Kennt ihr schon…THE DOGS?

Die norwegische Truppe The Dogs um Frontmann Kristopher Schau ist in ihrer Heimat schon lange eine große Nummer und bedient viele Genres. Skater- und Horrorpunk treffen hier auf Hardrock, Hardcore-Vibes oder auch mal ein wenig Alternative Country. In Norwegen hauen die Jungs regelmäßig pro Jahr ein neues Album raus. Und haben wohl das ungewöhnlichste Stück Merchandise, das uns seit langer Zeit untergekommen ist. Höchste Zeit, dass wir uns einmal näher mit den Garage-Punkern beschäftigen. Wir haben daher mit Kristopher Schau ein kleines Interview geführt.

Acht Alben in neun Jahren Bandgeschichte. The Dogs aus Oslo sind ohne Frage sehr fleißig. Die neue Scheibe „Crossmaker“ hat es bei Whiskey-Soda zum „Album des Monats“ geschafft. Außerdem ist eine Deutschlandtour in Planung. Wir haben Kristopher Schau ein paar Fragen gestellt.

Whiskey-Soda (W-S): Hi, und danke, dass ihr euch ein wenig Zeit für Whiskey-Soda nehmt, einem der ältesten deutschen Online-Musikmagazine. Herzlichen Glückwunsch zu Crossmaker, das bei uns Album des Monats März geworden ist.

Kristopher Schau (K.S.): Oh, das wusste ich noch gar nicht. Vielen Dank!

W-S: Ihr seid in Norwegen schon ziemlich bekannt, insbesondere auch für die wilden Liveshows. Stellt euch unseren Lesern hier in Deutschland doch auch mal kurz vor und erzählt, wie es mit der Band losgegangen ist.

K.S.: Wir haben die Band vor rund neun Jahren gegründet, wenn ich mich recht erinnere. Ich spielte damals in mehreren anderen Bands, aber ich hatte ein paar Songs geschrieben, die dort nicht so wirklich reinpassten. Also habe ich ein paar Freunde angerufen, um gemeinsam mit ihnen diese Songs aufzunehmen. Das war alles gar nicht wirklich ernst gemeint. Ich wollte nur diese Lieder aufnehmen. Aber wir hatten dann alle so viel Spaß daran, dass ich meine anderen Bands aufgegeben habe. The Dogs gibt es jetzt schon fast eine ganze Dekade, und seitdem haben wir jedes Jahr ein neues Album veröffentlicht und waren viel auf Tour, also war es die richtige Entscheidung.

W-S: Crossmaker ist eine starke Platte geworden, und mir hat besonders gut die musikalische Vielfalt darauf gefallen. Die Texte sind ziemlich düster und pessimistisch. Seid ihr alle eher pessimistische Typen?

K.S.: Tja, das ist dann wohl meine Schuld, da ich alle Texte allein geschrieben habe. Ich finde es langweilig und schwierig, fröhliche Songs zu schreiben, das muss wohl der Grund sein. Wir haben eigentlich nichts, über das wir uns beschweren könnten. Verdammt, wir leben in Norwegen! Verglichen mit dem Rest der Welt, sollten wir da doch den ganzen Tag nur lachen und uns freuen! Aber es gibt so viel über die menschliche Natur zu sagen, das einfach nur niederschmetternd traurig ist. Das liegt wohl an unseren Gehirnen. Wir sollten entweder viel schlauer oder viel dümmer sein. Dieses Mittelding bringt’s einfach nicht für die Menschheit.

W-S: Mein Lieblingssong auf Crossmaker ist The Octopus Embrace Of Drugs, der ganz anders als der Rest klingt und beinahe ein Country-Feeling verbreitet. Kannst du uns mehr über diesen Titel verraten?

