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Resurrection Day

Rage gehören wohl mittlerweile zu diesen sagenumwobenen Bands, die einfach immer da sind. Selbst wenn sie mal eine Zeit lang aus den Augen verloren werden oder das ein oder andere Album verpasst wird, kriegen sie einen irgendwann doch wieder. Momentan scheint wieder so eine Phase zu sein, während der kein Weg an ihnen vorbeiführt. Bereits letztes Jahr veröffentlichten sie mit „Wings of Rage“ eine Platte, die nach drei Jahren Pause für große Aufmerksamkeit sorgte und zu guten Kritiken führten. Ein Jahr später legen die Mannen um Mastermind Peavy Wagner mit „Resurrection Day“ (SPV/Steamhammer) nun nach.

Doch im Vergleich zum Vorgänger gibt es einen gewaltigen Unterschied. Das Bandgefüge hat sich – und hier muss wohl gesagt werden: mal wieder – geändert. Gitarrist Marcos Rodriguez verließ die Gruppe. Ersatz wurde gleich in doppelter Weise gefunden: Stefan Weber (Ex-Axxis) und Jean Bormann (Angel Inc, Rage & Ruins) sind jetzt mit dabei. Damit besitzen Rage das erste Mal seit Mitte/Ende der 1990er Jahre zwei Gitarristen.

Dass trotz dieser kurzen Zeit mit „Resurrection Day“ eine neue Platte entstanden ist, ist beachtlich. Noch verwunderlicher ist, dass das Quartett direkt wunderbar zusammen musizieren kann. Songs wie „A New Land“, „Arrogance and Ignorance“, „The Age of Reason“ oder der Titeltrack sind im besten Sinn schlicht und ergreifend typische Rage-Lieder. Tolle Melodien („A New Land“!!) paaren sich mit einer wunderbaren Mischung aus MidTempo und Geschwindigkeit. Dabei harmonieren Stefan Weber und Jean Bormann bestens miteinander, legen starke Soli hin und zeigen, dass sie ihre Instrumente nicht nur beherrschen, sondern perfekt aufeinander abgestimmt sind. Vor allem die Ausbrüche in höhere Temporegionen wie in „The Age of Reason“, „Man in Chains“ oder „Extinction Overkill“ machen richtig Spaß und sorgen für Abwechslung.

Zu dieser trägt ebenfalls die Ballade „Black Room“ bei. Vor allem die Streicher schaffen dabei eine schöne Atmosphäre. Die mit Bogen gespielten Saiteninstrumente gehören sowieso spätestens seit der ersten Zusammenarbeit mit dem Lingua-Mortis-Orchester zur Band-DNA. Dies wird ebenso an anderen Liedern deutlich. Immer wieder werden sie nuanciert und pointiert in Szene gesetzt oder ermöglichen bei Songs wie „Resurrection Day“, „The Age of Reason“ und „Travelling Through Time“ stimmungsvolle Einleitungen oder Mittelteile.

Rage zeigen, wie toll es ist, dass sie nach über 37 immer wieder einfach da sind. Sie liefern zwar keine Überraschungen, aber solange sie ihre Stärken so gekonnt ausspielen, müssen sie das auch nicht. Riffs, Songaufbauten und Melodien sind einfach genauso, wie man es sich von der Band wünscht. Von vorne bis hinten ist „Resurrection Day“ eine Runde Platte!

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