Korpiklaani

Live At Masters Of Rock

  • Artist: Korpiklaani
  • Album: Live At Masters Of Rock
  • Label: Nuclear Blast
  • Release: 2017-08-25
  • Medium:
  • Bewertung:2

Sich zwei komplette Shows von Korpiklaani zu Gemüte zu führen, ist für die Einen die Waldschrat-Party des Jahres, für Andere der schnellste Weg zur Migräne. Beide Parteien können nun völlig gleichberechtigt mit dem Release von „Live An Masters Of Rock“ das Ergebnis ihrer Wahl herbeiführen.

Mitgeschnitten beim (quelle surprise!) tschechischen „Masters Of Rock“-Festival, bietet das Package die kompletten Shows von 2016 und 2014 auf CD – und auch auf BluRay, letztere lag Whiskey-Soda leider aber nicht zur Rezension vor, weshalb es hier nur um die Audio-Seite des Package geht. Und die ist, von Geschmacksfragen mal abgesehen, sehr ordentlich ausgefallen. Der Sound ist bei beiden Shows überraschend sauber ausgefallen, was bei gleichberechtigter Verwendung akustischer und elektrisch verstärkter Instrumente nicht unbedingt immer einfach ist. Beim 2016er Gig könnte für meinen Geschmack ruhig etwas mehr vom Publikum zu hören sein, die Stimmung kommt bei der 2014er Aufzeichnung deutlich besser ‚rüber. Dafür fällt auf, daß sich Frontmann Jonne zwischen den beiden Gigs als Sänger deutlich weiterentwickelt hat: wo 2014 noch bisweilen eher atemloses Geshoute regiert, was natürlich dem Chaos-und Fun-Faktor zuträglich ist, singt er 2016 auch aufgrund des Schwerpunktes auf dem melodischeren Material „richtig“ und dürfte so manchem Spötter damit durchaus Respekt abnötigen.

Die Setlists der beiden Shows haben erfreulich wenige Überschneidungen. Natürlich sind dennoch ein paar der unumgänglichen Hits wie ‚Vaarinpolka‘, ‚Wooden Pints‘ oder natürlich ‚Vodka‘ auf beiden CDs enthalten, aber ohne die geht eben keine Korpiklaani-Show zuende. Diese Überschneidungen betreffen aber gerade mal sieben Stücke, so daß es auch in Sachen Abwechslung wenig zu mosern gibt.

Ob man die Mischung aus Humppa (der Polka-verwandten finnischen Volksmusik), Punkgeschrubbe, Sechziger-Jahre-Schlager und Metalriffs abkann oder nicht, qualitativ liefern die Finnen hier ein überzeugendes Paket, das Fans bedenkenlos ans Herz gelegt werden kann.

SaschaG

Verteidiger der uncoolen Musik: AOR, Symphonic Prog, Hardrock, Thrash- und Achtziger-Metal, Stax/Atlantic und Mainstream-Rock. Süchtig nach BBC-Serien und schrägem Humor. Findet, dass "Never Let Me Down" nur das viertschlechteste Bowie-Album ist und "Virtual XI" besser als alles, was Iron Maiden danach gemacht haben. 

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