Imperial State Electric

Honk Machine

Kinder, wie die Zeit vergeht. Ich weiß noch gut, wie enttäuscht ich war, als The Hellacopters das Bandende verkündeten. Rock and roll is dead? Aber mitnichten. Mittlerweile legt Frontmann Nicke Andersson mit seiner Nachfolgeband Imperial State Electric schon das vierte Album vor. Nachdem es zwischen 2010 und 2013 jährlich eins gab, mussten sich Fans dieses Mal zwei Jahre gedulden.

Aber das darf man Nicke gern verzeihen, denn mit „Honk Music“ ist ein gelungenes Album herausgekommen. Angekündigt wurde eine Mischung aus authentischem Rock’n’Roll und Sixties Pop mit einer Prise Soul. Und das trifft es tatsächlich ganz gut. „Let Me Throw My Life Away“ oder „Guard Down“ repräsentieren diesen Gute-Laune-Rock’n’Roll der 70er. Zwischendurch gibt es mit „All Over My Head“ auch mal eine erdige Ballade. „Maybe You’re Right“ könnte dem Swinging London der 60er entsprungen sein. Man darf also von Classic Rock sprechen.

Mit Ausnahme eines Songs sind alle unter vier Minuten lang, die Gesamtlaufzeit von „Honk Machine“ überschreitet kaum eine halbe Stunde. Und das ist durchaus gewollt. „Von 16 Songs haben wir 11 behalten“, sagt Andersson und nennt einige seiner Lieblingsplatten: „Dressed To Kill“ von Kiss, „Never Mind The Bollocks“ von den Sex Pistols und „Rubber Soul“ von den Beatles, alle kaum länger als 30 Minuten. Klasse statte Masse.

Laufzeit und Songset passen also zu dieser Band, der Vinyl näher steht als CDs, ganz zu schweigen von digitalen Downloads und überflüssigen Deluxe Editions mit Bonustracks, die ein Album verwässern und die kein Mensch braucht. Imperial State Electric konzentrieren sich auf das Wesentliche, fokussieren sich auf den Rock’n’Roll. Und davon gibt’s auf „Honk Machine“ die richtige Dosis, die übrigens auch mehr als einmal für wohlige Hellacopters-Gefühle.

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