Northtale

Welcome To Paradise

  • Artist: Northtale
  • Album: Welcome To Paradise
  • Label:
  • Release: 2019-08-02
  • Medium:
  • Bewertung:2+

Eine neue Power-Metal-Band aus erfahrenen Barden – wessen Metaller-Herz schlägt da nicht höher? Die Geschichte begann mit einem Solo-Album-Projekt von Ex-Dirkschneider-Gitarrist Bill Hudson, der nach einem Sänger suchte. Christian Eriksson, zu jener Zeit bei Twilight Force und einige Zeit später bereits aus dem Musikgeschäft ausgestiegen, brauchte lange um überzeugt zu werden. Schlagzeuger Patrick Johansson (ex-Yngwie, ex-W.A.S.P.) überredete Eriksson schliesslich gemeinsam mit Hudson die Band zu gründen. Eriksson brachte Bassist Mikael Planefeldt an Bord, zuletzt stieg noch US-Keyboarder Jimmy Pitts (Eternity’s End) mit ein. Abschliessend wurde der Bandname in einer Fan-Abstimmung gefunden und die fünf Herrschaften waren bereit.

Die Jungs spielen frischen, schnellen Melodic-Power-Metal mit klaren Bezügen zu klassischen Bands wie Halloween, Sonata Arctica oder Stratovarius, aber auch progressiv angehauchten Power-Metallern wie Dragonforce, Vindictiv, Powerquest, Majestica oder Eternity’s End. Man merkt dem ersten Album zu jeder Sekunde an, dass jedes einzelne Mitglied nicht nur viel Erfahrung, sondern auch Herzblut in die Band mitbringt. Eriksson blüht nach seinem Weggang von Twilight Force und der bewussten Entscheidung weiter Musik zu machen, wieder richtiggehend auf und liefert exzellente Gesangslinien mit hohen langen Screams und alles was das Metaller-Herz sonst noch zum Rasen bringt. Hudson und Pitts sorgen für spitzenmässige, Uptempo-Soli und Melodik satt.

Los geht’s mit dem Titeltrack und einem schnellen Drumbeat und einem knalligen fideldidldidldidl-Solo von Hudson. ‚Follow Me‘ täuscht zu Beginn mit kleineren Symphonic-Elementen an, zieht dann im Sprint an der Verteidigung vorbei und zieht voll aufs Powermetal-Tor ab. ‚Time To Rise‘ hat ihn ebenfalls, den energiegeladenen Uptempo-Beat, hübsch verziert mit den Ohrwurm-Refrains von Eriksson und den obligatorischen, aber launigen Gitarren-Soli. In der Mitte des Albums die erste, langsame Ballade ‚Way Of The Light‘, eine hübsche Auflockerung und getragen von der warmen Stimme von Eriksson, aber vom Prinzip recht generisch. Lange wird sich jedoch nicht mit Gesäusel aufgehalten: Der Melodische Kracher ‚Shape Your Reality‘ war der potentiellen Fangemeinde bereits im Vorfeld vorgestellt worden und macht keine Gefangenen, ebenso wie der Garantie-Ohrwurm ‚Everyone’s A Star‘. ‚Siren’s Fall‘ hat einen leicht dunklen Touch, der gefällt und ‚Bring Down The Mountain‘ hat einmal mehr die Eingängigkeit mit Ich-werd-den-Refrain-nicht-mehr-los-Garantie.

Northtale legen ein schickes Debüt vor, das neben der spürbaren Leidenschaft und dem Erfahrungsschatz der Musiker vor allem mit bergeweise tollen Metal-Melodien beeindruckt. Von diesen Jungs werden wir mit Sicherheit noch mehr hören.

DanielF

Harte Schale, weicher Kern. Chefredakteur und -metalhead in Personalunion und im "Nebenberuf" Sozialarbeiter, geht Daniels Geschmack von chilligem Americana (Cracker) bis zu kauzigem Indie-Rock (Eels), von klassischem Thrash (Metallica, Megadeth) bis modernem Death Metal (Deserted Fear), von opulent-schrägem Prog-Rock (Opeth, Gojira, Pervy Perkin) bis zu heftigstem Brutal Death Metal (Defeated Sanity, Wormed), von Bluesrock (Gary Moore, Anthony Gomes) bis Classic Rock (Alice Cooper, Queen) - um nur einen Teil zu nennen. Zudem hat er seit den frühen Neunziger Jahren ein leidenschafliches Faible für christliche Rockmusik in genau dieser stilistischen Bandbreite. 

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