PLEWKA & SCHMEDTJE – Ein Knecht und ein Schmied in der Brauerei

Jan Plewka und Marco Schmedtje, seit mehr als zwei Jahrzehnten musikalisch vereint, sind, nach Arbeiten an Solo-Alben, den Rio-Reiser- und Simon & Garfunkel-Themen-Abenden und der gemeinsamen Truppe Zinoba, seit knapp zehn Jahren auch als Duo unterwegs. Sie spielen dabei Auszüge aus all ihren gemeinsamen Programmen, runtergekocht auf Gesang und Gitarre. Heute sind sie in der Lindenbrauerei in Unna, wo sie 2013 einen ihrer ersten gemeinsamen Auftritte in diesem Format hatten. Der aktuelle Anlass für die Konzertreise ist die anstehende Veröffentlichung ihres neuen Werkes „Between The 80´s“, auf dem sie Klassiker des Jahrzehnts in reduzierter Form neu arrangiert haben.

Wie es zu den Aufnahmen kam, warum es aus umwelttechnischen Gründen sinnvoller ist, alte Songs wiederzuverwerten (statt neue zu schreiben) und was Plewkas Stammband Selig im nächsten Jahr plant, erfahrt Ihr übrigens hier im Interview, das die beiden Whiskey-Soda kurz vor der Show gegeben haben.

Um kurz nach 19.00 Uhr betreten die Künstler im sehr ordentlichen gefüllten Club die Bühne, und Jan begrüßt das Publikum mit einer langen Hinführung, wie das ungleiche Paar beruflich und persönlich zusammengekommen ist. Überhaupt sind die Jungs in Erzähllaune, aber dazu später mehr. Mit dem Simon & Garfunkel-Klassiker „Old Friends“ startet dann der akustische Reigen, und bereits hier wird deutlich, wie viel Klang man aus nur einer Klampfe und zwei hervorragend harmonierenden Stimmen rausholen kann. Wie bereits in der Vergangenheit hüpft der Sänger nach jeder Darbietung mit einem Jutebeutel in den Saal, während Marco leise Töne auf seinen sechs Saiten zupft. In der Tasche sind lose Zettel mit (angeblich) 123 eingeübten Nummern, aus der die Reihenfolge per Losverfahren durch die Gäste ermittelt wird. Das sorgt natürlich für eine mitunter krude Mischung. So wechseln sich selbst geschriebene Nummern aus den Solo-Platten („War da alles“, „Tag aus dem Glas“), mit denen von Rio Reiser („Halt dich an deiner Liebe fest“) oder der aktuellen 80s-Scheibe („Ain´t Nobody“) ab -wobei deren Einsatz insgesamt ein wenig sparsam ist, die Scheibe erscheint aber auch erst einige Tagen nach dem Konzert. Auf lustige folgen traurige, und auf schnelle langsame Tracks, zwischendurch gibt es immer wieder Anekdoten. Entweder zur Entstehung der Lieder, manchmal auch einfach herrlich aneinander gereihter Quatsch oder eine Mischung aus beidem. So erläutert Jan, dass sein Nachname eigentlich aus dem polnischen Sprachraum abgeleitet „Knecht Gerstenhärchen“ und Marcos „Der Kleine Schmied“ heiße, und man bereits einen Tatort für Kinder mit diesen Rollennamen plane. Es wird viel gelacht -auch selbstironisch auf der Bühne, wenn es beispielsweise um begrenzte Tanzfähigkeiten oder George-Clooney-Vergleiche geht. Plewka als hervorragender und geübter Frontmann weiß natürlich, wie man ein Publikum zum Mitsingen und -klatschen animiert, was er insbesondere bei „The 59th Street Bridge Song (Feelin‘ Groovy)“ als Chorleiter unter Beweis stellt.

Mit dem obligatorischen „Junimond“ verabschieden sich die Herren dann nach knapp zwei Stunden von der Bühne, kommen aber natürlich noch für die Zugaben zurück. Als erstes gibt es die -so behaupten sie zumindest- ungeprobte erste neue Single „Forever Young“ und zu guter Letzt den alten Ton-Steine-Scherben-Klassiker „Rauch Haus Song“. Auch wenn völlig widersprüchlich alle Anwesenden lauthals „Ihr kriegt uns hier raus!“ im Refrain mitbrüllen, ist dann doch wirklich Schluss und herrlich entspannter Sonntagabend in Unna endet.

 

Between The 80s Live

10.02.2023 Barmstedt Kultur Schusterei

01.04.2023 Hamburg Elbphilharmonie 

07.07.2023 Bad Staffelstein Lieder auf Banz                

08.07.2023 Bad Staffelstein Lieder auf Banz    

 

Jan Plewka & die Schwarz-Rote Heilsarmee spielen Rio Reiser II   

26.11.2022 Leipzig Kupfersaal

29.11.2022 Köln Kulturkirche              

30.11.2022 Mülheim Ringlokschuppen

 

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Fotocredit: Wollo@Whiskey-Soda

 

Wollo

Altenpfleger mit didaktischer Weiterbildung. Hört Rockmusik aus verschiedenen Genres und bis zu einem gewissen Härtegrad aus allen Jahrzehnten, hin und wieder auch eher ruhigere Singer/Songwriter. Geht oft auf Konzerte, aber leider nur noch selten auf Festivals. 

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