Kurjien Elegia

Ohne wiedermal in das Lied von der eigenwilligen Untergrundszene Finnlands einzustimmen, das Quartett VVorse ist seit acht Jahren Teil dieser Bewegung. In dem Land, in dem die Sonne nicht so oft scheint, ist es naheliegend irgendetwas „Blackened“ zu spielen. Ebenso nahe liegen Genres wie Black Metal, Hardcore oder Crust Punk/D-Beat. VVorse’ zweite Schwarzrille „Kurjien Elegia“ (Off Records/inverse Records) begnügt sich mit der Verschmelzung von Crust und Hardcore mit ganz wenig Metal.

Auf der einen Seite lassen VVorse einen mörderischen D-Beat vom Stapel, auf der anderen gibt es groovige Passagen, die jeder Modern Hardcore-Band gut zu Gesicht stehen würde. Die heiseren Vocals gleiten nämlich oft in wütende Screams ab. Dann sind da noch die melodischen Riffs aus der Welt des Schwarzen Metalls. Was VVorse aber nicht machen, ist uns einen dreckigen Sound entgegen zu feuern, denn ihrer ist messerscharf und tödlich.

In den insgesamt neun Tracks sind auch längere Instrumentalpassagen integriert, wie es sich gehört für eine skandinavische Crust-Kombo, die das legendäre Referenzwerk „Absolut Country Of Sweden“ der schwedischen Nachbarn Anti-Cimex nicht negieren möchte. Dies bedeutet aber nicht, dass „Kurjien Elegia“ ein Monumentalwerk ist. Ganz im Gegenteil, die Songs pendeln zwischen zweieinhalb bis sechseinhalb Minuten und sind für das Genre maximal Abwechslungsreich ohne schablonenhaft zu sein.

„Kurjien Elegia“ ist ein Crust-Album, das das Präfix Neo mit jeder Note verdient. VVorse tragen ihren Beitrag dazu bei, diese extreme Spielart des Punks am Leben zu erhalten und sie nicht dem Kommerz preis zu geben, wie es die schwedischen Kollegen immer wieder versucht sind. Es heißt ja auch: Crust as fuck! Und nicht: Crust for sale!

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