Echo Us

To Wake A Dream In Moving Water

Mal wieder stehe ich vor dem Album einer Band, die bereits seit Jahren aktiv ist, mir aber bislang nicht einmal namentlich begegnet ist. Offenbar sind Echo Us ein Ableger von Greyhaven, die ich zumindest dem Namen nach (immerhin…) kenne. Das spricht entweder dafür, daß ich viel zu wenig mitkriege – oder, positiver gedacht, daß der Prog-Underground in den letzten Jahren ein höchst robustes und gesundes Eigenleben entwickelt hat, das eine längst nicht mehr zu zählende, aber offenbar funktionierende Schar an Bands trägt.

Echo Us präsentieren auf „To Wake A Dream In Moving Water“, ihrem dritten Album, Synthie-getragene, nun ja, New-Age-Mucke mit keltischen Einflüssen und ein paar Prog-Farbklecksen. Die Frühachtziger-Scheiben von Kitaro hört man da ein wenig heraus, beispielsweise bei ‚May Moring Dew‘, auch wenn der fernöstliche Klangcharacter dem erwähnten keltischen Einfluss weicht. Bei den Gesangspassagen erinnert das Ganze auch gerne mal an Clannad (‚Begin To Remember v1‘). Vor allem hört man aber sehr deutlich auch den Mike Oldfield der Mitt- bis Spätneunziger, der Alben wie „Tubular Bells III“ und insbesondere das ebenfalls keltisch inspirierte „Voyager“ veröffentlichte. Im fünfzehnminütigen ‚From The Highlands‘ wird ab 8:54 gar ausgiebig ‚Taurus‘ von Oldfields „Q.E.2“ „Tribut gezollt“ (beziehungsweise abgekupfert – je nach Sympathielevel). Ähnliches hat ja auch Magenta-Boss Robert Reed mit seinen „Sanctuary„-Alben gemacht, doch im Direktvergleich kleben Echo Us weniger an den „originalen“ Oldfield-Sounds. Doch, und das ist das große Manko der tendenziell durchaus gefälligen Scheibe, einen Originalitätspreis gewinnen Echo Us mit diesem Album auf keinen Fall. Man muss schon damit umgehen können, daß hier von Tangerine Dream, Schiller, Oldfield oder eben Kitaro bekannte Elemente und Sounds den Ton angeben und ein origineller, die Band definierender Stil eigentlich nicht wirklich zu erkennen ist.

Dennoch, da Album geht als leckere Zwischendurchmahlzeit allemal in Ordnung. Für Rockfans haben Echo Us freilich eher wenig Relevanz, wer aber auf die oben genannten Acts kann, sollte hier definitiv einmal eine Hörprobe wagen. Beziehen könnt Ihr die Scheibe im Webshop von Just For Kicks.

SaschaG

Verteidiger der uncoolen Musik: AOR, Symphonic Prog, Hardrock, Thrash- und Achtziger-Metal, Stax/Atlantic und Mainstream-Rock. Süchtig nach BBC-Serien und schrägem Humor. Findet, dass "Never Let Me Down" nur das viertschlechteste Bowie-Album ist und "Virtual XI" besser als alles, was Iron Maiden danach gemacht haben. 

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