With the Magic of Windfyre Steel

Die Szene-Veteranen bei Atomic Fire Records geben mächtig Gas mit ihrem neuen Label. Neben zwei Handvoll bekannter, ehemaliger Bands von Nuclear Blast werden auch geschmacks- und treffsicher eigene, neue Bands gesignt. Den Beweis dafür tritt der 2017 gegründete Power-Metal-Sechser Power Paladin aus Island an. Island? Klar, das Land hat eine im Verhältnis zur Einwohnergröße potente Metal-Szene, aber Power Metal mit Drachen, Rittern und Burgen wie sie auf dem quietschbunten Album-Cover zu sehen sind? Damit hatte man bisher im Land der Vulkane nicht viel am (Zauber)hut.

„Iron Maiden, DIO, Helloween: Die Liste der 80er-Jahre-Bands, die uns beeinflussen, ist definitiv nicht von der Hand zu weisen, obgleich wir deutlich enger mit der zweiten Power Metal-Welle verbandelt sind, da wir vor allem mit Bands wie Edguy, Rhapsody und Hammerfall aufgewachsen sind“, führt der Sechser aus. Hinzu kommt ein Faible für Fantasyspiele und -bücher von Autoren wie Brandon Sanderson und Joe Abercrombie, das sich nicht nur in Power Paladains Texten und Songtiteln, sondern auch im schon erwähnten Artwork widerspiegelt.“

Schon in der ersten Minute des Albums mit dem Opener „Kraven the Hunter“ zeigt Sänger Atli Guðlaugsson, was er drauf hat. Toller Beat, Hammer-Pitches und ein tolles Gefühl für Melodien haben die Jungs definitiv! „Righteous Fury“ lässt mit einem mittelalterlich anmutenden Mini-Intro nur ganz kurz Zeit zum Durchatmen, dann gibt Uptempo-Riffs auf’s Visier. Keyboarder Bjarni Egill Ögmundsson darf beim gemächlichen Klavier-Intro von „Evermore“ erstmals seine Qualitäten und seine Berechtigung im Gesamtgefüge des Bandgefüges unter Beweis stellen – der Song ist ein klassische, melodische Power-Metal-Ballade mit Charme. „Way of Kings“ flirtet erneut mit der Instrumentierung des Minnegesangs – aber natürlich startet die Metal-Band sehr schnell durch.

„Dark Crystal“ hat mehrstimmigen Gesang, der an eine Horde Krieger erinnert. „Ride the Storm“ hebt Schwert und Schild in Richtung Helloween, „Creatures of the Night“ setzt mit seinem gesprochenen Intro da eine augenzwinkernd-nerdige Note, wie es Manowar vor 35 Jahren voller Pathos taten. „Into the Forbidden Forest“ ist eine weitere Hymne mit mehr als überzeugendem Gesang und Gitarrensoli. „There Can Be Only One“ setzt vielseitig, stimmungsvoll und emotiona den eindrucksvollen Schlusspunkt des Albums.

Die erste Metal-Überraschung des Jahres kommt definitiv aus Island mit diesem tollen Debüt! Es ist voller inbrünstiger und niveauvoller Verbeugungen vor den Helden der ersten und zweiten Welle des Power Metal. Die Jungs aus Rejkjavik sind frisch, heiß und richtig gut. Chapeau und Glückwunsch zu Platz 76 in den deutschen Charts mit dem ersten Album!

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DanielF

Harte Schale, weicher Kern. Chefredakteur und -metalhead in Personalunion und im "Nebenberuf" Sozialarbeiter, geht Daniels Geschmack von chilligem Americana (Cracker) bis zu kauzigem Indie-Rock (Eels), von klassischem Thrash (Metallica, Megadeth) bis modernem Death Metal (Deserted Fear), von opulent-schrägem Prog-Rock (Opeth, Gojira, Pervy Perkin) bis zu heftigstem Brutal Death Metal (Defeated Sanity, Wormed), von Bluesrock (Gary Moore, Anthony Gomes) bis Classic Rock (Alice Cooper, Queen) - um nur einen Teil zu nennen. Zudem hat er seit den frühen Neunziger Jahren ein leidenschafliches Faible für christliche Rockmusik in genau dieser stilistischen Bandbreite. 

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