Enuff Z'nuff

Clowns Lounge

  • Artist: Enuff Z'nuff
  • Album: Clowns Lounge
  • Label: Frontiers Records
  • Release: 2016-12-02
  • Medium:
  • Bewertung:0

Neuer Stoff von Enuff Z’Nuff? Klar, her damit, gerne doch! Nun, ganz so einfach isses mit „Clowns Lounge“ leider nicht. Die gute Nachricht: der Großteil der Scheibe wurde im Original-Line-Up mit Derek Frigo und Donnie Vie eingespielt. Die Schlechte: Vie hat die Band vor Jahren verlassen und Frigo ist bereits 2004 gestorben. Komisch, das.

Richtig geraten, lieber Freund der Schminkdose, der Großteil der Scheibe besteht aus Demos, die zu Debützeiten eingespielt und für „Clowns Lounge“ nun ausgegraben wurden. Das bedeutet, man muss sich mit einer teilweise eher grenzwertigen Klangqualität zufrieden geben – dafür aber mit ein paar der besten EZ’N-Songs, die man seit 1993 serviert bekommen hat. Speziell ‚Runaway‘, ‚Round And Round‘, ‚She Makes It Harder‘ und ‚One More Hit‘ sind exakt genauso gut wie seinerzeit ‚New Thing‘, ‚Fly High Michelle‘ und ‚She Wants More‘. Oder, wären es, wenn der Sound nicht so sehr nach einem 27 Jahre alten Tape klingen würde. Aber, mit ‚Devil Of Shakespeare‘ und ‚Dog On A Bone‘ finden sich ja auch noch ein paar „richtig“ abgemischte Songs. Leider halten die keinesfalls das Niveau der reinen Demotracks. ‚Dog On A Bone‘ ist Chip Z’Nuffs Debüt als Leadsänger – und leider muß man das als eine ziemlich schlechte Idee bezeichnen. Im Info vergleicht er sich großzügig mit Phil Collins, der bei Genesis von Peter Gabriel übernahm – de facto hat Chip aber eine ziemlich ausdrucks- und gesichtslose Allerweltsstimme und kann seinem Vorgänger zu keiner Sekunde das Wasser reichen. Doch noch schlimmer wird es bei ‚Devil Of Shakespeare‘, das mit Gitarren-Gastauftritt von Styxs James Young und Vocals des – ebenfalls verstorbenen – Jani Lane (Warrant) wirbt. Leider ist gerade der Beitrag von Jani aber nicht wirklich von der Qualität, die eine Veröffentlichung nahelegen würde. Nein, Lane kräht sich kränklich mit gebrochener Stimme durch den Song, wie man ihn eigentlich nicht in Erinnerung behalten möchte. Das wirkt reichlich zynisch und läßt die Veröffentlichung der Scheibe noch etwas zwielichtiger wirken.

Aufgrund der Demos kann man als Die Hard-Fan der Frühphase hier durchaus zugreifen, allerdings sollte man sich schon darüber im Klaren sein, daß Herr Z’Nuff hiermit hauptsächlich mit wenig Aufwand die Portokasse auffüllen will. Und wenn man ‚Dog On A Bone‘ als Basis nimmt, wird ihm das mit zukünftigen neuen EZ’N-Alben eher nicht gelingen. „Normale“ Hardrocker kaufen hingegen besser die ersten drei Alben der Band und lassen vom Rest inklusive „Clowns Lounge“ besser die Finger.

SaschaG

Verteidiger der uncoolen Musik: AOR, Symphonic Prog, Hardrock, Thrash- und Achtziger-Metal, Stax/Atlantic und Mainstream-Rock. Süchtig nach BBC-Serien und schrägem Humor. Findet, dass "Never Let Me Down" nur das viertschlechteste Bowie-Album ist und "Virtual XI" besser als alles, was Iron Maiden danach gemacht haben. 

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