Belang. Oder geht zumindest mal spazieren. Ist ja gerade wieder Saison.

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