Walking Dead On Broadway

Aeshma

  • Artist: Walking Dead On Broadway
  • Album: Aeshma
  • Label: Soulfood
  • Release: 2014-11-07
  • Medium:
  • Bewertung:2-

Stell dir vor, du bist Bassist und willst diese oft zitierten ‚Zähne ziehen‘, von denen im Zusammenhang mit besonders harten Metal – oder Deathcore Bands bisweilen die Rede ist. Was machst du?

Nun, zuerst, wirst du prinzipiell alle Regler, die sich an deinem Verstärker oder Effekt-Rack befinden, auf volle Lotte aufdrehen. Dann wirst du zusätzlich den Equalizer so einstellen, dass dein Spiel nicht nur ein Grummeln in des Hörers Magengegend verursacht, sondern gleichzeitig die Höhen lauter werden, sodass jede Berührung, jeder Anschlag in einem hochfrequenten Kratzen hörbar wird – und wenn es bloß eine Fruchtfliege ist, die auf der E-Seite landet.

So weit so gut. Wenn jetzt zusätzlich noch die nötigen Skills vorhanden sind und eine total verrückte Produktion über das Gesamtwerk rutscht, sodass der Bass selbst durch die fetten Riffs zweierlei Gitarren als gleichberechtigte Tonspur brüllt, dann nähert der Sound sich wohl jenem an, was Walking Dead On Broadway ihren Hörern mit ‚Aeshma‘ um die Ohren prügeln.

Tatsächlich fällt es schwer diese Band im Metalcore zu sehen, wo sie zumindest laut ID3-Tags der MP3-Hörprobe liegen sollte. Die wenige Melodie, die zeitweise vorhanden ist, findet sich, wenn überhaupt, in den Lead-Gitarren. Das Gros der Musik besteht aus fetten, eher rhythmischen, denn harmonischen Riffs, der Sänger kann screamen, growlen und mehr als das, grunzen wie ein Zombie-Wildschwein, jedoch, von Klargesang fehlt jede Spur.

Nicht, dass all das tatsächlich negativ auffallen würde, nutzt die Band doch den gesamten Dynamik-Raum, den die moderne Pop/Rock-Kultur so bietet. Also dass, was in den gängigen MP3-Player passt, ohne im Lärm-Gewirr des ÖPNV unterzugehen oder das Gehör nachhaltig zu schädigen, um so fett wie möglich durch deinen auditiven Vorstellugnsraum zu spuken, während du mit geschlossenen Augen im Bus sitzt und dir die Trommelfelle massieren lässt.

Nur das mit dem Metalcore bleibt fragwürdig. Ich hätte die Band ja eher als Deathcore eingeordnet. Ehrlich jetzt. Das ändert aber nix an dem fetten Sound, der eindeutig im oberen Mittelfeld einzuordnen ist!

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