Burn To Boogie


Es gibt vieles, das man mit einer Zeitmaschine anstellen könnte, und es muss gar nicht immer der Versuch sein, die Zukunft oder Vergangenheit zu verändern. So etwas geht meist nach hinten los. Besser, einfach nur zurück in die 70er zu reisen, um Musik zu hören. Retro, glitzernde Discokugeln, Kool & The Gang, Funkadelic, die Bee Gees und Sly & The Family Stone warten schon, und der Flyer an der Ziegelsteinwand lädt ein zu Black Music, Boogie, Funk und Disco.

Im Player liegt „Burn To Boogie“ (Noisolution) von Silvershark mit ganz viel Funk für die Stoner, Pop für die Rocker, und Disco für alle. Silvershark ist die Band von Steve Burner (u. a. Travelin Jack) und Richard Behrens, der nicht nur bei Heat und Samsara Blues Experience spielt, sondern eben auch Soundtechniker des Berliner Stonerheads von Kadaver ist und dem in der Hauptstadt die Big Snuff Studios gehören. Seine dort ausgelebte Vorliebe für antikes Analogequipment bildet das Rückgrat für die bewegungsintensive Zeitreise.

Ob man diese Zeitreise genießt, hängt ganz eindeutig davon ab, wie man zu dieser Musik steht. Das ist natürlich immer so, aber es muss klar sein, welche Erwartungen man an das Album legt, das so rein gar nichts mit dem sonstigen Output seiner Künstler zu tun hat. Denn Silvershark haben auf „Burn To Boogie“ viele Gäste mit an Bord. Unterstützt werden die beiden Musiker von Mitglieder solcher Szene-Bands wie Coogans Bluff (Charlie Paschen), Elder, S.U.G.A.R., Heat, Wucan und Vug. Herausgekommen ist ein faszinierender Ausflug in die Vergangenheit, poppig, funkig und ganz sicher kein Spaßprojekt. Steve Burner ist Fan der Epoche und lässt analoge Synthies und Bässe tanzen, fährt mit uns im ‚Lovetrain‘, holt den Hörer aber auch mit der von einem stylischen Saxophon und funkigen Keys getragenen Ballade ‚If You Want Me To Stay‘ ab.

Manchmal muss man etwas schmunzeln, erinnert das Intro zu ‚Nitetime‘ doch an die Untermalung von 70er-Jahre-Softpornos, aber auch das macht den Reiz dieser ungewöhnlichen Sammlung von zehn Songs aus. Es braucht gar keine Zeitmaschine für diesen Retro-Spaß. Es braucht nur Silvershark.

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Michael

Michael kam über die Konzertfotografie zu Whiskey-Soda und verbindet das Bildermachen gerne mit Konzertberichten und CD-Rezensionen. Als Chefredakteur für den Bereich Bluesrock mag er aber auch viele aus dem Blues entsprungene Genres wie diverse Metal-Spielarten. Daneben landen gerne Progressive- und Classic Rock und Americana auf seinem Drehteller, bevorzugt auf klassischem Vinyl. Wenn dann noch Zeit bleibt, findet ihr Michael bevorzugt im (Heim)Kino oder natürlich irgendwo da draußen zum Fotografieren. 

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