Ice War

Defender, Destroyer

  • Artist: Ice War
  • Album: Defender, Destroyer
  • Label:
  • Release: 2020-07-17
  • Medium:
  • Bewertung:3+

Ice War

Der Winter ist da! Mitten im Sommer verbreitet der Eiskönig Angst und Schrecken. Derartige Assoziationen an die Serie „Game Of Thrones“ kommen, wenn das Cover des neuen Ice-War-Albums „Defender, Destroyer“ das erste Mal in den Blick gerät. Der abgebildete skelettierte Reiter erinnert nämlich sehr stark an den großen Gegner von John Schnee und Co.

Ice War stammen aus dem kanadischen Ottawa und gehören noch nicht zu den Szenegrößen, obwohl sie äußerst produktiv sind. Nachdem sie 2015 aus der Gruppe Iron Dogs entstanden, haben sie drei EPs, eine Single-Compilation und mit „Defender, Destroyer“ nun ihren vierten Longplayer auf den Markt gebracht. Dabei stecken hinter der Gruppe nicht viele kreative Köpfe, sondern lediglich Jo Capitalicide, der sich für alle Instrumente und den Gesang verantwortlich zeigt.

Musikalisch schließt „Defender, Destroyer“ nahtlos an seine Vorgänger an. Der Opener „Power From Within“ wirkt wie ein Tribut an die erste Hälfte der 1980er Jahre mit seinem aufkommenden Speed- und Power-Metal irgendwo zwischen Running Wild und den ganz frühen Helloween. Als weitere Referenzen können ebenso Bands wie Avage Grace, S.D.I. oder Iron Angel genannt werden. Der folgende Titeltrack weist dagegen einen deutlich höheren Thrash-Metal-Anteil auf. Damit ist das musikalische Spektrum der zehn Songs auch schon abgedeckt. Hier und da gibt es als weitere Zutat noch eine Prise Punk und Hardcore sowie das ein oder andere „ooohhhh“ als Singalong-Melodie wie in „Demonied“ oder „Soldiers Of Frost“. Bei dieser Mischung ist fast schon klar, dass das Tempo hochgehalten werden muss. Das machen Ice War auch. Ruhepause oder Balladen gibt es nicht.

Auch die Produktion stellt die vor Kraft strotzenden Lieder in den Mittelpunkt. Denn diese ist angenehm zurückhaltend oder künstlich die Musik aufputschen zu müssen. Sie erinnert natürlich ebenfalls stark an die 80er Jahre.

Innovation und hängenbleibende Melodien sucht man auf „Defender, Destroyer“ vergebens. Dafür ist es viel zu sehr eine Zeitreise in ein längst vergangenes Jahrzehnt, die vor allem durch die musikalische Qualität und das Können von Multiinstrumentalist Jo Capitalicide gekonnt umgesetzt ist. So ist ein Album entstanden, das Puristen und Fans des frühen Speed-, Power- und Thrash-Metals gefallen könnte.

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Dominik

Groß geworden mit Punkrock und Power-Metal, weiterentwickelt mit Alternative und Thrash-Metal, erwachsen geworden mit ein bisschen Progressive-Metal. Und dennoch bleiben die All-Time-Favorites klassisch: Bad Religion, Die Toten Hosen, Machine Head, Iron Maiden, Blind Guardian, Faith No More.... und aus unerfindlichen Gründen mit einer heimlichen Zuneigung zu J.B.O. 

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