Goat The Head

Strictly Physical

  • Artist: Goat The Head
  • Album: Strictly Physical
  • Label:
  • Release: 2021-02-12
  • Medium:
  • Bewertung:2


Manchmal muss man auch über den eigenen Tellerrand hinaus blicken und in fremden Gewässern schwimmen, um etwas Spannendes zu entdecken. Der Autor dieser Zeilen ist kein expliziter Kenner oder Freund der norwegischen Underground Deathmetal Szene, aber irgendwie landete das neue Album „Strictly Physical“ (Crispin Glover Records)  des Quartetts Goat The Head dennoch bei ihm im Player.

Fünfzehn Jahre gibt es Goat The Head schon, die mit „Strictly Physical“ nach zwei Longplayern und zwei EPs nach rund zehn Jahren Pause ihr drittes Album veröffentlichen. Neu dabei ist Kenneth Kapstadt an den Drums, der machen als Schlagzeuger von Motorpsycho der Spidergawd bekannt sein könnte. Das Ergebnis besteht aber nicht nur aus Death Metal, und das ist vielleicht auch der Grund, warum hier auch Freunde des Progressive Metals oder sogar des psychedelischen Rocks durchaus mal ein Ohr riskieren sollten. So ist auch Hardrock vertreten,  wie auf  ‚Three Krater Symposium‘, das mit seinen atmosphärischen Orgelsounds (ja, auch so etwas darf es im Todesmetall geben!) an Deep Purple erinnert. Überhaupt sind es die kleinen unerwarteten Ecken und Wendungen in den Songs, die immer wieder für Überraschungen sorgen. Hier mal ein Gitarrensolo oder ein Break, da ganz zum Schluss ein stylischer Synthie-Part. „Contemporary Primal Caveman Death Metal“ nennen die vier Norweger ihre Musik. Zwischendurch klingt das fast, als hätten sich Lemmy und Motörhead damals entschieden, auch mal Death Metal zu spielen.

Manche Tracks preschen wild nach vorne, geprägt von einer gewissen Hektik und kantigen Härte wie beispielsweise Songs  wie ‚Blästed‘ oder ‚Cemetery Swarm‘. Richtig zu gefallen wissen aber die nicht ganz so brachialen Songs wie erwähntes ‚Three Krater Symposium‘ oder auch der Opener ‚The Call Of Ixodes‘. Am Ende gibt es noch einen starken Longtrack. Manchmal muss auch eine Metalband über den Tellerrand ihres Genres hinaus blicken. Dann kommt dabei ein spannendes Album heraus so wie hier bei Goat The Head und ‚Strictly Physical‘.

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Michael

Michael kam über die Konzertfotografie zu Whiskey-Soda und verbindet das Bildermachen gerne mit Konzertberichten und CD-Rezensionen. Als Chefredakteur für den Bereich Bluesrock mag er aber auch viele aus dem Blues entsprungene Genres wie diverse Metal-Spielarten. Daneben landen gerne Progressive- und Classic Rock und Americana auf seinem Drehteller, bevorzugt auf klassischem Vinyl. Wenn dann noch Zeit bleibt, findet ihr Michael bevorzugt im (Heim)Kino oder natürlich irgendwo da draußen zum Fotografieren. 

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