K.S.: Danke! Ja, mit dem Song hatten wir sehr viel Spaß. Zumindest ich. Es war schön, mal nicht so viel schreien zu müssen. Normalerweise huste ich sonst sogar Blut, weil ich immer so schreie. Wir mögen es, wenn unsere Alben schnell und aggressiv sind, aber trotzdem haben wir auch immer ein paar langsamere Nummern darin. Ich mag es, dass du den Titel seltsam findest. Oktopusse sind seltsam. Von einem Oktopus umarmt zu werden ist genauso, als ob man Drogen nimmt. Das ist schön auf eine unbequeme Art und Weise, man kann sich nicht davon lösen und sollte es generell eher vermeiden. Ein passender Songtitel.

W-S: Ihr habt mit diesem 50 Kilo schweren Gullydeckel wohl eines der ungewöhnlichsten Merchandises überhaupt und musstet sogar einen neuen Van kaufen, weil die Dinger so schwer sind. Wie kommt man auf so eine Idee?

K.S.: Auf unserem vorletzten Album “Before Brutality” war das Titelbild rund, und wir haben gedacht, man könnten eine tolle Picture-Disc daraus machen. Dann schrie jemand von uns, dass man auch einen Gullydeckel daraus machen könnte. Zwei Wochen später haben wir die Teile in einer Fabrik in der Mitte von Norwegen anfertigen lassen. Dadurch, dass wir jedes Jahr ein neues Album veröffentlichen, müssen solche Entscheidungen immer schnell getroffen werden.  Und plötzlich war unser Proberaum voll mit vielen schweren Eisenteilen, und unser Van konnte das Gewicht unseres eigenen Merchandise nicht mehr tragen.

W-S: Ihr nehmt jedes Jahr eine neuen Platte auf und tourt sehr häufig. Wie kommt ihr mit dem ganzen Stress klar?

K.S.: Bisher klappt das für uns  ganz gut. Für unsere Familien und Arbeitgeber nicht so.

W-S: Auf eurer Facebookseite habt ihr soeben für Oktober eine Tour durch Deutschland angekündigt. Ihr schreibt, wir sollten “Nacktheit” und “Umarmungen” erwarten. Was sollen wir uns darunter vorstellen?

K.S.: Na ja, unter Nacktheit versteht man, dass man all seine Kleidung auszieht und seine haarigen Stellen herumbaumeln lässt. Bei Umarmungen schlingt man seine Arme um jemanden und drückt ihn an sich, dass sich die Wangen berühren. Genau das wird passieren, aber nicht beides zur gleichen Zeit. Das würde man nämlich Sex nennen, und so etwas sparen wir uns für unsere Frauen und Freundinnen auf.

W-S: Gibt’s noch etwas, das ihr speziell an die deutschen Fans loswerden wollt?

K.S.: Wenn sie schon Fans sind: Dankeschön aus tiefstem Herzen. Wenn nicht, kommt zu unseren Shows, wir werden euch bekehren!   

Schon jetzt vormerken: Tourdaten The Dogs (gemeinsam mit Death By Unga Bunga)

10.10.2020          D             Hannover, Subkultur

13.10.2020          D             Hamburg, Molotow

14.10.2020          D             Köln, Sonic Ballroom

15.10.2020          D             Berlin, Nuke Club

16.10.2020          D             Jena, Rosenkeller

17.10.2020          D             Weinheim, Café Central

18.10.2020          D             München, Backstage

Foto Credit: L-P Lorenz

The Dogs Bandhomepage

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Michael

Michael kam über die Konzertfotografie zu Whiskey-Soda und verbindet das Bildermachen gerne mit Konzertberichten und CD-Rezensionen. Als Chefredakteur für den Bereich Bluesrock mag er aber auch viele aus dem Blues entsprungene Genres wie diverse Metal-Spielarten. Daneben landen gerne Progressive- und Classic Rock und Americana auf seinem Drehteller, bevorzugt auf klassischem Vinyl. Wenn dann noch Zeit bleibt, findet ihr Michael bevorzugt im (Heim)Kino oder natürlich irgendwo da draußen zum Fotografieren. 

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