Epitome Of Torture

Was soll man noch über Sodom, die Ruhrpott-Motörhead-Thrash-Legende, sagen? Kennt sie doch wirklich jeder Metalhead. Dann eben nur ein paar Eckpunkte zum neuen Album „Epitome Of Torture“ (SPV/Steamhammer): Es ist das 14. Album des Trios, mit Markus „Makka“ Freiwald ist ein neuer Trommler dabei und produziert hat die zehn bzw. zwölf Songs Waldemar Sorychta (Enemy Of The Sun, ex-Grip Inc., Despair).

Tja, und dann legen Sodom auch schon los! Und es hört sich ganz nach Sodom an. „My Final Bullet“ fängt ganz entspannt mit einem ruhigen Intro an, bevor ein typischer Sodom-like Thrash-Orkan los bricht. Tom growlt für Death Metal-Fans, was beim ersten Hören ungewohnt ist, dem Song aber die richtige Würze gibt. Danach folgt die rabiate Erklärung des Bandnamens, auf die wir über 30 Jahre warten mussten. Wir lagen falsch! Mit dem Titeltrack folgt der dritte Thrasher in Folge, was beweist, Tom Angelripper ist dem schnellen Heavy Metal immer sehr zugeneigt und wird das – hoffentlich – wohl auch bis an Ende seiner Tage bleiben. Bei der Vorab-Single „Stigmatized“ holt Tom wieder die tiefen Growls raus und schickt sie in den Kampf mit seinem ganz eigenen Organ, was insgesamt ein gelungenes Stilmittel ist. Der Song rast ebenfalls gut durch die Gehörgänge.

An dieser Stelle muss die Arbeit des Neuen, Markus, gewürdigt werden, der wirklich technisch absolut auf der Höhe ist, nur der moderne Schlagzeug-Sound passt nicht so richtig zu dem Thrash-Urgestein. Man merkt hier ganz klar den Einfluss, den Waldemar Sorychta auf die Songs, nicht nur in produktionstechnischer Hinsicht, hatte. Er scheint mit seinem Rat nicht hinter dem Berg gehalten zu haben. Die Songs sind allesamt sehr stimmig, haben hin und wieder ungewöhnliche Passagen, durchdachte Riffs, gekonnte Soli und die notwendige Abwechslung, damit das Trio nicht zu einer Kopie seiner selbst verkommt.

Mit „Cannibal“ folgt der Hit des Albums. Köpfe bangen und Haare wirbeln, Fäuste sind in den Himmel gereckt! Mit treibendem Rhythmus huldigt der Song Toms Lieblingen Tank. Ein richtiger Ohrwurm! Ein weiteres Highlight ist „Invocating The Demons“ geworden, das mit einem mitreißenden Refrain, zwischen Highspeed und einem schlagzeugbetonten Groove pendelt und dabei so richtig drauf los poltert. „Katjuscha“ ist der Zwillingsbruder der „Stalinorgel“, der aber nicht ganz so die Feindeslinien verwüstet. „Into The Skies Of War“ ist Hit Numero Due. Das schnelle Auftaktriff der Marke Saxon ist grandios. Der stampfende Beat, der in den ergreifenden Refrain mündet, ist einfach nur großartig. Das ist Sodom pur! Mit „Tracing The Victim“ schleppen sich die drei ins sichere Rurpott-Land und verpassen uns damit einen klassischen Heavy Metal-Knock-out.

Das Fazit im Falle „Epitome Of Torture“ fällt ganz simpel aus: Sodom sind Sodom sind Sodom und bleiben Sodom! Schon nach dem ersten Hören haben sich die Hits im Ohr fest gesetzt, nach dem zweiten Durchgang hat man bereits sämtliche Songs ins Herz geschlossen. Zu unken, „Sodom spielen Sodom“ wäre unfair und stimmt einfach nicht. Tom und Bernemann variieren das so geliebte Sodom-Thema gekonnt, stellen moderne Elemente gegen welche der Alten Schule, machen keinen Hehl, woher sie und ihre Helden kommen und drehen für Best-Ager so herrlich am Energie- und Lautstärkeregler.

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