Melted Space

The Great Lie

  • Artist: Melted Space
  • Album: The Great Lie
  • Label: Sensory Records
  • Release: 2015-10-16
  • Medium:
  • Bewertung:3+

Der französische Komponist Pierre le Pape ist Gehirn und Herz hinter Melted Space, dem Symphonic Metal Projekt, das mit „The Great Lie“ sein zweites Album veröffentlicht. Die Metal-Oper wurde gemeinsam mit dem City of Prague Philharmonic Orchestra und zahlreichen Gastmusikern aus der internationalen Metal-Szene produziert. Wer nun an grosse Namen wie Nightwish, Epica, Haggard, Ayreon oder Within Temptation denkt, liegt aber nur teilweise richtig. „The Great Lie“ klingt nicht nur wie eine Oper, es ist eine. Le Pape vereint in seiner nicht ganz einfach zu durchblickenden Geschichte das Aufeinandertreffen von Figuren aus dem Nibelungenlied sowie der griechischen, arabischen und skandinavischen Mythologie. Die Konsequenz sind eine Vielzahl von Gesangsrollen, die von jeweils geschickt ausgewählten Sängern und Sängerinnen sehr passend zum Leben erweckt werden. Die stilistische Bandbreite scheut dabei auch nicht von Sängern aus dem Black- und Death-Metal zurück, was einen besonderen Reiz des Albums ausmacht und es von ähnlichen Projekten abhebt. Mit dabei sind unter anderem David Vincent (Morbid Angel), Mikael Stanne (Dark Tranquillity), Sylvain Coudret (Soilwork), Arjen Lucassen (Ayreon) und Kobi Fahri (Orphaned Land).

Was auf der einen Seite die Faszination und Vielseitigkeit der Produktion ausmacht, ist andererseits ein wenig der Fluch an der Sache. Le Pape legt mit bombastischen Streicher- und Bläserarrangements im Hintergrund und den sehr heterogenen (wenn auch jeweils absolut passenden) Gesangsstilen eine derart ambitionierte Metal-Oper aufs Parkett, dass es einen manchmal schier erschlägt. Vor allem in der zweiten Hälfte, wenn die gesprochenen Dialoge zunehmen, gibt es einen Bruch im Flow des Albums. Das wäre anders gewesen, wenn Le Pape dies von Anfang an so komponiert hätte. Schlecht macht das die ungewöhnliche Metal-Oper aber keineswegs, denn die Essenz aus Metal-Riffs, einzigartigen Sängern und dem „echten“ Symphonieorchester bieten Anreiz genug für Freunde der Material.

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