Lena

Crystal Sky

  • Artist: Lena
  • Album: Crystal Sky
  • Label: Universal / USFO
  • Release: 2015-05-15
  • Medium:
  • Bewertung:3-

Andreas Kümmert wurde 2015 unser Män für Vienna, kümmerte sich aber nicht weiter, Ann Sophie fuhr hin und landete eine Klatsche, die die Klatschpresse nun glaubt haarklein analysieren zu müssen. Lena Meyer-Landrut, glorreiche Grand-Prix-Siegerin 2010, hat mit dem Alter an Ernsthaftigkeit gewonnen, und wie um das zu demonstrieren, lässt sie in diesen Wochen ein neues Album Wellen schlagen: ‚Crystal Sky‘. Und das ist kaum sachgerecht zu bewerten ohne eine Leitfrage: Was sind wir eigentlich ohne Lena?

Lena war Deutschland fünf Jahre nach Joseph Ratzinger, aber immerhin vier Jahre bevor es der Fußball-Nationalmannschaft gelang. Lena war süß, Lena war zickig, Lena war Quote. Eine gute Partie, auch ohne dieses „Meyer-Landrut“, dessen Schreibweise den meisten bis heute ohnehin schon entfallen sein wird. Auf ‚Crystal Sky‘ nun glänzt Lena wie die Magazine, die ihr um die Beine streichen, aufpoliert, kandiert und vollgepumpt vom Brightoner Produzententeam BIFFCO und den so genannten Beatgees. Und Stefan Raab? Von dem ist keine Spur.

‚No one’s ready for the girl‘

, warnt die Fraugewordene gleich zum Einstieg. Nicht einmal Raab? Dass sich LML hiermit nicht mehr zum ESC schicken lassen wird, ist klar. Die ‚Satellite’s sind von ‚Traffic Lights‘ als metaphorische Mittler abgelöst worden, die naiv-putzige Ader ist abgeschwollen, die Milchzähne sind draußen und ein ordentlicher Wumms Synthies lässt die Tracks geradezu aus den Nähten platzen. Der Loudness War tobt auf ‚Crystal Sky‘. Schließlich musste man ja etwas mitnehmen aus Berlin, London und Los Angeles. Fürs „internationale Format“, wie man so schön sagt, wenn man gern nach Zahlen malt.

Als sich Lena noch vor Erreichen der Mittellinie mit ‚Sleep Now‘ zum Gutenachtlied ansetzt, hätte es das praktisch schon gewesen sein können. Was dahinter wartet, ist in weiten Teilen Spielerei mit denselben Klötzchen, garniert mit einem Potpourri klischeebehafteter Lautfiguren. Runtergepitchtes Looping in ‚4 Sleeps‘ und mit ‚Catapult‘ ein rapträchtiger Schulterschluss mit Kal Vinter und Little Simz vermögen nicht mehr nennenswert am Eindruck zu rütteln: Lena wird flügge. Damit hat es dann aber auch sein Bewenden.

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