Kennt ihr schon … WOLFSKULL?

Wenn die musikalischen Helden nicht mehr die Songs abliefern, die von ihnen erwartet werden, dann muss man halt selber ran an die Instrumente. Aus dieser Motivation heraus haben sich fünf Essener Jungs zusammengefunden, die Band Wolfskull zu gründen. Nach einer verdammt guten EP, namens „Hexum“, verbeugen sich Wolfskull mit ihrem Debütalbum „Ave Goddess“ vor eben diesen Göttinnen.

Fangen wir vorne bei der Bandgeschichte an: Zu erst: Seit wann gibt es Wolfskull? Dann: eine kleine Vorstellungsrunde bitte. Wo kommt ihr musikalisch her und wo wollt ihr mit Wolfskull hin?

Boarz: Wolfskull wurde Anfang 2018 von Feratu (Gitarre) zusammen mit Pete 9 (Gesang), Drop D (Bass), Devo (Schlagzeug) und meiner Wenigkeit (Boarz) an der zweiten Gitarre ins Leben gerufen. Anfang 2020 stieg Devo aus, dafür kam ein Jahr später Styx als neuer Schlagzeuger dazu. Musikalisch kommen wir alle aus verschiedenen Sparten des Rocks und Heavy Metals – von Punk Rock, Rock’n’Roll bis hin zu Hardcore und Death Metal, was wohl eine äußerst gesunde Mischung an Einflüssen ist.
Mit Wolfskull wollen wir genau die Musik machen, die uns unsere Lieblingsbands nicht mehr liefern. 😉

Mit Wolfskull macht ihr harten, aber auch melodischen Rock mit einem düsteren Unterton und entsprechenden Texten. Woher kommt die Faszination, sich mit der dunklen Seite des Daseins musikalisch auseinander zu setzen? Habt ihr eure Vorstellung mit „Ave Goddess“ im Großen und Ganzen zufriedenstellend erfüllt?

Boarz: „Ave Goddess“ ist genauso geworden, wie wir es uns zum Zeitpunkt der Produktion vorgestellt haben. Natürlich wollen wir nicht auf der Stelle stehen bleiben, sondern werden zukünftig unseren Sound und unsere Songs weiterentwickeln.
Die „dunklen Seite“ – alles was verborgen, verboten oder übernatürlich und nicht greifbar oder erklärbar ist – hat schon von je her die Menschen angezogen und fasziniert. In Märchen und Geschichten, Gedichten und Filmen kann jeder seiner Phantasie Ausdruck verleihen. Musik hat dabei einen besonderen Stellenwert, da Musik in der Lage ist, jegliche Stimmung ohne Worte und Bilder zu erschaffen. Und die „dunkle“ Stimmung ist halt das, was uns am meisten fasziniert und antreibt. Ich kann mir nicht vorstellen, mit Wolfskull jemals ein Party-Lied in C-Dur zu schreiben, haha.

Das Cover-Artwork von „Ave Goddess“ ist ähnlich abgefahren und mystisch wie das eurer EP. Es stellt mit Sicherheit die Gottheit dar, die ihr eurer Musik widmet, oder? Was bedeutet der Albumtitel? Wovon handeln eure Songs inhaltlich? Gibt eine Art Konzept um „Ave Goddess“ herum?

Boarz: Das Album-Cover wurde von Alex Reisfar gemalt, der auch schon Cover für Arch Enemy und Tool gemacht hat. Da wir „Ave Goddess“ für einen starken Titel hielten, sollte das Cover dies auch entsprechend transportieren. „Ave Goddess“ kann als eine Huldigung starker Frauencharakteren verstanden werden, allerdings eher auf eine (dunkle) abstrakte, phantasievolle Art. Es gibt auf der Platte mehrere Lieder, die sich mit dem Thema beschäftigen, wie z.B. ,Danza Kulebra‘ oder ,Night Of The Huntress‘. Von einem Konzeptalbum kann aber nicht die Rede sein; jeder Song steht für sich.

„Ave Goddess“ erscheint auf Doc Gator Records, einem kleinen – mir komplett unbekannten – Underground-Label aus der Schweiz. Und dann auch gleich das volle Programm: Vinyl in verschiedenen Versionen, CD und natürlich digital. Kann man sagen, jetzt legen Wolfskull so richtig los? Wie seit ihr überhaupt mit Doc Gator Records zusammen gekommen? Und wie gestaltet sich die Zusammenarbeit?

Boarz: Wir sind über Styx mit Doc Gator in Kontakt gekommen und die Zusammenarbeit könnte gar nicht besser sein. Frank und Oliver sind beide Heavy Metal-Fans aus Leidenschaft, mit Herz und Seele dabei und glauben an das, was sie machen und das sieht man auch an dem vollen Programm. bzw. ihren Releases.
Außerdem wollen wir den Leuten da draußen ein Gesamtpaket anbieten, dass sie in den Händen halten und auch betrachten können, schon wegen unseres eigenen ästhetischen Anspruchs. Es ist doch mega geil, das Plattencover zu entdecken, während man die Songs hört. Das geht auf dem Handy beim Streamen eher schlecht.

Wenn man sagen darf, Wolfskull sind aus der Asche von The Spook entstanden, wo liegen dann die Unterschiede, wo die Gemeinsamkeiten zu der „legendären“ Horrorpunk-Band?

Boarz: Natürlich assoziiert man gewisse Merkmale immer mit dem, das man schon kennt. Und gerade bei der Gesangstimme Pete 9s liegt das sehr nahe, sie hat eben einen sehr hohen Wiedererkennungswert. Wenn Tom Arara eine Stoner-Band gründen würde, würden bestimmt viele immer noch nach Slayer schreien. Die einzige Gemeinsamkeit sehe ich darin, dass Feratu und Pete 9 zusammen bei The Spook waren. Der Rest von Wolfskull hat mit Horror Punk gar nichts zu tun.

Gehen wir zuversichtlich davon aus, dass die Pandemie immer weiter in Normalität übergeht, wie sehen eure Pläne für 2023 aus? Konzerte, Tour, Festivals – was steht an?

Boarz: Wir wollen „Ave Goddess“ natürlich so gut wie möglich promoten und den Leuten näher bringen, möglichst viel live spielen, sehr gerne viele Festivals und auch gerne die eine oder andere Tour. Wir sehen was 2023 so bringt. Darüber hinaus schreiben wir schon wieder neue Songs.

Homepage von Wolfskull

Wolfskull bei Bandcamp

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Homepage von Alex Reisfar

Foto: Björn Stork

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